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Wünsche an den lieben Gott

Posted by on Mittwoch, 2 September, 2009

Mittlerweile ist Tag fünf des Minilagers 2009 (weite Infos dazu hier) im Laufen und Tag für Tag bin ich überraschter, wie lehrreich diese Zeit für mich ist, und auch motivierend. Auch wenn selten weniger als 6 Stunden Schlaf pro Nacht und einer Stunde Ruhe pro Tag rausschauen, zu sehen, wie junge Menschen voller Tatendrang kreative Lösungsansätze entwickeln und realisieren und dabei eine riesen Freude zu haben scheinen bestärkt mich.

Heute fand die traditionelle Mittwochsmesse statt. Ich habe in den letzten Blogposts schon durchklingen lassen, dass ich (noch) nicht sicher bin, was ich von all diesen Dingen, von denen da die Rede ist, halten soll. Gefühlte 90 Prozent der Dinge, die ich während einer Messe beobachte machen für mich keinen Sinn, aber 10 Prozent eben schon – es sind wichtige Punkte wie Vergebung, Nächstenliebe, Vertrauen, Hoffnung, Überzeugung,… Es ist eine Auseinandersetzung, die ich seit genau 4 Jahren mal mehr, mal weniger intensiv führe, sie hat hier keinen Platz. Diese Erfahrung von der ich jetzt aber erzählen möchte hat zu 90 Prozent mit den 10 übereinstimmenden Prozent zu tun.

Eine Gruppe sollte ein Segensgebet gestallten und dann im Rahmen der Messe vortragen, hier das Resultat:

Gott segne uns,
dass wir immer in Geduld mit unseren Geschwistern vor Gott leben und trotz dem Hang zur Geduld nie unseren Humor verlieren.

Gott segne uns,
dass wir in unsere Geschwister ein Vertrauen haben, wie in dich.

Gott segne uns,
dass wir nie den Mut verlieren Verantwortung über unser Handeln zu übernehmen

Wir bitten um ein Herz, in dem viele Menschen zuhause sind, und das nicht müde wird, Liebe zu üben und Schuld zu verzeihen.

Keinen Tag soll es geben, an dem wir sagen müssen: Es ist keiner da, der mir aufhilft und mit mir weitergeht.

Großer Gott, wir bitten dich,
dass du uns den Weg weist für die Freude an der Kommunikation mit anderen Menschen.

Gott mach,
dass wir verständnisvoll und ehrlich mit unseren Menschen umgehen.

Und weil der Gott des Friedens mit uns ist, darum geht und lebt in Frieden!

Die zehn Prozent, die ich an diesem Gebet nicht unterschreiben würde, ist die Tatsache, dass ich nicht Gott (?) darum bitten möchte mir all diese großartigen und wichtigen Eigentschaften zu geben oder mich mit ihnen zu segnen, sondern, dass ich überzeugt bin, dass wenn ich sie für wichtig halte und haben möchte, selber dafür verantwortlich bin sie zu erwerben, mir anzulernen.

Wünsche an den lieben Gott, die ich mir doch lieber selber erfülle.

Lasst uns miteinander 1/3

Posted by on Montag, 31 August, 2009

Ich bin diese Woche als Gruppenleiter auf dem Mini(stranten)lager der Pfarre Gersthof. Und auch wenn ich für mich geklärt habe, wie ich zu der katholischen “Ideologie” stehe (das ist ein anderes Thema), passieren hier ganz wunderbare und lehrreiche Dinge. Heute war zum Beispiel die Sonntagsmesse. In den nächsten drei Blogposts möchte ich auf drei Ereignisse während dieser Messe eingehen, von denen ich denke, dass sie auch für alle, die nichts mit dem Christentum, Religion oder Glaube anfangen können, interessant, unter Umständen lehrreich sind, hoffenlich aber zum Nachdenken anregen.

