Tarifreform aus Studierendensicht
Tari tara die Tarifreform ist da. Lang hat’s gedauert und hart, sehr hart wurde verhandelt, gerechnet und wieder verhandelt. Herausgekommen ist ein, aus grüner Sicht, solider Erfolg. Die verbilligte Jahreskarte war uns ein großes Anliegen und wir haben es durchgebracht.
Aber die größten Gewinner der Reform sind nicht die BesitzerInnen der Jahreskarten sondern die Studierenden – genauer, vor allem Wiener StudentInnen ohne Familienbeihilfe. Sie sparen sich ab dem Wintersemester 2012 je nach Nutzung in den Ferien pro Jahr zwischen 246 und 107 Euro. Das ist eine phänomenale Entlastung für jene, die es aufgrund der fehlenden Familienbeihilfe eh schon schwerer haben.
Aber wie schaut es für die Studierenden aus, die nicht in Wien gemeldet sind? Nach der Pressekonferenz am Dienstag wurden Stimmen laut, die Tarifreform brächte nur Nachteile für (nicht Wiener) StudentInnen und stellte eine Verteuerung über 50 Prozent dar.
Warum das nicht stimmt, möchte ich in folgendem Beitrag zeigen.
Was hat sich geändert?
Ab 1. Mai 2012 wird alles umgekrempelt was die Tickets der Wiener Linien für StudentInnen betrifft. Die Preise der Semestertickets verändern sich für alle Studierende unterschiedlich.
Für alle gleich gilt aber, dass sie die Gültigkeitsdauer (jetzt Oktober bis Jänner und März bis Juni) ausgedehnt wird auf September bis Jänner und Februar bis Juni. Also anstatt vier Monate nun fünf Monate.
Nötig war dieser Schritt vor allem, weil Fachhochschulen in aller Regel bereits im September beginnen und auch im Februar nur eine Woche Pause machen.
Was heißt das konkret?
Abhängig von der jeweiligen Nutzungsdauer ergibt sich aus diesen Änderungen für alle Studierenden ein anderes Bild. Ich habe mir die Mühe gemacht alle Variationen auszurechnen.
Vorweg gilt es anzumerken, dass die Kostengegenüberstellung von Kosten Jetzt auf Kosten Mai nur für die Studierenden der Universitäten in allen Varianten gültig sind. Für die Studierenden der Fachhochschulen schaut die Sache jetzt schon anders aus. Sie mussten sich auch jetzt schon 10 Monate im Jahr mit Tickets versorgen und hatten die Option die Öffis nur neun oder acht Monate im Jahr zu nutzen nicht. Daher müssen sie schon jetzt den Betrag von “Nutzung 10 – Monate” berappen und deshalb kann ihnen aus der ausgeweitete Gültigkeitsdauer kein Nachteil erwachsen.
Summa summarum ergeben sich daraus Ersparnisse für Wiener, die 10 oder mehr Monate im Jahr mit den Wiener Linien unterwegs sind – also alle FH’ler und die aller meisten Unistudenten, zwischen dürftigen 10 und saftigen 246 Euro.
Für nicht Wiener ohne Familienbeihilfe gibt es ebenfalls Preissenkungen zwischen 96 und 56 Euro.
Einzig die Studierenden, die Familienbeihilfe beziehen und nicht in Wien gemeldet sind zahlen drauf. Und zwar exakt 41 Euro pro Jahr. Das Entspricht einer Erhöhung von je Nutzung zwischen 12 und 15 Prozent.
Warum zahlen die nicht Wiener überhaupt mehr?
