Beiträge mit dem Tag: Kommunikation

Weblogs als alternative Kommunikationswerkzeuge

Verfasst von Armin Soyka am Mittwoch, 13 Januar, 2010

arminblogMichael Andres und Michael Moser von der Uni Salzburg sind an einige Blogger herangetreten und haben einige Fragen gestellt. Hier möchte ich ein paar meiner Antworten veröffentlichen. Die Ergebnisse der Untersuchung werden auf zurpolitik.com zu finden sein. Durch die Fragen bin ich drauf gekommen, dass ich eigentlich nichts über die österreichische Bloggosphäre weiß. Umso gespannter bin ich auf die Resultate der Fragebögen. Weiterlesen »

Backanleitung für einen Wissenschaftsminister

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 24 Dezember, 2009

backebackeministerGestern war ich im C1 und durfte dort lauter spannende Dinge tun. Neben Kochen, Essen anliefern, Bohnen- suppe kosten, plaudern, Tischfußball spielen und ZiB2-Interviews geben, durfte ich auch backen. Und zwar nicht Kekse sondern einen Wissenschafts-minister. Ich wurde gebeten “unseren” Wissenschaftsminister zu backen. Aus Beobachtungsgabe, Kommunikations- fähigkeit und Chilli besteht mein Rezept. Weiterlesen »

Würden wir doch gehörter.

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 7 Dezember, 2009

politikverdrossenejugend

Heute hatte ich die Ehre den obrigen Tweet zu retweeten. Ja, da haben’s ein paar kapiert. Und ja, das ist auch gut so. Dass ich optimistisch in meine und unsere Zukunft blicke, das habe ich schon mehrfach durchblicken lassen, sage es laufend. Dass ich damit anscheinend ansteckend bin, das freut mich ungemein. Und dass es dann sogar ein paar große einsehen (ob wegen mir oder nicht, das ist ja ganz egal) freut mich ganz ungemein. Weiterlesen »

Nachbetrachtung: Ja, grün is’ es!

Verfasst von Armin Soyka am Sonntag, 22 November, 2009

gruen_is_es

Ich komme zurück vom Zukunftskongress und bin überwältigt. Ich bin erfüllt mit Zuversicht, Hoffnung und Tatendrang. Und nein, ich bin nicht alleine! Diese rund 12 Stunden intensive Auseinandersetzung mit den Grünen, den Ideen und den vielen neuen Gesichtern vor Ort haben mir Kraft gegeben und endgültig JEDEN Zweifel zerstreut. Meine Energie ist hier gut angelegt. Heute ging es den Grünen, die aus ganz Österreich nach Wien strömten, darum die Zukunft zu diskutieren. Weiterlesen »

Lernen präsent zu sein.

Verfasst von Armin Soyka am Samstag, 14 November, 2009

„Seit zwei Jahren hat es keine Wahl gegeben, bei der sich die FPÖ nicht mindestens verdoppelt hat.“ Den Satz habe ich am Medienkongress gehört. Im Gespräch mit einem FPÖler. Nicht nur Wähler sondern auch Mandatar. In Steyer sitzt er im Gemeinderat. 19 Jahre ist er jung. Und man glaubt es kaum – er ist ganz sympatisch. Er wirkt weder wie ein Faschist, ein Sexist, ein Antisemit, oder ein Antidemokrat, er hat keine Angst vor Homosexuellen und er ist sogar gegen Atomstrom. Was er sagt hat Hand und meistens Fuß. Er ist engagiert, rhetorisch abgeklärt und wirkt sehr bedacht. Wie das sein kann? Das soll er selbst erklären. Ich habe ihn eingeladen, hier, auf meinem Blog, einen Gastbeitrag zu veröffentlichen und zu erklären, warum er die FPÖ super findet. Vielleicht wird es dann verständlicher.

Ob seine Aussage wahr ist oder nicht, habe ich nicht überprüft. Im Grunde ist es auch nicht wichtig, ob 50, 70 oder 30 Prozent dazugewonnen wurden. Klar ist, dass die FPÖ gewinnt und gewinnt und gewinnt. Warum? In den letzten zwei Wochen sind mir dazu mehrere interessante Impulse über den Weg gelaufen. Ich möchte hier meine Überlegungen teilen und zur Diskussion stellen.

