Beiträge mit dem Tag: Jugend

Wir tragen die Welt

Verfasst von Armin Soyka am Freitag, 5 Februar, 2010

Ich bin auf einen weiteren Text gestoßen. Einen, der mich bewegt hat. Und dann hat er mich umgehauen. Eine Hausübung. Vor fünf Jahren geschrieben. Heute ist die Urheberin 17. Damals war sie demnach 12. Er hat mich umgehauen der Test. Und er beweist ein weiteres mal, welche Genialität junge Menschen in sich tragen. Den Willen etwas zu bewegen. Weiterlesen »

Strache, Sie Clown

Verfasst von Armin Soyka am Mittwoch, 20 Januar, 2010

jugendgegenstracheHeute ist der neue Falter (Ausgabe 03/2010) herausgekommen. Auf dem Titelbild (siehe links) ein großer Clown. Mit der Überschrift: “Strache, Sie Clown!” Denn nichts anderes ist Er. Egal ob als StraCHE oder Bürger- meisterkandidat (mit Umfragewerten bei 28 %). Bei Anträgen im Parlament (Danke VdB!), HC Strache Podcasts oder besonders schön zu sehen war es erst kürzlich “beim Kaiser“. Der Mann ist ein Clown! Und deswegen tun wir was. Weiterlesen »

Religion und Glück

Verfasst von Armin Soyka am Sonntag, 20 Dezember, 2009

glueckundreligion

“Alle Menschen wollen Glücklich sein” hat Aristoteles gesagt. Und gleichzeitig – fährt man  Ubahn, wandert man durch die Straßen, zippt man durch die sozialpornographischen Realityshows – findet man das, was wir alle wollen nur sehr selten – lächelnde, gar strahlende Menschen sind selten. Aber glücklich sein kann man lernen. Deswegen habe ich einen Glücksforscher zu uns in die Pfarre eingeladen, um darüber zu sprechen.

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Medienmix vom Donnerstag, 17. Dezember 2009

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 17 Dezember, 2009

medienmixlogo “Banking ökologisch und sozialschreibt über die twitternde GLS Bank, die den Kunden entscheiden lässt wo sein Geld hinfließt. Zur Auswahl stehen: Ökologische Baufinanzierung, erneuerbare Energien, Leben im Alter, Freie Schulen und Kindergärten, Gesundheit, ökologische Landwirtschaft, Behinderten-Einrichtungen, Wohnprojekte, Kultur oder die Biobranche. Weiterlesen »

Schularbeit: “Diese Jugend bewegt alles!”

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 17 Dezember, 2009

komasaufenDass ich von meinem Deutschlehrer recht angetan bin, weiß der aufmerksame und gründliche Blogleser (und auch die Blogleserin), denn ich habe im Blog schon einmal darauf verwiesen (in Bildung: So kann’s gehen). Jetzt hat er einmal mehr meine Erwartungen übertroffen und für unsere Schularbeit die Generationenkonflikts-debatte vom September (Blumenau, Tom Schaffer) wieder aufgegriffen Weiterlesen »

Ihr daoben, Wacht auf!

Verfasst von Armin Soyka am Mittwoch, 9 Dezember, 2009

GeographieHeute ein weiterer Lichtblick. Ab und zu schaue ich in den ersten Klassen vorbei, weil ich es wichtig finde, dass die sich wohl fühlen. Da erzählt mir eine Zwölfjährige, dass sie nach Buenos Aires übersiedelt, weil ihre Mutter dort einen Job gefunden hat. Und bevor ich noch beginnen kann, Fragen zu stellen, schreit eine Mitschülerin auf: »Ist das in Albanien?« Und die Schnatterei beginnt. »Nein, das ist in Argentinien.« »Woher soll ich das denn wissen?« »Wo liegt Argentinien?« Die Spannung ist da. Weiterlesen »

Würden wir doch gehörter.

