Wünsche an den lieben Gott
Mittlerweile ist Tag fünf des Minilagers 2009 (weite Infos dazu hier) im Laufen und Tag für Tag bin ich überraschter, wie lehrreich diese Zeit für mich ist, und auch motivierend. Auch wenn selten weniger als 6 Stunden Schlaf pro Nacht und einer Stunde Ruhe pro Tag rausschauen, zu sehen, wie junge Menschen voller Tatendrang kreative Lösungsansätze entwickeln und realisieren und dabei eine riesen Freude zu haben scheinen bestärkt mich.
Heute fand die traditionelle Mittwochsmesse statt. Ich habe in den letzten Blogposts schon durchklingen lassen, dass ich (noch) nicht sicher bin, was ich von all diesen Dingen, von denen da die Rede ist, halten soll. Gefühlte 90 Prozent der Dinge, die ich während einer Messe beobachte machen für mich keinen Sinn, aber 10 Prozent eben schon – es sind wichtige Punkte wie Vergebung, Nächstenliebe, Vertrauen, Hoffnung, Überzeugung,… Es ist eine Auseinandersetzung, die ich seit genau 4 Jahren mal mehr, mal weniger intensiv führe, sie hat hier keinen Platz. Diese Erfahrung von der ich jetzt aber erzählen möchte hat zu 90 Prozent mit den 10 übereinstimmenden Prozent zu tun.
Eine Gruppe sollte ein Segensgebet gestallten und dann im Rahmen der Messe vortragen, hier das Resultat:
Gott segne uns,
dass wir immer in Geduld mit unseren Geschwistern vor Gott leben und trotz dem Hang zur Geduld nie unseren Humor verlieren.Gott segne uns,
dass wir in unsere Geschwister ein Vertrauen haben, wie in dich.Gott segne uns,
dass wir nie den Mut verlieren Verantwortung über unser Handeln zu übernehmenWir bitten um ein Herz, in dem viele Menschen zuhause sind, und das nicht müde wird, Liebe zu üben und Schuld zu verzeihen.
Keinen Tag soll es geben, an dem wir sagen müssen: Es ist keiner da, der mir aufhilft und mit mir weitergeht.
Großer Gott, wir bitten dich,
dass du uns den Weg weist für die Freude an der Kommunikation mit anderen Menschen.Gott mach,
dass wir verständnisvoll und ehrlich mit unseren Menschen umgehen.Und weil der Gott des Friedens mit uns ist, darum geht und lebt in Frieden!
Die zehn Prozent, die ich an diesem Gebet nicht unterschreiben würde, ist die Tatsache, dass ich nicht Gott (?) darum bitten möchte mir all diese großartigen und wichtigen Eigentschaften zu geben oder mich mit ihnen zu segnen, sondern, dass ich überzeugt bin, dass wenn ich sie für wichtig halte und haben möchte, selber dafür verantwortlich bin sie zu erwerben, mir anzulernen.
Wünsche an den lieben Gott, die ich mir doch lieber selber erfülle.