Beiträge mit dem Tag: Motivation

Verantwortung: Guten Morgen liebe Sorgen

Verfasst von Armin Soyka am Sonntag, 8 November, 2009

Immer dieses Geschwafle vom bösen Kapitalismus, der Menschen angeblich dazu bringt einander auszubeuten anstatt einander zu umarmen. Immer dieses Gerede von diesen egoistischen Managern, deren Interesse nicht das Gemeinwohl sondern möglichst niedrige Lohnkosten sind. Immer diese Hetzerei, gegen die Wirtschaftsform, die uns unseren Wohlstand sichert.  Hirnlose Linke, die zu blöd sind, zu verstehen, dass der Mensch ein Egoist ist, dass es dem Mensch, ja den Menschen am besten geht, wenn sie sich miteinander vergleichen, einander übertreffen. Hirnlose Linke, die ebenso hirnloses Systembashing betreiben.

Leider nein.

Wie schön wäre es, wenn das stimmte. Wenn es in Wirklichkeit allen gut ginge, der Mensch tatsächlich nach Material und Vergleich strebte und sich wahrhaftig daran ergötzte dem Nächsten auch das letzte Hemd zu nehmen. Und wenn es nur ein paar Geisteskranke gebe, die gemeinhin als “Linke” bezeichnet würden (ich mag diese Einteilung nicht, darüber werde ich bald bloggen), die die Realität verkennten und als einziges Interesse die Störung des Friedens wären. Wie schön wäre es. Ja, in der Tat. Schön wär’s. Das ist auch der Grund, warum so viele Menschen dieser Wunschvorstellung erliegen. In links und rechts unterteilen und behaupten die Welt sei wunderbar.

Aufwachen.

Schade. Aufwachen muss nicht unangenehm sein. Es kann auch eine Herausforderung sein. Es kann Vision werden. Es kann Hoffnung geben und Erfüllung. Wach auf, wenn du in einer Traumwelt lebst. Mach dir bewusst, was schief läuft und nimm die Aufgabe an. Stelle dich. Trage Verantwortung. Und genieße deine gestalterische Kraft. Es macht überraschend viel Spaß!

Wecker. ring. ring.

Und für die, die weiterhin nicht aufwachen wollen, ein kleiner Weckruf am Beispiel des ach so erfolgreichen Weltkonzerns Nestlé

Nestlé ist der größte Nahrungsmittelproduzent der Welt und Europas achtgrößtes Unternehmen.
Im Jahr 2003 hat Nestlé über 6 Milliarden Schweizer Franken (2005 einen Reingewinn von knapp 8 Milliarden Franken.) Gewinn gemacht. Nun plant Nestlé aber, bis zum Jahr 2006 Sparmaßnahmen in Höhe von 6 Milliarden Schweizer Franken, die sich insbesondere im Abbau von Hunderten von Arbeitsplätzen äußern werden, davon nahezu 1500 in Frankreich.
Man kann an der Schließung der Fabrik von Saint-Menet und den Rationalisierungsmaßnahmen in den verschiedenen im Besitz von Nestlé befindlichen Wasserquellen die ersten Auswirkungen dieses Plans beobachten. Beispiele aus Russland, Korea und Kolumbien zeigen, wie Nestlé systematisch Politik gegen die Gewerkschaften und die Rechte der ArbeitnehmerInnen betreibt.

Doch was ist die Praxis in den Ländern des Südens? Was läuft in und um die Werke auf den Philippinen? Seit fast vier Jahren sind über 600 ArbeiterInnen des größten Nestléwerks auf den Philippinen im Streik, weil Nestlé nicht gewillt war, den Altersvorsorgeplan in die Tarifverhandlungen aufzunehmen. Nestlé hat mit harter Repression auf den Streik reagiert und weigert sich, mit den streikenden ArbeiterInnen zu verhandeln. Am 22. September 2005 wurde der Präsident der Nestlé-Gewerkschaft brutal ermordet. Die ArbeiterInnen machen die Nestlé-Direktion, die Nationale Polizei und Präsidentin Macapagal-Arroyo für den Mord verantworlich.