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 7 Dezember, 2009

politikverdrossenejugend

Heute hatte ich die Ehre den obrigen Tweet zu retweeten. Ja, da haben’s ein paar kapiert. Und ja, das ist auch gut so. Dass ich optimistisch in meine und unsere Zukunft blicke, das habe ich schon mehrfach durchblicken lassen, sage es laufend. Dass ich damit anscheinend ansteckend bin, das freut mich ungemein. Und dass es dann sogar ein paar große einsehen (ob wegen mir oder nicht, das ist ja ganz egal) freut mich ganz ungemein. Weiterlesen »

Immer der Hur’n 41er!

Verfasst von Armin Soyka am Freitag, 4 Dezember, 2009

verkehrsplanung2

In den letzten zwei Monaten bin ich hauptsächlich mit dem Rad in Wien unterwegs gewesen. Das klappt super. Ist schneller als Bim und Auto, gesund und macht (mir zumindest) Spaß. Ich will gar nicht lange über neu-entdeckte Seiten der Stadt oder ähnliches schreiben, sondern gleich auf den Punkt kommen. Dieser Post soll sich mit der Mobilität in dieser Stadt beschäftigen, besonderes Augenmerk möchte ich auf die “Jugend” legen. Das betrifft mich selbst am meisten. Weiterlesen »

Ich kandidierte – meine Rede

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 26 November, 2009

asd

Ich kandidierte. Hier nun meine Rede bei der grünen Landesversammlung am 15. November 2009 bei der die Liste für die Gemeinderatswahl 2010 gewählt wurde auf deren stolzen 24. Listenplatz ich stehen werde. Mittlerweile gab es auch einige Reaktionen in der Bloggosphäre zu meiner Kandidatur, zusammengefasst in meinem Pressespiegel (ich suche noch nach einer besseren Bezeichung, Vorschläge erwünscht). Weiterlesen »

Neugierige Jugend sucht Antworten

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 23 November, 2009

jugend

Ich komme in die erste Klasse und werde gefragt warum ich diesen Button trage. Den mit der Flamme und dem Haus drauf, der so bunt angemalt ist. Ich überlege kurz und stelle eine Gegenfrage. Weiterlesen »

Nachbetrachtung: Ja, grün is’ es!

Verfasst von Armin Soyka am Sonntag, 22 November, 2009

gruen_is_es

Ich komme zurück vom Zukunftskongress und bin überwältigt. Ich bin erfüllt mit Zuversicht, Hoffnung und Tatendrang. Und nein, ich bin nicht alleine! Diese rund 12 Stunden intensive Auseinandersetzung mit den Grünen, den Ideen und den vielen neuen Gesichtern vor Ort haben mir Kraft gegeben und endgültig JEDEN Zweifel zerstreut. Meine Energie ist hier gut angelegt. Heute ging es den Grünen, die aus ganz Österreich nach Wien strömten, darum die Zukunft zu diskutieren. Weiterlesen »

Wir sind für etwas – gemeinsam.

Verfasst von Armin Soyka am Freitag, 20 November, 2009

gruen

Ich durfte in der Onlineausgabe des Standards am Montag ein Interview geben. Dort im Forum wird viel diskutiert. Mittlerweile gibt’s 270 Kommentare. Eine Zeit lang habe ich nur mitgelesen, dann habe ich beschlossen mitzudiskutieren. Am stärksten kritisiert wurde diese Passage:  “Können Sie sich vorstellen, ihre Themen bei einer anderen Partei umzusetzen?” war die Frage, ich habe geantwortet Weiterlesen »

Erster Rückblick. Medienkongress 2009

Verfasst von Armin Soyka am Samstag, 24 Oktober, 2009

medkon-header

Erwartet hatte ich nicht besonders viel. Ist ja auch gut so, dann wird man nicht enttäuscht. Erhofft habe ich mir vieles. Besonders meine Fragen Europa und die europäische Union betreffend (Souveränität, Demokratie, Gewaltentrennung, Partizipation, Außen- und Sicherheitspolitik, Sozialpolitik und Mitgliedsstaaten) anbringen zu können. Außerdem wollte ich viele neue spannende Persönlichkeiten kennenlernen. Weiterlesen »

Wochenende.