Analyse

Es ist ja nicht so, also ob die Blauen Lösungsansätze hätten. Zumindest sehe ich das so. Da war mein Freund natürlich anderer Meinung. Er bekommt die Möglichkeit hier zu erklären, warum die FPÖ nicht nur wählbar sondern die beste Wahl für jeden ist. Wir werden sehen, ob er das Angebot annimmt. Gehen wir aber einfach davon aus, dass die FPÖ nichts zu bieten hat. Warum aber wird der rechte Rand stärker, wenn er keine Lösungsansätze hat? Ich denke, man kann den Erfolg an einem Punkt festmachen, der sich in drei Unterpunkte unterteilen lässt.

Die FPÖ ist präsent. Sie ist in den Köpfen und ja, auch in den Herzen der Menschen. Egal ob mit Positivem oder Negativem verknüpft, die FPÖ macht Schlagzeilen. Was sie stark macht ist, dass…

… sie an die Orte geht, an denen „die Menschen“ sind. Seit der Nationalratswahl 2008 im September habe ich über 10 Stände gesehen und dort durchaus stundenlang mit Menschen diskutiert. Die haben sich freiwillig hin gestellt, um für die Sache, von der sie überzeugt waren und sind, einzustehen und ein „gutes“ Wahlergebnis zu erreichen. Das Prinzip Brot und Spiele haben sie verstanden auf die heutige Zeit umzulegen. Bier und Würstel, dazu Musik. Das sind „Wahlveranstaltungen“ zu denen „man“ gerne geht. Die FPÖ ist präsent.

… sie persönliches Marketing macht. Von der FPÖ bekommt man keine Massenaussendungen à la „am xx.xx. uns wählen. Wir für sie“, da bekommt jedeR einen auf die Person zugeschnittenen Brief. Jugendliche zwischen 16 und 23 bekommen einen Comic, der in einer einfachen Sprache und plakativ erklärt, warum der HC Man die Welt retten kann und wird. Frauen zwischen 27 und 43 bekommen einen hoch feministischen Brief, in dem Herr Strache erklärt, dass die FPÖ DIE Frauenpartei Österreich ist. Menschen mit “ausländischklingendem” Namen bekommen eine Aussendung, in der Heinz-Christian erklärt, dass sie eh die guten „Ausländer“ sind, gegen die er eh nichts hat. Auch PensionistInnen bekommen eine Wahlempfehlung: FPÖ wählen, denn wir wollen höhere Mindestpensionen. Die Jugendlichen werden zusätzlich von StracheRap und professionellen Facebook und Youtubeaccounts angesprochen. Die FPÖ ist präsent.

… sie verständlich ist. Die FPÖ spricht eine klare Sprache. „Daham statt Islam“ versteht man einfach. Es ist eine Frage der Kommunikation. B versteht, was A meint. Aus einem Gespräch mit einem niederländischen Freund ging hervor, dass er mit seinen mäßigen Deutschkenntnissen in TV Konfrontationen nur Herr Strache durchgehend folgen kann. Die FPÖ ist verständlich. Die FPÖ ist präsent.

All diese drei Punkte machen die FPÖ stark. Aber in Wirklichkeit ist es ja nicht die Stärke der FPÖ, die sie Wahlen gewinnen lässt. In dem Blogbeitrag Man kam mir zuvor habe ich bereits zitiert: „Wer nicht möchte, dass die Jugend Rechts wählt, muss eine bessere Alterntive bieten!“ Das gilt nicht nur für die Jugend, sondern trifft auf alle Altersstufen zu. Der Grund warum die FPÖ „so“ stark ist, ist nicht sie selbst, sondern die Inkompetenz der anderen Parteien diese drei Dinge zu tun.

  1. Menschen auf der Straße anzusprechen, präsent zu sein
  2. Menschen mit Werbung anzusprechen und für die eigene Idee zu gewinnen, präsent zu sein.
  3. Sich verständlich auszudrücken, präsent zu sein.

Was wir daraus lernen können.

Silivia Nossek hat letztens gesagt: „Das, was Herr Strache tut, kann man nicht nachmachen.“ Und natürlich können und werden wir Grünen seinen (Schein-) Inhalt nicht nachahmen. Aber wir haben es ja auch gar nicht nötig zu hetzen und zu lügen, Stereotypen zu stärken und Angst zu verbreiten. Wir haben unseren eigenen Inhalt. Ich habe diesen Sommer das Grundsatzprogramm der Grünen ziemlich eingehend studiert und bin seitdem überzeugt, dass wir zu jeder Problemstellung eine ernstzunehmende und überlegte Alternative anzubieten haben. Egal ob Zuwanderung, Drogen, Arbeits- oder Finanzmarkt. Wir haben gut gewählte Standpunkte zu Pensions- und Bildungssystem, zu Außen- wie Sicherheitspolitik. Es liegt nicht an unseren Ideen. Wir können. Aber wir haben Angst anzuerkennen, dass die FPÖ es am besten schafft mit ihren Aussagen – wie falsch die auch sein mögen – durchzukommen.