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern hat in der Stadt São Lourenço (Brasilien) im großen Stil Wasser abgepumpt und damit Schäden an der Umwelt verursacht Tatsächlich kauft der Schweizer Multi seit Jahren überall auf der Welt Wasserquellen auf (SPÖ Wahlslogan: die ÖVP verkauft unser Wasser! – vsstö wofür steht ihr?), um sie auszubeuten.
Längst geht es nicht mehr nur um das klassische Mineralwassergeschäft. Nestlé hat sich auch dem Verkauf von gewöhnlichem Trinkwasser verschrieben – für Gegenden dieser Welt, wo das Leitungswasser schwer nach Chlor riecht oder gänzlich fehlt. Im brasilianischen São Lourenço hat Nestlé 1992 mit dem Kauf der Firma Perrier auch einen ganzen Park erworben, in dem es verschiedene Heil- und Mineralquellen gibt. Dort wurde schon seit längerer Zeit Mineralwasser produziert. 1998 ließ Nestlé jedoch eine neue Fabrik auf dem Gelände erstellen, um fortan im großen Stil die Quelle Primavera auszubeuten. Seit 1999 ließ die Firma dieses sehr eisenhaltige Wasser illegalerweise entmineralisieren und fügte ihm anschließend einige Mineralien wieder zu.
Verkauft wurde das Wasser unter dem Etikett «Pure Life». Nestlé, der weltweit größte Anbieter von Säuglingsnahrung, behindert und verdrängt massiv die natürlichste Ernährungsform für Kleinkinder – das Stillen – durch aggressive und subtile Vermarktungspraktiken für seine Flaschennahrung. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF sprechen von jährlich mehr als 1,5 Millionen Säuglingen, die sterben, weil sie nicht gestillt werden.

Der Monitoring-Bericht der IBFAN-Gruppe Zhan Sabi aus Kasachstan, der mit der Unterstützung von UNICEF, dem Gesundheitsministerium und der Gesellschaft für Ernährung in Kasachstan verfasst wurde, zeigt dass Schwangere von Hipp Werbematerial erhalten, das Kindertees ab der 1. Woche anpreist.
Diese Werbemaßnahmen erhöhen das Risiko für Infektionen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen. Gesundheitsaktivisten fordern die deutsche Bundesregierung auf, gegen Hipp und seinen Vorstand, Klaus Hipp, vorzugehen, denn dieser Mann ist für die Verletzungen der Menschenrechte durch diese Firma verantwortlich.
In Lettland erhalten Mütter auf Wochenstationen Gratisproben Instanttees ab der 1. Woche. Änliche Vorgänge sind in anderen Ländern festgestellt worden. Hipp verteilt ‘Informationen’ an Mütter in Krankenhäusern, Geschäften und mit der Post. Artikel 5.1 des Internationalen Kodex verbietet Werbung für folgende Produkte:

  • Säuglingsanfangsnahrung
  • Folgemilch und Beikost vor vollendetem 6. Lebensmonat

Hipp verletzt Menschenrechte:

Wer Behauptungen über Babynahrung aufstellt, die absichtlich das Vertrauen von Frauen in ihre Stillfähigkeit unterminieren, den muss man nicht als cleveren Unternehmer ansehen, der nur seine Arbeit tut, sondern als Menschenrechtsverletzter der übelsten Sorte.” (Stephen Lewis,Deputy Executive Director, UNICEF, April 1999)

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Quellen:
WOZ – Wirtschaft – Nestlé klaut Wasser: Im Streit mit UmweltaktivistInnen in Brasilien hat der Weltkonzern klein beigeben müssen.
ATTAC – Schweiz | Fragen an Nestlé
Greenpeace
Aktionsgruppe Babynahrung e.V.

Gefunden habe ich diesen Artikle auf der Seite der GRAS.

Wochenende.

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 19 Oktober, 2009

Dieses Wochenende war hochproduktiv. Vom einen zum anderen und zwischendrin auch vieles erledigt. Hier eine “kurze” Zusammenfassung der Highlights: Die Tante, Herr Lehrer, Consulting Agent, Psychotante, ichkandidiere, arminsoyka, #grünerkonvent, Schülerin und Maslow.