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 19 Oktober, 2009

Dieses Wochenende war hochproduktiv. Vom einen zum anderen und zwischendrin auch vieles erledigt. Hier eine “kurze” Zusammenfassung der Highlights: Die Tante, Herr Lehrer, Consulting Agent, Psychotante, ichkandidiere, arminsoyka, #grünerkonvent, Schülerin und Maslow.

Die Tante. Aus Kindergarten Zeiten werden sich die meisten noch erinnern. Da gab’s immer diese netten Tanten. Die waren total lieb, außer wenn sie was verboten haben. Am Freitag hatte ich die Chance mit so einer “Tante” zu reden. Mittlerweile gibt es übrigens keine Tanten mehr. Die heißen jetzt KleinkindpädagogInnen. Und ab und zu gibt es sogar männliche Exemplare, die heißen dann Kleinkindpädagogen. Die hatte so einiges zu berichten. Sie verdient in etwa 1200 Euro netto. Das ist nicht mehr als man beim Billa kassiert. Genaugenommen weniger. Die Anstrengung wird wohl in etwa gleich sein. Beim Billa arbeitet man erfahrungsgemäß wohl eher etwas über 40 Stunden, dafür hat man keinen durchschnittlichen Lärmpegel von 60 dB. Schaut man sich aber die Verantwortung an, die so eine Kleinkindpädagogin trägt, ist die Entlohnung eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Die ersten drei Jahre sind die prägendsten für ein Kind und legen den Grundstein für seine weitere Entwicklung. Die folgenden drei sind in etwa nochmal so wichtig. Die meisten Kinder gehen im Alter von 3 – 6, einige schon früher, in den Kindergarten. Hier kann man sehr vieles falsch machen, aber auch vieles richtig. Für das Geld von 1200 Euro monatlich wird man (trotz jeder Begeisterung für Kinder und Erziehung) nur wenige junge Menschen für diesen anstrengenden Beruf begeistern. Dazu kommt die unzureichende Ausbildung. Ja, in der Kindergartenschule hat man Didaktik. Und auch Pädagogik. Man macht Praktika und überhaupt viel mehr als Volksschullehrer oder gar Gymnasiallehrer. Auf die Frage, ob man auf 13 Kinder vorbereitet ist, wenn man aus der Schule kommt, gibt es eine klare Antwort: Nein. Neben der schlechten, ja lächerlichen Entlohnung sind auch die Arbeitsbedingungen einfach schlecht. Zu viele Kinder auf zu wenige PädagogInnen und schlechte Ausbildung motiviert nur wenige sich diese Hacken anzutun. Ein Beispiel kann ich auch noch bringen: Die Interviewte hatte zu zweit mit einer Praktikantin 23 Kinder zu betreuen – davon 2 ohne jegliche Deutschkenntnisse (einmal Russisch, einmal Türkisch) und drei Kinder mit Wahrnehmungsstörungen (können nicht alleine Essen, spielen drei Spiele gleichzeitig…). Zur Ausbildung ließe sich noch so einiges sagen. Aber ich belasse es bei diesem Input: “In Schweden beispielsweise sehen sich Erzieher als Lehrer. Das Personal hat Abitur, die meisten auch ein Lehramtsstudium mit dem Schwerpunkt Kindergarten/Vorschule.” “Für Kindergärten in Finnland gilt beispielsweise folgendes: Die leitenden ErzieherInnen haben Abitur und ein Hochschulstudium.” “Kindergartenpädagogik in Ungarn ist seit Jahrzehnten ein Hochschulstudium.” Wir haben in Österreich flächendeckende 15 Pädagogische Hochschulen – warum lassen wir unsere KleinkindpädagogInnen nicht dort ausbilden (nachdem wir sichergestellt haben, dass die Lehrinhalte passen), zusammen mit Volks-, Haupt- und SonderschullehrerInnen? Sind uns unsere Kinder und unsere Zukunft das nicht wert?