Bei der Predigt ging es um Geschwisterlichkeit, ein Synonym für das Wort wäre wohl Miteinander oder auch Menschlichkeit (?). Ich schreibe sie ab, weil ich die Gedanken für “worth spreading” halte.

Gedanken zur Geschwisterlichkeit

Geschwister sind verschieden.
Sie kenne die angenehmen Eigenschaften des anderen und die unangenehmen.
Sie helfen einander, wenn sie einander anerkennen und nicht ablehnen.
Sie müssen mit ihrer Verschiedenheit umgehen lernen, damit sie als Geschwister zusammenhalten können.
Es ist wichtig, dass wir darüber reden lernen, was einer besser kann und was ihm schwer fällt.
Wir machen miteinander aus, was zwischen uns gilt, damit wir einander nicht durch Missverständnisse kränken.
Wir üben uns darin, den Ausgleich zwischen uns zu suchen, indem wir einander abwechselnd nachgeben, damit nicht einer den anderen unterdrückt.
Wer stärker ist in irgend einer Weise, der passt darauf auf, dass er den anderen auch gelten lässt und ihn nicht unterdrückt.

Wichtig ist nicht die Frage: Wer hat recht? sondern: Wie kommen wir zu einem Ausgleich trotzdem jeder anders ist?
Es ist nicht im Sinne Jesu, etwas in stolzer Einsamkeit zu tun, was einer in Geduld mit anderen zusammen tun könnte, damit diese etwas lernen.
Es gilt:

Vormachen, mitmachen lassen, nachmachen lassen! (Carijn)

Es ist zwar zuerst mühsam, sich ohne einen “Anschaffer” zu einigen.
Aber so eine Einigung ist wertvoller und stärker den notwendigen Frieden.
Eine erarbeitete Einigung ist einer autoritären Entscheidung überlegen, weil die “geschwisterliche” Zufriedenheit durch Unterwürfigkeit nicht zu erreichen ist!

Ich glaube zu diesen Worten muss man nicht viel sagen.
Für mich stellen sie einen bedingungslosen Aufruf dazu dar besser auf mich und den Umgang mit meinen Mitmenschen zu achten.
Mich mehr darum zu bemühen den Menschen in meinem Umfeld zuzuhören und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen!
Täten wir das alle, würde unsere Welt radikal anders aussehen, ich bin überzeugt.

Im zweiten Post zu der Messe wird es um Ehrlichkeit und seine Verbindung zum Miteinander gehen.