Die Tante. Aus Kindergarten Zeiten werden sich die meisten noch erinnern. Da gab’s immer diese netten Tanten. Die waren total lieb, außer wenn sie was verboten haben. Am Freitag hatte ich die Chance mit so einer “Tante” zu reden. Mittlerweile gibt es übrigens keine Tanten mehr. Die heißen jetzt KleinkindpädagogInnen. Und ab und zu gibt es sogar männliche Exemplare, die heißen dann Kleinkindpädagogen. Die hatte so einiges zu berichten. Sie verdient in etwa 1200 Euro netto. Das ist nicht mehr als man beim Billa kassiert. Genaugenommen weniger. Die Anstrengung wird wohl in etwa gleich sein. Beim Billa arbeitet man erfahrungsgemäß wohl eher etwas über 40 Stunden, dafür hat man keinen durchschnittlichen Lärmpegel von 60 dB. Schaut man sich aber die Verantwortung an, die so eine Kleinkindpädagogin trägt, ist die Entlohnung eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Die ersten drei Jahre sind die prägendsten für ein Kind und legen den Grundstein für seine weitere Entwicklung. Die folgenden drei sind in etwa nochmal so wichtig. Die meisten Kinder gehen im Alter von 3 – 6, einige schon früher, in den Kindergarten. Hier kann man sehr vieles falsch machen, aber auch vieles richtig. Für das Geld von 1200 Euro monatlich wird man (trotz jeder Begeisterung für Kinder und Erziehung) nur wenige junge Menschen für diesen anstrengenden Beruf begeistern. Dazu kommt die unzureichende Ausbildung. Ja, in der Kindergartenschule hat man Didaktik. Und auch Pädagogik. Man macht Praktika und überhaupt viel mehr als Volksschullehrer oder gar Gymnasiallehrer. Auf die Frage, ob man auf 13 Kinder vorbereitet ist, wenn man aus der Schule kommt, gibt es eine klare Antwort: Nein. Neben der schlechten, ja lächerlichen Entlohnung sind auch die Arbeitsbedingungen einfach schlecht. Zu viele Kinder auf zu wenige PädagogInnen und schlechte Ausbildung motiviert nur wenige sich diese Hacken anzutun. Ein Beispiel kann ich auch noch bringen: Die Interviewte hatte zu zweit mit einer Praktikantin 23 Kinder zu betreuen – davon 2 ohne jegliche Deutschkenntnisse (einmal Russisch, einmal Türkisch) und drei Kinder mit Wahrnehmungsstörungen (können nicht alleine Essen, spielen drei Spiele gleichzeitig…). Zur Ausbildung ließe sich noch so einiges sagen. Aber ich belasse es bei diesem Input: “In Schweden beispielsweise sehen sich Erzieher als Lehrer. Das Personal hat Abitur, die meisten auch ein Lehramtsstudium mit dem Schwerpunkt Kindergarten/Vorschule.” “Für Kindergärten in Finnland gilt beispielsweise folgendes: Die leitenden ErzieherInnen haben Abitur und ein Hochschulstudium.” “Kindergartenpädagogik in Ungarn ist seit Jahrzehnten ein Hochschulstudium.” Wir haben in Österreich flächendeckende 15 Pädagogische Hochschulen – warum lassen wir unsere KleinkindpädagogInnen nicht dort ausbilden (nachdem wir sichergestellt haben, dass die Lehrinhalte passen), zusammen mit Volks-, Haupt- und SonderschullehrerInnen? Sind uns unsere Kinder und unsere Zukunft das nicht wert?

Herr Lehrer. Die heißen auch immer noch so. Und auch so einen habe ich am Freitagabend getroffen und ausgefragt. Er geht auf die Kirchliche Pädagogische Hochschule der Diözese St. Pölten in Krems und lässt sich dort zum Volksschullehrer ausbilden. Impuls, den er hatte: Von etwa (wenn ich mich recht erinnere) 200 Studierenden sind in etwa 4 – 10 männlich. Scheint als ob wir es noch immer nicht schaffen für mehr (50 Prozent?) attraktive Angebote zu machen.  Auf die Frage, warum Männer anscheinend nicht zu begeistern sind, antwortete er: “Männern geht es mehr ums Geld. Die wollen die Karriereleiter hinaufsteigen und Ruhm und Ehre.” Was steht dahinter? Unsere gesellschaftlichen Werte! Was vermitteln wir? Was ist uns wichtig? Und wem geben wir Anerkennung? Den karriere-, macht- und geldgeilen Papas, die nie zuhause sind? (Und was wollen die Söhne dann werden?) Oder wollen wir Sozialberufe anerkennend loben und den Dienst am, für und mit dem Menschen in das Zentrum stellen. Das sind Fragen, die die Politik zu klären hat. Tut sie aber nicht! Eins ist klar: Auch Jungen im Volksschulalter brauchen (männliche) Vorbilder. Die Frage ist, welche geben wir ihnen?