Die Frage ist naheliegend und viele werden sich darüber noch gar keine Gedanken gemacht haben. Die Ursache liegt tief in den Grundsätzen der Republik Österreich verwurzelt. Österreich ist, neben einigen anderen Sachen, ein föderaler Staat. Das heißt das Staatsgebilde besteht aus mehreren Ebenen denen unterschiedliche Verantwortungen zukommen. So ist es die Aufgabe des Bundes beispielsweise die größten Teile der Steuern einzuheben, aber die Aufgabe der Bundesländer regionale Infrastruktur wie zum Beispiel den öffentlichen Nahverkehr bereit zu stellen (aber auch Krankenhäuser, Schulgebäude und vieles mehr sind Kernkompetenzen der Bundesländer). Nachdem aber der Bund das Geld einnimmt, aber die Länder einen Großteil davon wieder ausgeben, muss es nach einem Schlüssel an sie verteilt werden. Das hierfür verwendete Instrumentarium nennt sich Finanzausgleich. Wie man sich vorstellen kann sind die genauen Vorgänge recht komplex, fix ist aber, dass jedes Bundesland und jede Gemeinde für seine Einwohner Geld bekommt. Und davon nicht zu wenig. Daher ist naheliegend, dass die Stadt Wien für Menschen, die hier gemeldet sind, Geld in die Hand nimmt um deren Semesterticket zu subventionieren – das aber nicht für alle machen kann. Denn für Niederösterreicher, Vorarlberger oder Kärntner bekommt die Stadt Wien dafür kein Geld – das streifen die “Herkunftsländer” selber ein.
Subventionen vom eigenen Bundesland oder der Gemeinde
Weil die Stadt Wien weder vom Staat noch von den anderen Bundesländern Geld für diese Zwecke bekommt, kann sie die – immer noch stark vergünstigten Studientickets – für nicht Wiener nicht soweit subventionieren wie sie das für Wiener tut. Weil aber die Bundesländer extra Geld dafür bekommen bieten zumindest Niederösterreich und das Burgenland gesondert Subventionen für in anderen Bundesländer studierenden Einwohner.
Niederösterreich unterstützt seine in Wien studierenden Einwohner mit 100 Euro pro Jahr, unabhängig davon ob man Familienbeihilfe bezieht oder nicht. Bezieht man diese 100 Euro in die Kalkulationen von weiter vorne zahlen Niederösterreicher zwar immer noch 41 Euro mehr als vorher. Mit der Förderung zahlen Studierende aus Niederösterreich aber nur mehr 50 Euro mehr pro Jahr als Wiener.
Auch das Burgenland übernimmt einen Teil der Studientickets – und zwar 50 Prozent der nachgewiesenen Kosten. Nicht übernommen werden diese allerdings in den Monaten Juli und August. Das heißt Studierende mit Hauptwohnsitz im Burgenland zahlen in Zukunft genau gleich viel für ihr Semesterticket wie Wiener.
Für die Studierenden aus den anderen Bundesländern Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg gibt es, soweit ich es eruieren konnte, keine gesonderten Unterstützungen. Sehr wohl aber gibt es teilweise Subventionen der Gemeinden, die hier selbst auch noch Geld in die Hand nehmen können (übrigens auch in Niederösterreich und im Burgenland). Es lohnt sich also auf jeden Fall einmal im Gemeindeamt anzurufen und die Möglichkeiten hier zu klären.
Lasst es mich wissen, wenn ihr solche Gemeinden kennt, dann update ich den Artikel.
Zusammengefasst
Ja, einige Studierende die nicht in Wien gemeldet sind zahlen jetzt 40 Euro pro Jahr mehr. Es liegt aber nicht in der Verantwortung Wiens Öffitickets für Studierende aus anderen Bundesländern zu subventionieren. Wem das nicht gefällt, der kann sich ja ummelden. Es ist so oder so fragwürdig, warum Menschen, die nach Wien kommen um in Wien zu studieren ihren Hauptwohnsitz nicht nach Wien verlegen. Von den drei für die Festlegung des Hauptwohnsitzes relevanten Kriterien (Aufenthaltsdauer, Lage der Ausbildungsstätte, Wohnsitz der Familienangehörigen) müssten wohl zumindest zwei ganz eindeutig für Wien sprechen.
Durch die Entkopplung der Semestertickets von dem Erhalt der Familienbeihilfe dürfte für einen fetten Batzen an Studierenden eine enorme finanzielle Entlastung bringen und setzt einen wichtigen sozial-poltischen Schwerpunkt. So dämmen wir mit rotgrün in Wien wenigstens ein Teil des durch den rotschwarzen bildungsfeindlichen Kurs im Bund angerichteten Schadens eindämmen. Und das ist die Richtung in die es weitergehen muss, soll und wird!