Ich bin diese Woche als Gruppenleiter auf dem Mini(stranten)lager der Pfarre Gersthof. Und auch wenn ich für mich geklärt habe, wie ich zu der katholischen “Ideologie” stehe (das ist ein anderes Thema), passieren hier ganz wunderbare und lehrreiche Dinge. Heute war zum Beispiel die Sonntagsmesse. In den nächsten drei Blogposts möchte ich auf drei Ereignisse während dieser Messe eingehen, von denen ich denke, dass sie auch für alle, die nichts mit dem Christentum, Religion oder Glaube anfangen können, interessant, unter Umständen lehrreich sind, hoffenlich aber zum Nachdenken anregen.
Bei der Predigt ging es um Geschwisterlichkeit, ein Synonym für das Wort wäre wohl Miteinander oder auch Menschlichkeit (?). Ich schreibe sie ab, weil ich die Gedanken für “worth spreading” halte.
Geschwister sind verschieden.
Sie kenne die angenehmen Eigenschaften des anderen und die unangenehmen.
Sie helfen einander, wenn sie einander anerkennen und nicht ablehnen.
Sie müssen mit ihrer Verschiedenheit umgehen lernen, damit sie als Geschwister zusammenhalten können.
Es ist wictig, dass wir darüber reden lernen, was einer besser kann und was ihm schwer fällt.
Wir machen miteinander aus, was zwischen uns gilt, damit wir einander nicht durch Missverständnisse kränken.
Wir üben uns darin, den Ausgleich zwischen uns zu suchen, indem wir einander abwechselnd nachgeben, damit nicht einer den anderen unterdrückt.
Wer stärker ist in irgend einer Weise, der passt darauf auf, dass er den anderen auch gelten lässt und ihn nicht unterdrückt.
Wichtig ist nicht die Frage: Wer hat recht? sondern: Wie kommen wir zu einem Ausgleich trotzdem jeder anders ist?
Es ist nicht im Sinne Jesu, etwas in stolzer Einsamkeit zu tun, was einer in Geduld mit anderen zusammen tun könnte, damit diese etwas lernen.
Es gilt: Vormachen, mitmachen lassen, nachmachen lassen! (Carijn)
Es ist zwar zuerst mühsam, sich ohne einen “Anschaffer” zu einigen. Abser so eine Einigung ist wertvoller und stärker den notwendigen Frieden.
Eine erarbeitete Einigung ist einer autoritären Entscheidung überlegen, weil die “geschwisterliche” Zufriedenheit durch Unterwürfigkeit nicht zu erreichen ist!
Ich glaube zu diesen Worten muss man nicht viel sagen. Für mich stellen sie einen bedingungslosen Aufruf dazu dar besser auf mich und den Umgang mit meinen Mitmenschen zu achten. Mich mehr darum zu bemühen den Menschen in meinem Umfeld zuzuhören und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen! Täten wir das alle, würde unsere Welt radikal anders aussehen, ich bin überzeugt.
—-
Jeder von uns Gruppenleiter konnte sich auch Begriffe aussuchen, die für uns zur Geschwisterlichkeit passen, um dann während der Messe zu begründen, warum wir sie für wichtig halten. Einige der Worte waren: Ausdauer, Großzügigkeit, Verantwortung, Flexibilität, Lernen, Mut, Humor, Geduld, Kummunikation, Vertrauen, Verständnis, Freude, Handeln, Geborgenheit, Harmonie. Ich habe mir Ehrlichkeit ausgesucht. Meine Begründung war.
“Ehrlichkeit ist nicht immer leicht. Der Mama zu gestehen, dass die Schüssel zerbrochen ist, dem Lehrer zu sagen, dass die Hausübung nicht gemacht wurde oder zuzugeben, dass man das Geheimnis der Freundin weitererzählt hat, ist durchaus unangenehm. Geschwisterlichkeit kann aber nur auf Ehrlichkeit basieren. Nur wenn wir Fehler zugeben und eingestehen, wo etwas falsch gelaufen ist (der Mama, dem Lehrer, der Freunden und uns selbst gegenüber) kann in dem Miteinander ein Vertrauen entstehen, dass man Geschwisterlichkeit nennen kann. Geschwisterlichkeit heißt das Vertrauen haben, dass auf Ehrlichkeit Vergebung, nicht Verurteilung folgt.”
Ich würde mich über verschiedene Meinungen zu meinem Statement freuen!
——–
Beim Friedensgruß schließlich hatte ich einen wahnsinnig spannenden Dialog mit dem Jakob:
Ich: “Der Friede sei mit dir” – Pause
Er: Eigentlich müsse man ja sagen der Friede des Todes sei jetzt noch nicht mit dir.”
Ich: “Aber es gibt doch auch Friede im Leben, oder?”