Consulting Agent. Die Krise ist vorbei (bevor sie richtig begonnen hat). Optimistische Stimmen regen sich. Spannende Gegenstimmen (eigentlich Singular) durfte ich den Aussagen eines Firmenberaters, mit dem ich am selben Abend sprechen durfte, entnehmen. Er macht regelmäßig 300.000 Euro Projekte und fliegt durch ganz Europa. Als Gegenleistung spricht er mit Firmenvorständen und schwört sie auf harte Zeiten ein. “Vergesst was die so genannten Experten sagen, vergesst was die Politik sagt. Was passiert, wenn ihr nächstes Jahr 30 Prozent Umsatzeinbußen habt?” Die Frage hat er in den letzten Monaten mehrfach gestellt. Und herunterfallende Kiefer und schiefgelegte Köpfe gesehen. Damit rechnet keiner. Die Krise ist – seiner Meinung nach – aber noch lange nicht vorbei. Sie hat noch nicht mal richtig begonnen. Da ist Sparen angesagt (!?!) (nachdem die Milliarden für Bankenrettungssysteme aufgewendet wurden).

Psychotante. Auch mit einer solchen durfte ich mich unterhalten. Mit ihr habe ich über Maslows Bedürfnispyramide gesprochen. Interessiert hat mich das, weil ich diese Woche wieder mit der Argumentation zu kämpfen hatte, dass es einfach Menschen gäbe, die einfach faul seien und keine Lust hätten zu arbeiten / etwas zu tun / etwas anderes zu tun als vor dem Fernseher herum zu gammeln.  Herr Malsows Theorie, habe ich weiter unten ausgeführt, außerdem ist die Ausführung von glücksarchiv.de sehr verständlich, auch Wikipedia ist gewohnt interessant. Die Frage, die ich in meinem Gespräch klären durfte: Gilt die Theorie immer noch?  Die Antwort fiel sehr eindeutig aus. Ja, sie ist nach wie vor eine der grundlegendsten Theorien in der Psychologie. Sie wurde in den letzten Jahren von verschiedenen Richtungen (Wirtschaftspsychologie, Entwicklunspsychologie) aufgefasst und erweitert (genauere Unterteilungen usw.), nicht aber grundlegend verändert. Warum es Menschen gibt, die trotzdem “nichts aus sich machen”? Zwei mögliche Antworten: 1.) Erlernte Hilflosigkeit (bitte lesen, hoch spannend und einfach erklärt!), 2.) Sie machen eh etwas aus sich, nur nicht in meiner/deiner Wertungsskala. Ersteres ist eine Aufforderung an Politik wie Gesellschaft Rahmenbedingungen (in Schule, Beruf wie Freizeit) zu schaffen, die das Erlernen von Hilflosigkeit erschweren. Hier gibt es sehr viel zu tun. Schule zum Beispiel lehrt vieles Wichtige nicht, dafür Hilf- und Machtlosigkeit. Generell hat unsere Gesellschaft hier viel zu tun. Stichwort Depressionen.

ichkandidiere. Der Samstag brachte viele Stunden vor dem Computer mit sich. Ich habe endlich meine Kandidaturseite auf ichkandidiere.at fertiggestellt. Ich freue mich dort auf Fragen! (ganz leicht via facebook, openid oder gruene.at)

arminsoyka.at – Auch meine Webseite ist endlich fertig. Überschlagsmäßig sind 150 Stunden mindestens hineingeflossen. Das Ergebnis kann sich meiner Einschätzung nach sehen lassen. Diese Erkenntnis deckt sich mit erstem Feedback. Hiermit also eine weitere Aufforderung, zu kommentieren und kritisieren. Der Feedbackbutton funktioniert! Über beides habe ich auch schon gebloggt.

#gruenerkonvent. Am Sonntag war ich beim Grünen Konvent. Ich habe von dort 13 Livetweets abgesetzt und werde auch noch weiter darüber bloggen. Mein Eindruck war sehr sehr positiv. Auch wenn die Diskussionsrunden mit 20 Minuten leider zu kurz waren, waren viele interessante Leute da. Themen gab es genug. Hervorzuheben ist meiner Meinung nach die Wärme und Offenheit, die alle ausgestrahlt haben, mit denen ich zu tun hatte. Nichts von der über #gruenevw oft kommunizierten Kälte, Ablehnung oder Vorurteilen.

Schülerin. Ein hochspannendes Gespräch durfte ich gestern Abend mit einer Freundin führen. “Sag mal Armin, du bist doch gerade dabei in die Politik zu gehen. Hast du nicht Lust mir das zu erklären?” “Ja, was denn?” – “Na alles!”. So begann das Gespräch, das extrem interessant und eine gute Wiederholung meines Wissen über unsere Staatsfunktionen war. Wir haben uns von der Verfassung als Urregelwerk zu den fünf Staatsprinzipien (Demokratie, Republik, Bundesstattlichkeit, Gewaltentrennung und das letzt vergesse ich immer), zu den drei Ästen der Verwaltung (Exekutive, Legislative, Judikative), zu den Kontrollinstanzen und -möglichkeiten gearbeitet. Haben über Kompetenzverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden gesprochen und haben Probleme, wie das Verschwimmen der Grenzen zwischen Exekutive und Legislative (Klubzwang, EU) angerissen. Weiter sind wir nicht gekommen. Wahlrecht (aktives, passives, mehrheits, relatives,…), EU, Menschenrechte, Erlässe und vieles, vieles mehr haben wir nicht angerissen. Dazu fehlte die Zeit. Aber das war auch gar nicht, obwohl sehr spannend, das Wichtige. Wichtig war es einmal mehr zu sehen:

  1. Es gibt ein Problem: Viele junge (und auch ältere) Menschen wissen nicht, wie unser politisches System funktioniert.
  2. Anstatt, wie sie, nachzufragen, behaupten viele, es würde sie nicht interessieren.

Diese zwei Probleme müssen wir, wenn uns unsere Demokratie etwas wert ist, lösen. Und hier geht es in keinster Weise um Schuldzuweisungen! Es gibt ein Problem. Das Problem muss gelöst werden. Schnell! Junge Menschen müssen für Politik begeistert werden. Nicht (nur) weil die Demokratie auf der Partizipation aufbaut und wer sagt “Politik interessiert mich nicht”, damit unser System kaputt macht. Sondern weil es spannend ist! Weil es wichtig ist! Weil es lehrreich ist!  Also ein Lockruf an all jene, die meinen, sie seien nicht in der Lage etwas zu bewegen: das stimmt nicht. Veränderung passiert in dem Moment, in dem man etwas tut! “Because change happens if you live your visions dreams & desires!” Ein Aufruf an all jene, die meinen, das System sei zu komplex: Trau dich fragen. Informier dich. Halt dich am Laufenden. Nerv deine Lehrer. Deine Freunde. Deine Bekannten. Es gibt zahlreiche Quellen, sich ein Bild zu machen! Ein Zuruf denen, die das System heute machen: Wir brauchen mehr Politische Bildung in der Schule. Wir brauchen projektorientiertes Arbeiten. Wir brauchen Lehrer, die sich mit den Themen auskennen! Ein Aufruf an all jene, die das politische Bild prägen, an die PolitikerInnen und Partein: Geht auf Menschen zu. Bindet sie ein. Seid offen. Fordert Unterstützung ein. Diskutiert. Argumentiert. Und hört auf, Volksverarsche zu betreiben. Lasst eure politischen Spielchen sein. Macht partizipative, zukunftsorientierte Politik – egal welche Farbe! Und ein Ruf den Eltern entgegen: Bringt euren Kindern Fragen bei. Ja, das ist anstrengend. Aber wie, wie sollen sie es lernen, wenn sie es nicht früh üben?