Haben wir keine Angst. Lernen wir von ihnen, wie man ankommt. Transportieren wir unsere großartige Ideen und setzen wir sie so um, dass auch klar ist, dass wir es waren. In den letzten 20 Jahren wurde vieles von uns abgeschrieben. Dass die ÖVP die Nachhaltigkeit in ihrem Grundsatzprogramm als zentrales Ziel präsentiert, ist unser Verdienst. Genauso treiben wir die SPÖ in Wien seit Jahren vor uns her. Dass sie soviel umsetzt, liegt zu einem großen Teil an unseren Initiativen. Aber was unter der Oberfläche, in unseren Gremien und Sitzungen, passiert sieht niemand. Genausowenig wie gesehen wird, dass die FPÖ keine Lösungen zu bieten hat, genausowenig sieht man, was wir alles erreichen, umsetzten und wollen. Wir müssen präsent sein.

Ich schlage vor, dass wir…

… vermehrt dort sind, wo die Menschen sind. Im letzten Jahr habe ich keinen einzigen grünen Straßenstand gesehen. Mag sein, dass ich einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort war. Oder die Augen einfach zu hatte, aber ich bin nicht der einzige, der das Gefühl hat, die Grünen seien unterrepräsentiert. Unsere grünen Ideen unter die Leute zu bringen braucht Zeit und Motivation. Wenn wir wachsen wollen (und das ist unbestritten), dann müssen wir diese Ressourcen aufbringen.

… neue Gesichter zu den Grünen holen und zwar in Scharen. Wenn wir Menschen vor dem Supermarkt, nach dem Arzt, in der Schule und neben der Arbeit erreichen wollen, dann kann der Weg nur über eine deutlich dynamischere, größere und vor allem komplexere Freiwilligenstruktur führen. Wachsen tut man nicht von heute auf morgen. Wahlkampf ist fünf Jahre lang sagt man und das stimmt. Aber vor allem müssen wir neue Konzepte ausarbeiten. Das könnte so aussehen: Pro Bezirk / Land / Gemeinde gibt es einen Pool an Freiwilligen. Er enthält alle, die in ihrem Kreis irgendetwas mit den Grünen zu tun haben. Aus diesem Pool bilden sich immer wieder Gruppen mit acht bis 13 Freiwilligen, die Projekte aller Art (Gesundheit, Homosexualität,…) umsetzen. Die wichtigste Aufgabe dieses Pools wäre es, den Pool weiter zu füllen. Funktionieren wird das nur, wenn wir den Spaß in der Politik (wieder-) finden. Wir werden nur präsent sein, wenn wir viele sind.

… den Spaß an der Politik und den Dienst an der Gemeinschaft, den wir empfinden, wahrnehmbar machen. Etwas zu gestalten. Sich einzubringen. Zu diskutieren und zu sehen, wie aus Visionen Ideen, aus Ideen Projekte und aus Projekten Veränderung, Verbesserung wird, dass ist etwas erfüllendes. Wir werden nur präsent sein, wenn wir bei dem was wir tun Spaß haben und zeigen.

… jeden Menschen einzeln ansprechen. Mit ihm das Gespräch suchen und auf seine Bedürfnisse und Ängste individuell eingehen. Hier kommen wir wieder zum ersten Punkt. Dafür braucht es (viele) motivierte und engagierte Freiwillige. Wir werden nur präsent sein, wenn wir jeden einzelenen ernst nehmen.

… den Mut aufbringen eine Sprache zu sprechen, die verstanden wird. Worte dienen der Kommunikation. Es bringt weder uns noch unserer Sache etwas, wenn wir politisch korrekt sprechen, aber nicht gehört, nicht verstanden werden. Das Wort AusländerIn ist falsch, aber es zu verwenden, macht uns nicht zu schlechten Menschen. Wir werden nur präsent sein, wenn unsere Kommunikation funktioniert.

Es gibt viel zu tun. Bei zehn Prozent ist lange nicht Schluss. Aber wir müssen eben ein paar Dinge besser machen, einiges lernen. Solange wir uns das bewusst machen und an uns arbeiten, werden wir präsenter – von Tag zu Tag. Weil die Zukunft grün sein muss.