Herr Lehrer. Die heißen auch immer noch so. Und auch so einen habe ich am Freitagabend getroffen und ausgefragt. Er geht auf die Kirchliche Pädagogische Hochschule der Diözese St. Pölten in Krems und lässt sich dort zum Volksschullehrer ausbilden. Impuls, den er hatte: Von etwa (wenn ich mich recht erinnere) 200 Studierenden sind in etwa 4 – 10 männlich. Scheint als ob wir es noch immer nicht schaffen für mehr (50 Prozent?) attraktive Angebote zu machen.  Auf die Frage, warum Männer anscheinend nicht zu begeistern sind, antwortete er: “Männern geht es mehr ums Geld. Die wollen die Karriereleiter hinaufsteigen und Ruhm und Ehre.” Was steht dahinter? Unsere gesellschaftlichen Werte! Was vermitteln wir? Was ist uns wichtig? Und wem geben wir Anerkennung? Den karriere-, macht- und geldgeilen Papas, die nie zuhause sind? (Und was wollen die Söhne dann werden?) Oder wollen wir Sozialberufe anerkennend loben und den Dienst am, für und mit dem Menschen in das Zentrum stellen. Das sind Fragen, die die Politik zu klären hat. Tut sie aber nicht! Eins ist klar: Auch Jungen im Volksschulalter brauchen (männliche) Vorbilder. Die Frage ist, welche geben wir ihnen?

Consulting Agent. Die Krise ist vorbei (bevor sie richtig begonnen hat). Optimistische Stimmen regen sich. Spannende Gegenstimmen (eigentlich Singular) durfte ich den Aussagen eines Firmenberaters, mit dem ich am selben Abend sprechen durfte, entnehmen. Er macht regelmäßig 300.000 Euro Projekte und fliegt durch ganz Europa. Als Gegenleistung spricht er mit Firmenvorständen und schwört sie auf harte Zeiten ein. “Vergesst was die so genannten Experten sagen, vergesst was die Politik sagt. Was passiert, wenn ihr nächstes Jahr 30 Prozent Umsatzeinbußen habt?” Die Frage hat er in den letzten Monaten mehrfach gestellt. Und herunterfallende Kiefer und schiefgelegte Köpfe gesehen. Damit rechnet keiner. Die Krise ist – seiner Meinung nach – aber noch lange nicht vorbei. Sie hat noch nicht mal richtig begonnen. Da ist Sparen angesagt (!?!) (nachdem die Milliarden für Bankenrettungssysteme aufgewendet wurden).

Psychotante. Auch mit einer solchen durfte ich mich unterhalten. Mit ihr habe ich über Maslows Bedürfnispyramide gesprochen. Interessiert hat mich das, weil ich diese Woche wieder mit der Argumentation zu kämpfen hatte, dass es einfach Menschen gäbe, die einfach faul seien und keine Lust hätten zu arbeiten / etwas zu tun / etwas anderes zu tun als vor dem Fernseher herum zu gammeln.  Herr Malsows Theorie, habe ich weiter unten ausgeführt, außerdem ist die Ausführung von glücksarchiv.de sehr verständlich, auch Wikipedia ist gewohnt interessant. Die Frage, die ich in meinem Gespräch klären durfte: Gilt die Theorie immer noch?  Die Antwort fiel sehr eindeutig aus. Ja, sie ist nach wie vor eine der grundlegendsten Theorien in der Psychologie. Sie wurde in den letzten Jahren von verschiedenen Richtungen (Wirtschaftspsychologie, Entwicklunspsychologie) aufgefasst und erweitert (genauere Unterteilungen usw.), nicht aber grundlegend verändert. Warum es Menschen gibt, die trotzdem “nichts aus sich machen”? Zwei mögliche Antworten: 1.) Erlernte Hilflosigkeit (bitte lesen, hoch spannend und einfach erklärt!), 2.) Sie machen eh etwas aus sich, nur nicht in meiner/deiner Wertungsskala. Ersteres ist eine Aufforderung an Politik wie Gesellschaft Rahmenbedingungen (in Schule, Beruf wie Freizeit) zu schaffen, die das Erlernen von Hilflosigkeit erschweren. Hier gibt es sehr viel zu tun. Schule zum Beispiel lehrt vieles Wichtige nicht, dafür Hilf- und Machtlosigkeit. Generell hat unsere Gesellschaft hier viel zu tun. Stichwort Depressionen.