Maslow. Herr Maslow hat 1962, vor über 45 Jahren, eine Theorie aufgestellt. Er meinte, dass Menschen verschiedene Schichten von Bedürfnissen hätten. Die unterste und elementarste Stufe sind die Körperlichen Bedürfnisse wie Durst, Hunger, Sexualität, Schlaf, Bedürfnis nach Bewegung / Anregung / Erregung / Ruhe, Schutz vor Witterung. Maslow meinte, dass wenn jeweils eine Stufe der Bedürfnisse befriedigt sei, wende sich der Mensch der Nächsten zu. Die zweite Stufe sah Maslow in den Sicherheitsbedürfnissen. Menschen wollen Dinge wie Stabilität, Zuverlässigkeit, Regeln, Ordnung, Gesetze und Grenzen, Freiheit von Angst / Bedrohung / Chaos, Schutz der Existenz, des Arbeitsplatzes und Eigentums, Altersvorsorge, Gesundheit. Ist auch das sichergestellt legt ein gesunder Mensch sich Maslow zufolge aber nicht vor den Fernseher. Er möchte mehr. Er versucht Soziale Bedürfnisse zu befriedigen. Er möchte Zuneigung, Kommunikation, Kontakt, sucht nach Akzeptanz der eigenen Person, will Liebe, Geborgenheit und “dazu gehören”. Er hat eine Abneigung gegen Einsamkeit / Ablehnung / Fehlen von Freunden und versucht solche Zustände zu beenden. Aber auch dann – so Maslow – lehnt sich das berechenbare Wesen Mensch nicht zurück. Es will mehr. Denn es hat ein Bedürfnis nach Achtung. Stärke, Erfolg, Tüchtigkeit, Macht und Wissen, Anerkennung, Prestige, Status, Aufmerksamkeit, Bedeutung, Respekt, Selbstbestätigung, „differenziert sein von anderen” ist das nächste Ziel, das er anstrebt. Hat man diese vier Grundstufen an Bedürfnissen befriedigt, könnte man meinen, der Mensch hat alles erreicht, was es so zu erreichen gibt. Man ist reich, stark, individuell und eigenständig. Hat Essen, Sex und ein Dach über dem Kopf. Ist abgesichert für die Zukunft und hat ein (starkes) soziales Netz. Aber Maslow sagte nein, da gibt es noch etwas anderes. Dieses “mehr” nennt sich Selbstverwirklichung: Volle Ausschöpfung und Entfaltung des im Menschen angelegten Potentials und das Ausleben der Einzigartigkeit. Weltverständnis, Spontanität, Natürlichkeit, Zielorientiertheit, Wunsch nach Alleinsein, Autonomie, Aufgeschlossenheit, Gemeinschaftsgefühl, Kreativität, Individualität, Selbstentfaltung, Selbstwertgefühl, Gestaltung des eigenen Lebens und der Umwelt, Ausschöpfung des eigenen Potentials. Für mich klingt dieses Modell soweit nachvollziehbar, logisch und richtig. Maslow bringt die verschiedenen Bedürfnisse in eine hierarchische Anordnung (die Maslowsche “Bedürfnispyramide”). Die höheren Bedürfnisse innerhalb der Hierarchie werden erst dann wichtig bzw. verhaltenswirksam, wenn die darunterliegenden Bedürfnisse befriedigt sind. Die physiologischen und Sicherheitsbedürfnisse (auf den untersten beiden Stufen der Bedürfnis-Hierarchie) haben Priorität und höchste Motivationskraft, solange sie unbefriedigt bleiben. Die Bedürfnisse einer höheren Ebene können nicht motivieren, solange Bedürfnisse der unteren Schichten nicht angemessen befriedigt sind. Soweit zu Maslows Theorie. (Ich habe mich bei der Auformulierung der Ausführung von glücksarchiv.de bedient, die überhaupt eine sehr empfehlenswerte Seite ist, auch Wikipedia hat nicht wesentlich mehr zu dem Thema zu bieten.)

Nick Vujicic: Ja, ich bin glücklich!

Verfasst von Armin Soyka am Mittwoch, 14 Oktober, 2009

“Ich heiße Nick Vujicic. Ich liebe es zu reisen, fischen, golfen und zu schwimmen. Ich liebe es zu leben. Ja, ICH bin glücklich

So beginnt eines der vielen Videos über Nick Vujicic, einem der wohl lebensfrohesten Menschen der Welt. Dann zoomt die Kamera weg. Nick hat keine Arme und keine Beine.

Auf seinem Weg von „Man with no limbs“ (Mann ohne Gliedmaßen) zu „Man with no limits“ (Mann ohne Grenzen) hatte auch er so einige Niederlagen zu überwinden – nicht zuletzt den Tod 3 seiner Familienangehörigen 2005.

Dennoch ist er überzeugt: „I wouldn’t change it“ Ohne seine Behinderung wäre es ihm nicht möglich vor Tausenden von Menschen zu reden und ihnen zu zeigen, dass selbst diese Hürde meisterbar ist.

Die Ärzte sagten, er würde niemals stehen können – geschweige denn gehen. Doch Nick machte sich nichts daraus, er beschloss sein Leben selbst zu leben und das Beste daraus zu machen. „You don’t have to believe others opinions!

Nick kann nicht nur vor großem Publikum reden und zigtausend Menschen Hoffnung geben, sondern auch ein eigenes Leben führen. Humorvoll erzählt er von seinem „Everyday life“ – schwimmen, golfen und neue Leute zu treffen stellen für ihn kein Hindernis dar. Nick kann surfen, er kann telefonieren und vor allem: Er kann etwas aus seinem Leben machen. “This is only the beginning, I mean, I’m only 23

Seinen Reden zuzuhören ist ein Erlebnis, das wohl kaum in Worten fassenbar gemacht werden  kann. Nick verurteilt sich nicht dafür in dem einen oder anderen Augenblick an sich gezweifelt zu haben, sein Leben verflucht oder sich gewünscht zu haben jemand anderes zu sein. Er bejammert nicht sein eigenes Leben, verurteilt nicht, wer ihn einst verspottete. Er versucht zu erklären, dass man etwas aus sich machen kann, dass jedes Leben lebenswert ist. Das einzige das einen behindert ist die eigene Vorstellungskraft.Don’t ask yourself and see what you don’t have- see what you do have! “ Nick versucht klarzumachen, dass man sich nicht an den Sachen festlegen soll, die einem fehlen – sieh dein Potential und mach etwas daraus ist seine wichtigste Botschaft.