Als Wiener Student mit Familienbeihilfe profitiere ich nicht außergewöhnlich von der Reform, aber ich sehe und schätze den Mehrwert für all jene die aus welche Gründen auch immer die Familienbeihilfe verloren haben
Als grüner Bezirksrat bin ich stolz auf dieses Ergebnis monatelanger harter Verhandlungen. Es ist ein ausgewogenes Paket, das VielfahrerInnen entlastet und Anreiz schafft mehr Öffis zu fahren. Aber unabhängig vom Inhalt der Reform zeigt diese Tarifreform den Wandel den Grün in der Regierung bedeutet. Sie zeigt auch dass rot grün funktioniert. Und – dass die grünen Bambis mehr Löwe und Fuchs sind als uns die meisten vor einem Jahr zugetraut haben.
Anmerkungen:
- Der Preis für das neue Ferienmonatsticket für Studierende steht noch nicht fest, er wird allerdings nicht steigen und sich für alle Studierenden gleich verändern. Die Berechnungen basieren auf konstanten Preisen und sind damit hypothetisch Natur.
- Auf die Nutzungsdauern von unter 10 Monaten bin ich nur kurz eingegangen. Nicht um die Statistik schön zu reden - in der Tat betrachtet man diese genauer stellt einen Preisanstieg der Studierendentickes übers Jahr gerechnet von 50 Prozent für Familienbeihilfenbeziehern und 16 Prozent für Nicht Wiener ohne Familienbeihilfe fest – lediglich die Wiener ohne Familienbeihilfe sparen egal wieviel sie fahren – sondern weil ich sie aus zwei Gründen für wenig relevant halte: Laut Wiener Linien kaufen die aller meisten Studierende (selbst jene, die nicht in Wien gemeldet sind) mindestens zwei Ferienmonatstickets. Und abgesehen davon im Sinne von “gleiches Recht für alle Studierenden” der Fokus auf denen sein, deren Studienjahr am längsten dauert – also dem der Fachhochschulen.
Guter Artikel, leider bin ich nur bis Zeile 2 gekommen: "...ein, aus grüner Sicht, solider Erfolg..." Was konkret ist an einem Erfolg (?) solide (?), wenn man seinen Wähler und potenziellen Wählern das 100-EUR-Jahresticket versprochen und nun das 365-EUR-Ticket verschafft, und dies noch dazu auf Kosten aller Steuerzahler? Nur so mal als Denkaufgabe...Lieber Clemens,
in der Politik kann man nur als Diktator Dinge versprechen. In der Demokratie kann man nur entweder in leeren Floskeln daher reden oder klipp und klar sagen wofür man steht und was man will. Wir haben gesagt: “Legitimiert uns entsprechend und wir führen 1 – 10 – 100 ein.” Wir haben nicht gefloskelt sondern uns festgelegt. Aber wir wurden nicht entsprechend legitimiert. Mit 13 Prozent hupfst du normalerweise nicht weit. Dass wir mit 11 Mandaten so einen soliden Erfolg einfahren konnten lässt sich auf Verhandlungsgeschick, Nerven und (!) Kompromissbereitschaft zurückführen. Wie du darauf kommst, dass diese Reform auf “Kosten aller Steuerzahler” geht wüsste ich gerne. Die Vorstellung finde ich reichlich kreativ, wenn du dir die Lärm-, Abgas- und Raumverschmutzung anschaust, die durch hundert tausende Autos tag täglich in Wien verursacht wird. Die Millionen, die hier begraben werden (allein in resultierenden Gesundheitsproblemen und Fassadenrenovationen) übersteigen die lächerlichn 17 bis 24 Millionen, die die Stadt Wien durch diese (zwischenzeitig) zuschießen muss ein Vielfaches.
Und wenn du etwas zum empören haben möchtest, dann reg dich über die Lobauautobahn auf. Sollte sie gebaut werden (und dagegen werden wir ganz hart kämpfen!) wird das alle Steuerzahler zwischen 2 und 3 Tausend Million kosten. Nur mal so als Denkaufgabe…
Nichts für ungut, aber ich bin echt enttäuscht von euch Grünen. Ich kann die Ausrede von der SPÖ-Übermacht nicht mehr hören. Ich freu mich über jeden Euro um den Öffi-Tickets billiger werden und in dem Fall rechne ich euch und euren WählerInnen das für jeden einzelnen der 84 Euro zu und gratuliere. Ganz besonders recht geben muss ich dir was die Familienbeihilfe betrifft. (…auch wenn ich leider trotzdem bald gar keine Studierndenkarten mehr krieg weil ich bald 26 bin. Ich bin aber noch immer in der Mindeststudiendauer + zur Verfügung stehender Toleranzsemester – ich hab sogar noch eins extra wegen einem Auslandssemester.)