ichkandidiere. Der Samstag brachte viele Stunden vor dem Computer mit sich. Ich habe endlich meine Kandidaturseite auf ichkandidiere.at fertiggestellt. Ich freue mich dort auf Fragen! (ganz leicht via facebook, openid oder gruene.at)

arminsoyka.at – Auch meine Webseite ist endlich fertig. Überschlagsmäßig sind 150 Stunden mindestens hineingeflossen. Das Ergebnis kann sich meiner Einschätzung nach sehen lassen. Diese Erkenntnis deckt sich mit erstem Feedback. Hiermit also eine weitere Aufforderung, zu kommentieren und kritisieren. Der Feedbackbutton funktioniert! Über beides habe ich auch schon gebloggt.

#gruenerkonvent. Am Sonntag war ich beim Grünen Konvent. Ich habe von dort 13 Livetweets abgesetzt und werde auch noch weiter darüber bloggen. Mein Eindruck war sehr sehr positiv. Auch wenn die Diskussionsrunden mit 20 Minuten leider zu kurz waren, waren viele interessante Leute da. Themen gab es genug. Hervorzuheben ist meiner Meinung nach die Wärme und Offenheit, die alle ausgestrahlt haben, mit denen ich zu tun hatte. Nichts von der über #gruenevw oft kommunizierten Kälte, Ablehnung oder Vorurteilen.

Schülerin. Ein hochspannendes Gespräch durfte ich gestern Abend mit einer Freundin führen. “Sag mal Armin, du bist doch gerade dabei in die Politik zu gehen. Hast du nicht Lust mir das zu erklären?” “Ja, was denn?” – “Na alles!”. So begann das Gespräch, das extrem interessant und eine gute Wiederholung meines Wissen über unsere Staatsfunktionen war. Wir haben uns von der Verfassung als Urregelwerk zu den fünf Staatsprinzipien (Demokratie, Republik, Bundesstattlichkeit, Gewaltentrennung und das letzt vergesse ich immer), zu den drei Ästen der Verwaltung (Exekutive, Legislative, Judikative), zu den Kontrollinstanzen und -möglichkeiten gearbeitet. Haben über Kompetenzverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden gesprochen und haben Probleme, wie das Verschwimmen der Grenzen zwischen Exekutive und Legislative (Klubzwang, EU) angerissen. Weiter sind wir nicht gekommen. Wahlrecht (aktives, passives, mehrheits, relatives,…), EU, Menschenrechte, Erlässe und vieles, vieles mehr haben wir nicht angerissen. Dazu fehlte die Zeit. Aber das war auch gar nicht, obwohl sehr spannend, das Wichtige. Wichtig war es einmal mehr zu sehen:

  1. Es gibt ein Problem: Viele junge (und auch ältere) Menschen wissen nicht, wie unser politisches System funktioniert.
  2. Anstatt, wie sie, nachzufragen, behaupten viele, es würde sie nicht interessieren.