Weiterführende Links: Nicks Webseite “Life without limbs”, Wikipediaeintrag auf Englisch, einige Youtubeplaylists

Der Artikel wurde von Kathi geschrieben, der ich ganz herzlich danken möchte!

Schüler über Schule

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 17 September, 2009

schulelivetwittern

Heute in der Früh hatte ich eine Idee. Ich könnte doch eigentlich versuchen, die Stimmung, die ich in der Schule so mitbekomme, live zu twittern. Einfach so Aussagen von Schülerinnen und Schülern über Schule. Kommentare über den Unterricht, die Lehrer, das Essen. Was mir auffällt. Vermutlich werde ich nicht absolut neutral sein und Positives eher überhören als Negatives. Mein Gefühl ist aber, dass es kaum Schüler gibt, denen Schule wirklich Spaß macht. Das habe ich auf Facebook als Statusnachricht gepostet, woraufhin ich einen spannenden Kommentar bekam:

Leben ist nicht immer Lust, Freude und Spaß.
Lange-Weile (sprich: langer Atem), ehrliche Erkenntnisse, ernsthafte Auseinandersetzung (oder besser: ZUSAMMENkunft),… gehören auch dazu. Und die sind nicht immer lustig, freudvoll, spaßbesetzt!
Manche Erkenntnisse erscheinen uns durchaus auch mal wie Scheiße – wie ehrlich! Oder wehrst du dich gegen eine der wichtigsten Verrichtungen der Menschheit?
Mag es dir gelingen, einfach nur zuzuhören, wenn jemand gerade seine (Erkenntnis von) Scheiße rauslässt? Sie empfinden’s vermutlich wirklich so. Vielleicht brauchen sie einfach mal nur ein Ventil (nona). Sonst verrecken sie an elenden ‘Bauchkrämpfen’.
Die Scheiße, der Müll von heute ist der Dünger für morgen – denke mal an die Landwirtschaft, oder an den Kompostkübel. Man muss sie nur entsprechend einsetzen. Scheiße ist nicht schlecht – sie ist ein Produkt unseres Daseins. Sie muss genützt werden. Nicht verstecken-rauslassen und sinnvoll nützen! HAVE A GOOD TIME!

Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich die Scheiße, die da abgelassen wird, sinnvoll nutzen kann und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Idee, sie ordentlich zu verteilen (via Twitter) und den Produzenten um produktivere Düngemittel zu bitten gut ist. Sprich nachfragen. Was ist denn genau das Problem und wie kann man es lösen? Wohin soll es gehen?

Der erste Tag war auf jedenfall sehr erfolgreich, wie ich meine. 10 Tweets, viel Frust, leider wenig Positives, ein (?) Ventil.

  • Tweet 1: ‘Noch 2 Tage, dann ist Freitag!’ #schule
  • Tweet 2: ‘Seufz… Heute bin ich aufgewacht und hab gedacht es ist Freitag…’ #schule
  • Tweet 3: Ich: ‘und freust du dich auf die Schule?’ 1-Klässlerin: ‘Nein!’ #schule
  • Tweet 4: Mein Bruder hat gestern eine SMS-Umfrage gemacht und gefragt wer sich auf die Schule morgen freut. 75% sagen nein! #schule
  • Tweet 5: ‘argh… Ich hasse Mathe einfach… Wirklich!’
  • Tweet 6: Ein Freund hat es gestern treffend ausgedrückt: ‘In der Schule kannst du am bequemsten leben, wenn du einfach nicht auffällst!’ #schule
  • Tweet 7: ‘Du weist es eh, warum sagst du’s nicht?’ ‘Ich weiß nicht. Wenn ich’s nicht genau weiß, dann sag ich lieber nicht’s! Außerdem sag ich ihr lieber gleich am Anfang nichts, dann fragt sie mich auch nicht mehr!’
  • Tweet 8: ‘Langweilig?’ ‘Ich weiß nicht… Warum wiederholen alle Lehrer alles 10 mal!’ #schule

Ab morgen werde ich übrigens nicht mehr unter dem Hashtag #schule twittern, sondern mit #myschule taggen, da gibts nämlich weniger Posts!

Ich freu mich über Rückmeldungen zu der Idee!

Mein Geburtstagswunsch an dich!

