Beiträge mit dem Tag: SPÖ

Volksverarsche, nicht Volksbefragung.

Verfasst von Armin Soyka am Dienstag, 2 Februar, 2010

Zwischen 11. und 13. Februar dürfen alle WienerInnen mit ö Reisepass 5 Kreuzchen machen.  Mit Demokratie hat dies alles jedoch nichts zu tun. Die Fragen sind suggestiv und unklar.  »Sind Sie dafür, daß ihnen etwas abgeschnitten wird?« Ja was denn, Haare oder der Fuß? In den letzten Monaten wurde viel  geschrieben über eine »Volksbefragung« die eine Volksverarsche ist, hier eine Samm- lung. Weiterlesen »

Mercer-Studie zur Lebensqualitat 2009

Verfasst von Armin Soyka am Sonntag, 2 August, 2009

Ich habe mich in den letzten zwei Tagen mit der Mercer-Studie zur Lebensqualität 2009 auseinandergesetzt und bin leider nicht sehr weit gekommen. Wien hat sich zwar um 0,6 Prozentpunkte verbessert und sich damit vor den Spitzenreiter der letzten sieben Jahre, Zürich, auf den ersten Platz geschummelt, im internationalen Vergleich landen wir bei der Infrastruktur aber nur auf dem enttäuschenden 18. Platz.  Bernhard Odehnal, Mitteleuropa-Korrespondent des Schweizer Tages-Anzeigers, hat im Falter-Leserbrief “Ist das gescheite Verkehrspolitik” (Nr. 30/09) darauf hingewiesen und Rudolf Schicker, Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr, aufgefordert sich die Gründe bewusst zu machen und die Probleme gerade bei der Fahrradpolitik anzupacken. Auf der anderen Seite meint Renate Brauner, Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Finanzen im Standard: “Die Studie sei stark von der Meinung von Managern geprägt, und diese könnten sich darüber beschweren, dass es zu wenig internationale Flüge von und nach Wien gebe – was freilich außerhalb des Einflussbereiches der Stadt liege.”

Ich konnte leider in den zahlreichen sehr interessanten Zeitungsartikeln nicht nachprüfen, was hier tatsächlich stimmt bzw. wie die Einstufungen vorgenommen wurden. Auch auf den diversen Mercerseiten wurde ich nicht fündig. Deswegen habe ich jetzt ein Mail an diverse Mercerabteilungen geschickt, in dem ich – mehr oder weniger – um ein Gratisexemplar bitte, um genau diese Unklarheit zu klären:  Wo hinkt Wien der internationalen Spitze nach, was für Chancen hätten wir, Defizite zu sehen und ihnen Taten folgen zu lassen. Das Mail hängt an, mal schauen ob was zurück kommt. Interessant ist die Publikation sicher, viel lernen könnten wir – und vor allem Wiens Politiker, garantiert. Bleibt die Frage, wer sich wirklich damit auseinandersetzt und lernen will. Ich freu mich auf Kommentare.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit Freude habe ich Ihre diesjährige Mercer-Studie zur Lebensqualität aufgenommen und mich zuerst in den Medien (vor allem ORF, Standard und Züricher Tagesanzeiger) und dann auch auf Ihrer Website (hier, hier und hier) informiert. Als Wiener freue ich mich natürlich besonders darüber in der Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität zu leben. Das nehme ich auch (im Vergleich zu den Städten in denen ich bisher gelebt bzw. die ich besucht habe) so wahr. Als sehr politikinteressierter junger Mensch, würde es mich aber ausgesprochen interessieren zu verstehen, warum Wien zwar “over-all” Nummer eins, gerade aber bei der Infrastruktur lediglich den 18. Platz erobern konnte. Mag. Renate Brauner (Vizebürgermeisterin, Stadträtin für Finanzen) meint dazu im Standard: “Die Studie sei stark von der Meinung von Managern geprägt, und diese könnten sich darüber beschweren, dass es zu wenig internationale Flüge von und nach Wien gebe – was freilich außerhalb des Einflussbereiches der Stadt liege.” Stimmt das? Nach welchen Kriterien werden wieviele Punkte vergeben? Wie setzen sich diese Auswertungen genau zusammen?  Ich würde das alles gerne nachlesen. Ihre Publikation scheint mir (dem “Sampel Report“  zufolge) hoch interessant und lesenswert. Als Schüler kann ich den Report für 390 Dollar aber unmöglich kaufen. Wollen Sie auch jungen interessierten Menschen wie mir, ohne dicke Brieftasche oder eigenes Unternehmen, ihre (wertvolle) Arbeit zugänglich machen? Ich denke es wäre eine Möglichkeit für Sie Öffentlichkeitsarbeit mal anders zu gestalten. Ich bin ein Replikator, trage meine Ideen, Meinungen und Vorstellungen in meinen Freundeskreis und meinen Blog (http://arminsoyka.at/) weiter und stehe erst am Anfang meines Lebens. “Mundpropaganda” ist wertvoll! Ich würde mich freuen, wenn Sie einen Lösungsvorschlag für mich hätten, ich bin sehr interessiert an dieser Arbeit.

Mit besten Grüßen,
freut sich auf Ihre Antwort,
Armin Soyka

Nebenbei bemerkt möchte ich hier auch die Aussage, dass Wiener Politik keinen Einfluss auf die Flugfrequenzen hätten, stark anzweifeln. Es mag sein, dass der Skylink mit Bundesgeldern gebaut und Schwechat außerhalb Wiens liegt, aber die überwiegende Mehrzahl der Passagiere die zum und vom “Vienna International Airport” fliegen verbringen Zeit in Wien. Steigt die Nachfrage nach Flügen nach/von Wien, weil Wien viele/viel mehr Menschen anzieht, steigt auch das Angebot, das ist bei dem mehr oder weniger freien Markt so. Nicht Opfer sondern Aufgabe!