Er: “Ja, aber in Afghanistan momentan leider weniger” – Stille
Ich: “Stimmt, auch in anderen Ländern” – Denkpause – “Aber ich bin überzeugt, dass jeder von uns einen Beitrag zum Frieden leisten kann” – Denkpause
Er: “Ja aber der absolute Weltfriede wird immer eine Illusion bleiben”
Ich: “Aber denkst du nicht, dass, indem du das sagst, verhinderst, dass er passiert?” – Pause
Er: “Ja natürlich kann man es versuchen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert ist sehr unwahrscheinlich, Menschen sind einfach zu streitsam und machtgierig”
Weise Worte und ein weiterer eindrucksvoller Beweis wie viel junge Menschen nachdenken. Jakob ist 12 Jahre alt, seine Überlegungen sind komplex, haben Hand und Fuß, sind aber sehr pessimistisch (hoffnungslos?). Hier braucht es einen Wandel! Schnell! Junge Menschen, mit solchen Kapazitäten brauchen Hoffnung, brauchen Visionen, brauchen Träume – geben wir, als “die Alten” (älteren) ihnen die Möglichkeit sie zu entwickeln. Machen wir sie nicht fertig, bauen wir sie auf. Reden wir ihnen Utopien nicht aus sondern fördern sie. Utopie ist nichts anderes als ein “Nicht-Ort” (von dem griechischen utopos). Aber was nocht nicht ist, kann ja noch werden! Geben wir alle unser bestes, dann wird der Wandel kommen! “Change happens when you live your visions, dreams and desires!”
andrehen autostart verbinden 9Lasst uns miteinander 1/3
Ich bin diese Woche als Gruppenleiter auf dem Mini(stranten)lager der Pfarre Gersthof. Und auch wenn ich für mich geklärt habe, wie ich zu der katholischen “Ideologie” stehe (das ist ein anderes Thema), passieren hier ganz wunderbare und lehrreiche Dinge. Heute war zum Beispiel die Sonntagsmesse. In den nächsten drei Blogposts möchte ich auf drei Ereignisse während dieser Messe eingehen, von denen ich denke, dass sie auch für alle, die nichts mit dem Christentum, Religion oder Glaube anfangen können, interessant, unter Umständen lehrreich sind, hoffenlich aber zum Nachdenken anregen.
Bei der Predigt ging es um Geschwisterlichkeit, ein Synonym für das Wort wäre wohl Miteinander oder auch Menschlichkeit (?). Ich schreibe sie ab, weil ich die Gedanken für “worth spreading” halte.
Gedanken zur Geschwisterlichkeit
Geschwister sind verschieden.
Sie kenne die angenehmen Eigenschaften des anderen und die unangenehmen.
Sie helfen einander, wenn sie einander anerkennen und nicht ablehnen.
Sie müssen mit ihrer Verschiedenheit umgehen lernen, damit sie als Geschwister zusammenhalten können.
Es ist wichtig, dass wir darüber reden lernen, was einer besser kann und was ihm schwer fällt.
Wir machen miteinander aus, was zwischen uns gilt, damit wir einander nicht durch Missverständnisse kränken.
Wir üben uns darin, den Ausgleich zwischen uns zu suchen, indem wir einander abwechselnd nachgeben, damit nicht einer den anderen unterdrückt.
Wer stärker ist in irgend einer Weise, der passt darauf auf, dass er den anderen auch gelten lässt und ihn nicht unterdrückt.
Wichtig ist nicht die Frage: Wer hat recht? sondern: Wie kommen wir zu einem Ausgleich trotzdem jeder anders ist?
Es ist nicht im Sinne Jesu, etwas in stolzer Einsamkeit zu tun, was einer in Geduld mit anderen zusammen tun könnte, damit diese etwas lernen.
Es gilt: Vormachen, mitmachen lassen, nachmachen lassen! (Carijn)
Es ist zwar zuerst mühsam, sich ohne einen “Anschaffer” zu einigen.
Aber so eine Einigung ist wertvoller und stärker den notwendigen Frieden.
Eine erarbeitete Einigung ist einer autoritären Entscheidung überlegen, weil die “geschwisterliche” Zufriedenheit durch Unterwürfigkeit nicht zu erreichen ist!
Ich glaube zu diesen Worten muss man nicht viel sagen. Für mich stellen sie einen bedingungslosen Aufruf dazu dar besser auf mich und den Umgang mit meinen Mitmenschen zu achten. Mich mehr darum zu bemühen den Menschen in meinem Umfeld zuzuhören und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen! Täten wir das alle, würde unsere Welt radikal anders aussehen, ich bin überzeugt.