Aber den einen geben, den andren nehmen? Wenns gleichzeitig Erhöhungen gibt, dann kann ich einfach nicht zuschaun wie ihr da in unbremsbaren Jubel verfallt und den großen Erfolg in ganz Wien plakatiert. Es zahlen einige nach der Reform mehr. Diejenigen sollen nicht mehr Geld im Börserl haben (es sei denn sie haben zu viel) oder motiviert werden öfters mit den Öffis zu fahren? Ja, wenn die Reform 25 Mill. kostet, sind das 25 Mill. mehr für den öffentlichen Verkehr und das freut mich. Aber die Reform freut mich nicht, weil ihr Öffi-Tickets teurer macht. Der große böse rote Partner mag schuld sein, aber ihr sitzts auch in der Regierung und habt jeden Beschluss mitzuverantworten. Auch erhöhungen bei den Fahrscheinen. Und es ist ja nicht so als ob die Tarifreform so revolutionär wäre. Die vom Wirtschaftsministerium (!) in Auftraggebene Studie “Grünbuch zur Energieeffizienz” soll nicht nur einen Öff-Nulltarif für sinnvoll befunden haben, sondern auch zum Ergebnis gekommen sein, dass die Fahrscheine ohnehin nur 10% der Kosten decken. Gleichzeitig schreiben die Wiener Linien von “100 Kontrollorganen” die rund um die Uhr unterwegs wären (von 8000 Beschäftigten insgesamt), die könnten dann zb. sinnvollere Aufgaben übernhemen. Und wir diskutieren hier um Änderungen von +-15-20%?
Noch ein bisschen allgemeiner: du schreibst ihr müsst Kompromisse eingehen. Ja, das müsst ihr, wenn ihr in dieser Regierung sein wollt. Aber ihr müsst euch auch die Frage stellen, obs wirklich Gewinner gibt bei solchen Kompromissen oder nicht eigentlich fast nur Verlierer. Weil ihr unter dem Druck der SPÖ steht, könnt ihr jetzt die Studierenden im Haus Döbling nicht unterstützen, die für den Erhalt aller Heimplätze kämpfen. @olobo war bei #unibrennt eine sehr bereichernde Unterstützung, plötzlich steht er auf der anderen Seite. Über Twitter lese ich nur mehr über die großen Erfolge in Wien. Ganz ehrlich, mir wärs wichtiger von euch solidarische Kommentare zu den aktuellen Streiks zu lesen. Ich glaub da steckt echt Potential dahinter was zu verändern für die 99% – wenn die Krise nicht nur auf sie sondern aufs reiche 1% abewälzt werden (ob in Form von Lohnkürzungen oder Tariferhöhungen bei den Öffis…).
Aber noch ein bisschen spezifischer: Ich hab heuer die 3 Monate im Sommer keine Monatsmarke gekauft, weil ich einfach immer mit dem Rad unterwegs war. Das hieße für mich +19,50 EUR. Ich find du solltest auch ein bisschen aufpassen wenn du 49 Euro auf 40 Euro abrundest. Wenn man sich woanders Hauptmeldet, scheidet man zB. automatisch aus dem bisherigen Mitvertrag in seiner alten Wohnung aus. Das kann heißen, dass man die Wohnung später von seinen Eltern nur zu unleistbaren kosten übernehmen kann zb., aber ja wird für eine Minderheit gelten. Trotzdem gibts jetzt ein Studierendenticket, dass um starke 6 Euro billiger ist pro Jahr.
Nein revolutionär ist die Reform nicht. Sie ist das Ergebnis von konsequenter Politik, die weiß was sie will und davon umsetzt was machbar ist. Ja, es sind auch Tickets teurer geworden. Aber wenn du dir die Nutzungszahlen anschaust (ich kopier sie unten rein), dann betreffen die Verbilligungen die große Überzahl (80,1 %), während eine Minderheit (19,9 %) mehr zahlen muss. Und die für die es teurer geworden ist sind die, die eh nicht viel fahren.