Hier die Zeitungsartikel, die ich über die Mercer-Studie gefunden, gelesen und genossen habe:  http://wieninternational.at/, http://wien.orf.at/, “Warum Wien Zürich überholte” im Züricher Tages-Anzeiger und der oben schon verlinkte Standardartikel.

Hier die Informationen die Mercer auf ihren diversen Seiten veröffentlicht hat: hier auf Englisch ein umfassender Überblick, hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse in einem acht-minütigen Video in englischer Sprache,  hier die deutsche Presseaussendung von Mercer Schweiz.

“Für mehr Sicherheit im Bezirk: Jetzt unterschreiben!”

Verfasst von Administrator am Samstag, 27 Juni, 2009

Dass der Wahlkampf schon bald naht (Wien wählt vorraussichtlich im Oktober 2010) zeigte mir die SPÖ heute. Ich und alle anderen, die heute das Gersthofer Platzl (1180) frequentierten wurden dazu angehalten, im Namen der SPÖ unsere allseits geliebte Innenministerin Infekt Fekter aufzufordern die Wiener Polizei um 1000 Polizistinnen und Polizisten aufzustocken und so zu erreichen, was erreicht werden muss: “Es sind eindeutig zu wenige Polizistinnen und Polizisten in den Bezirken unterwegs [...] Wien muss weiterhin eine der sichersten Millionenstädte der Welt bleiben.” Denn – so schreibt die Sozialdemokratische Fraktion – “die Lebensqualität in unserem Bezirk darf nicht weiter beeinträchtigt werden.” Schließlich ist “Sicherheit ein menschliches Grundbedürfnis und trägt in besonderem Maße zur Lebensqualität in unserem Bezirk bei.”

Liebe SPÖ, liebe ÖVP, liebe F-Partei und all ihr anderen, die ihr denk Sicherheit habe etwas mit Kontrolle zu tun,
Kriminalität ist nicht eine Folge von zu wenig Überwachungsstaat (Onlineüberwachung, Polizeipräsenz, Angstmache, Hetze,…). Kriminalität entsteht, wo Jugendliche gelangweilt sind, wo Arbeitslose perspektivenlos, wo Außenseiter ausgegrenzt, wo Minderheiten unterdrückt, usw usw. Sicherheit kann es nur geben wo soziale Gerechtigkeit vorhanden ist, sodass jedes Mitglied unserer (reichen) Gesellschaft zumindest soviel hat nicht des anderen Eigentum zu begehren; Sicherheit kann es nur geben wo jedem Menschen eine liebende und liebevolle Erziehung und in weiterer Folge eine solide (Aus)Bildung zu gute kommt, sodass er nicht nur weiß was richtig und was falsch ist, sondern auch danach zu handeln sucht; Sicherheit kann es nur geben wo Diversität (also Vielfalt und Verschiedenheit) höher geschätzt wird als Ausgrenzung, wo Wertschätzung vor der Verachtung steht und wo Menschen- und Bürgerreichte geachtet werden.

Liebe SPÖ,
besinnt euch auf eure WerteSozialdemokratie ist [...] eine internationale politische Bewegung [...] die sich [...] für eine freiheitliche und sozial gerechte Gesellschaft einsetzt.”
Sprecht der Security-Demokratie à la Maria Infekt Fekter, dem Spekulationskapitalismus, den ihr die letzten Jahrzehnte mitgetragen habt und der Unaufgeklärtheit in Form von der Kronenzeitung (sie ist sowieso ein sinkendes Schiff!) ab und richtet euren Kurs neu aus.
Wir befinden uns nicht in einer Wirtschaftskrise, es ist eine riesige Wertekriese, die weit, sehr weitreichende Folgen hat. Erkennt das! Lasst eure (guten) Werte wieder aufblühen und ihr werdet Erfolg haben! Ich bin absolut sicher. Das einzige was sicher nicht zieht ist “more of the same” – davon hatten wir genug, und wir alle haben klar gesehen, wohin uns das führt: Einzelwohl vor Gemeinwohl – und davon profitiert niemand, nichteinmal der Einzelne (denn er muss plötzlich Angst haben auf offener Straße verprügelt oder mehr zu werden.
Ob wir mehr Polizisten brauchen weiß ich nicht, aber was ich weiß ist: Wir brauchen Bildung, wir brauchen Werte, wir brauchen soziale Gerechtigkeit, wir brauchen Solidartät mir all jenen, die unterdrückt sind. Obama hat uns in Kairo gesagt: “It’s easy to point fingures” – auf eine Innenministerin Fekter, die eh schon nicht mehr weiß wie sie noch mehr Schaden anrichten kann. Viel Sinnvoller wäre es doch einfach mal Taten folgen zu lassen und im Bildungsministerium (ja, das ist in “roter Hand”) dazu zu bewegen, endlich dem Wahlvolk zuzuhören und dementsprechend zu handeln! Es gäbe so viele gute Vorschläge, Ideen und Ansätze, die nicht gehört werden – aus Ignoranz? Desinteresse? Faulheit?
Wir wollen mitbestimmen, wir wollen gehört werden, wir wollen ernstgenommen werden – ihr solltet soziale Demokraten sein, nicht asoziale antipartizipatorische Aristrokraten!
Ich freue mich auf eine SPÖ die wieder wählbar ist, weil sie sich auf ihre Werte besonnen hat! Wenn ihr dabei meine Hilfe wollt, hier ist meine Hand!

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