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 17 September, 2009

Morgen habe ich Geburtstag. Vor mittlerweils (fast) genau 19 Jahren wurde ich geboren. Eine lange Zeit. Fast 7000 Tage, oder über 10 Millionen Minuten. Tick tack tick tack – die Zeit vergeht. Sie schreitet voran und lässt sich nicht aufhalten. Niemals.

Die Frage ist, was wir mit unserer Zeit tun. Was bewegen wir in unserer Lebenszeit und wozu entscheiden wir uns. Was sind unsere Motivationen, was unsere Wünsche, unsere Visionen. Irgendwann werde ich es schaffen, hier genauer darüber zu schreiben, was mir am Herzen liegt, denn es ist mir wichtig, meine Ansichten zu diskutieren und zur Diskussion zu stellen. Bis dahin wird aber wohl noch ein wenig Zeit vergehen.

Jetzt aber möchte ich eines tun. Ich möchte euch etwas bitten. Dich etwas bitten. Ich weiß, die meisten von euch, die hier mitlesen (wieviele seid “ihr” überhaupt – es ist schon komisch, so in die Dunkelheit zu posten) würden mich niemals fragen, was ich mir zu meinem Geburtstag wünsche, aber vielleicht interessiert euch mein Wunsch ja trotzdem und unter Umständen seid ihr sogar (gerne) bereit ihn mir zu erfüllen.

Ich habe dieses Jahr nur einen Wunsch, einen einzigen. Kein Kuchen, kein Geld, nichts Materielles, davon habe ich mehr als ich jemals brauche(n würde). Ich wünsche mir mehr Freude in der Welt. Mehr lächeln, mehr grinsen, mehr lachen, mehr schmunzeln, mehr Humor, mehr Solidarität, mehr Vertrauen, mehr Hoffnung, mehr Optimismus, mehr von all den Dingen, die wir selber entscheiden können zu haben und zu tun, gegen die wir uns aber aus unerfindlichen, aber stets masochistischen Gründen entscheiden. Mehr davon.

Ich weiß, nicht immer fällt es leicht, nicht jedem liegt es, einfach mal den Kopf hoch zu reißen und die Welt im Moment zu genießen, losgelöst von all den Sorgen der Welt, aber mit ein bisschen Übung funktioniert es – das ist die entscheidende Erkenntnis in meinem neunzehnten Lebensjahr gewesen, das morgen zu Ende geht.

Es wäre das schönste Geschenk, das mir jeder von euch machen könnte: Lächle einfach mal jemanden an, der schlecht drauf ist, hilf jemandem, der Hilfe braucht, frag jemanden nach seinem Befinden, nimm dir Zeit für jemanden! An allen Ecken und Enden fehlt es uns an Menschen, die mit offenen Augen, Ohren und einem geöffneten Herzen durch ihre Welt maschieren. Aber wir brauchen sie mehr denn je. Leid zu sehen tut mir weh. Es frustriert mich nicht, aber es schmerzt!

Hilf mir, Menschen zu helfen, oder genaugenommen, hilf dir selber! Denn wer Gutes tut bekommt es meist vielfach zurück! (Videoempfehlung zu dem Thema) Das ist mein Wunsch!

Danke, für jedes Endorphin, dass du ausstößt und hervorrufst, es macht einen Unterschied!

WirtschaftsUniversität

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 10 September, 2009

Schon wieder ein Bericht aus der Straßenbahn… Hoffentlich wird’s nicht zu langweilig! Diesmal war’s eine Freundin, die mittlerweile im zweiten Studienabschnitt auf der WU Betriebswirtschafslehre studiert. Wir haben auf jedenfall über die Wirtschaftsuni gesprochen und sind auch auf die Überfüllung zu sprechen gekommen. Sie hat gemeint, es gibt vier Gründe, warum man (aus ihrer Sicht) dort inskribiert. Ich fand diese Gründe erschreckend, bedenklich und belustigend, aber seht selbst:

  • Eltern wollen, dass ich studiere, versuch ich mal Wirtschaft, da ist sicher nichts verloren
  • meine beste Freundin studiert auch Wirtschaft, na dann mach ich das auch
  • es gibt fesche Männer
  • mich interessiert das Fachgebiet und ich habe konkrete Pläne und weiß in etwa worauf ich mich einlasse

EDIT//

Auf Facebook (wo mein blog synkronisiert wird) gab es einen Kommentar

Die Arme! Zum Glück hat sie ja Eltern die wissen was das Beste für sie ist… ;-)

auf den ich geantwortet habe um richtig zu stellen. Das möchte ich hier auch tun…

ist falsch rüber gekommen – es ging nicht um die gründe warum sie inskribieren würde/hat, sondern warum sie meint, dass die meisten auf die wu gehen…