Wenn du revolutionäre Vorschläge lesen willst, kannst du das hier tun. Da sind einige sehr interessante Vorschläge dabei die über eine Tarifreform hinausgehen.
Du hast das studieren <26 angesprochen. Das wird mich persönlich auch betreffen. Ich bin 21 und im zweiten Semester. Viel geht sich da nicht aus für mich unter 24. Das das alles ein Blödsinn ist, Studierende finanziell gestützt gehören und die Unis mehr Geld brauchen ist eh klar. Aber da ist der Handlungsspielraum der Stadt Wien recht beschränkt.
Dass Studierende und SchülerInnen die Öffis kostenlos nutzen können sollten ist eh klar und auch grüner Standpunkt – aber dazu braucht es ein ernsthaftes erstarken der Grünen. Auch wenn du's nicht mehr hören kannst. Wir haben nicht die Macht in Wien zu machen was wir wollen.
Und dieser Zustand zwingt uns zu Kompromissen. Aber auch dabei können wir vieles umsetzen, aber natürlich geht es auch uns zu langsam. aber alleine im ersten Jahr gab es sehr sehr viele Gewinner der rotgrünen Koalition. Mindestsicherung für Kinder: Wichtiger Beitrag für armutsgefährdete Familien, Kleines Glücksspiel: Es gewinnen die Süchtigen, es gewinnen deren Familien, es gewinnen die Opfer der Beschaffungskriminalität – verlieren tut Novomatik, Tarifreform: Gewinnen tun VielfahrerInnen, verlieren – die die wenig fahren.
Du beklagst, dass es zu viele Verlierer ob unserer Kompromisse gibt – zähle sie auf!
Bei aller Berechtigung deiner Kritikpunkte bleibt am Ende die Wahl: Regieren oder nicht regieren. Umsetzen mit Grenzen oder kritisieren ohne Grenzen.
Damit sind die WienerInnen unterwegs:
- 38,3 % Jahreskarten
- 24,5 % Schüler- & Studierendenkarten
- 17,3 % Monatskarten
- 6,9 % Wochenkarten
- 5,4 % Einzelfahrschein
- 5 % Kurzzeitkarten
- 2,6 % sonstige Netzkarten
Genau, du schreibst es selbst: fast 20%, also ungefähr doppelt so viele wie eure WählerInnen, zahlen jetzt mehr. Das habt IHR beschlossen. Also ich weiß wirklich nicht wieso das ein Erfolg ist. Ich fänds schon erbärmlich, wenn ihr keine Verteuerung als Erfolg feiert, aber eine Verteuerung als Erfolg feiner widerspricht sich schon arg mit eurer Wahlkampagne.
Revolutionäre Vorschläge? Wie meinst du das? Der Artikel spricht sich gegen Verbilligungen von öffentlichem Verkehr aus… Finde ich eigentlich nicht so revolutionär. Die Vorschläge am Schluss halt ich alles andre für revolutionär. Nicht alles unbedingt schlecht, aber nix davon wird etwas verändern. Ja, Gießkannenprinzip weil nicht sozial gestaffelt. Aber was ist die Lösung? Für alle billige/gratis Tickets und Steuern von den Reichen eintreiben oder die armen für überteuerte Singletickets auch 90min fahren lassen?
Erstarken der Grünen ist notwendig für ordentliche Veränderungen. Ja, schon. Natürlich, desto größer ihr seid, desto mehr geht. Sowieso. Aber wieso sollten euch Leute wählen? Ihr sprecht ein ziemlich spezielles, intellektuelles Publikum – teils alternativer, teils näher bei der ÖVP – an. Wenn Plakate über die großartige Tarifreform das einzige ist, was ihr zu bieten habt, dann wirds so ein Erstarken nicht geben können. Eure Zielgruppe wird konstant bleiben. Ich hör nix von euch zu Themen wie dem MetallerInnen-Streik, zum Haus Döbling hast du auch nix geantwortet, …
wir kommen da nicht auf einen grünen zweig. ja, es ist was teurer geworden. im raum stand eine generelle 13 % erhöhung mit jänner 2011. wir sind weit weg von 1-10-100. aber das hatten wir schon.
dass wir uns nicht für eine umverteilung des kuchens in österreich einsetzen oder die situation für studierende verbessern wollen kann man uns wirklich nicht vorwerfen.