Diese zwei Probleme müssen wir, wenn uns unsere Demokratie etwas wert ist, lösen. Und hier geht es in keinster Weise um Schuldzuweisungen! Es gibt ein Problem. Das Problem muss gelöst werden. Schnell! Junge Menschen müssen für Politik begeistert werden. Nicht (nur) weil die Demokratie auf der Partizipation aufbaut und wer sagt “Politik interessiert mich nicht”, damit unser System kaputt macht. Sondern weil es spannend ist! Weil es wichtig ist! Weil es lehrreich ist!  Also ein Lockruf an all jene, die meinen, sie seien nicht in der Lage etwas zu bewegen: das stimmt nicht. Veränderung passiert in dem Moment, in dem man etwas tut! “Because change happens if you live your visions dreams & desires!” Ein Aufruf an all jene, die meinen, das System sei zu komplex: Trau dich fragen. Informier dich. Halt dich am Laufenden. Nerv deine Lehrer. Deine Freunde. Deine Bekannten. Es gibt zahlreiche Quellen, sich ein Bild zu machen! Ein Zuruf denen, die das System heute machen: Wir brauchen mehr Politische Bildung in der Schule. Wir brauchen projektorientiertes Arbeiten. Wir brauchen Lehrer, die sich mit den Themen auskennen! Ein Aufruf an all jene, die das politische Bild prägen, an die PolitikerInnen und Partein: Geht auf Menschen zu. Bindet sie ein. Seid offen. Fordert Unterstützung ein. Diskutiert. Argumentiert. Und hört auf, Volksverarsche zu betreiben. Lasst eure politischen Spielchen sein. Macht partizipative, zukunftsorientierte Politik – egal welche Farbe! Und ein Ruf den Eltern entgegen: Bringt euren Kindern Fragen bei. Ja, das ist anstrengend. Aber wie, wie sollen sie es lernen, wenn sie es nicht früh üben?

Maslow. Herr Maslow hat 1962, vor über 45 Jahren, eine Theorie aufgestellt. Er meinte, dass Menschen verschiedene Schichten von Bedürfnissen hätten. Die unterste und elementarste Stufe sind die Körperlichen Bedürfnisse wie Durst, Hunger, Sexualität, Schlaf, Bedürfnis nach Bewegung / Anregung / Erregung / Ruhe, Schutz vor Witterung. Maslow meinte, dass wenn jeweils eine Stufe der Bedürfnisse befriedigt sei, wende sich der Mensch der Nächsten zu. Die zweite Stufe sah Maslow in den Sicherheitsbedürfnissen. Menschen wollen Dinge wie Stabilität, Zuverlässigkeit, Regeln, Ordnung, Gesetze und Grenzen, Freiheit von Angst / Bedrohung / Chaos, Schutz der Existenz, des Arbeitsplatzes und Eigentums, Altersvorsorge, Gesundheit. Ist auch das sichergestellt legt ein gesunder Mensch sich Maslow zufolge aber nicht vor den Fernseher. Er möchte mehr. Er versucht Soziale Bedürfnisse zu befriedigen. Er möchte Zuneigung, Kommunikation, Kontakt, sucht nach Akzeptanz der eigenen Person, will Liebe, Geborgenheit und “dazu gehören”. Er hat eine Abneigung gegen Einsamkeit / Ablehnung / Fehlen von Freunden und versucht solche Zustände zu beenden. Aber auch dann – so Maslow – lehnt sich das berechenbare Wesen Mensch nicht zurück. Es will mehr. Denn es hat ein Bedürfnis nach Achtung. Stärke, Erfolg, Tüchtigkeit, Macht und Wissen, Anerkennung, Prestige, Status, Aufmerksamkeit, Bedeutung, Respekt, Selbstbestätigung, „differenziert sein von anderen” ist das nächste Ziel, das er anstrebt. Hat man diese vier Grundstufen an Bedürfnissen befriedigt, könnte man meinen, der Mensch hat alles erreicht, was es so zu erreichen gibt. Man ist reich, stark, individuell und eigenständig. Hat Essen, Sex und ein Dach über dem Kopf. Ist abgesichert für die Zukunft und hat ein (starkes) soziales Netz. Aber Maslow sagte nein, da gibt es noch etwas anderes. Dieses “mehr” nennt sich Selbstverwirklichung: Volle Ausschöpfung und Entfaltung des im Menschen angelegten Potentials und das Ausleben der Einzigartigkeit. Weltverständnis, Spontanität, Natürlichkeit, Zielorientiertheit, Wunsch nach Alleinsein, Autonomie, Aufgeschlossenheit, Gemeinschaftsgefühl, Kreativität, Individualität, Selbstentfaltung, Selbstwertgefühl, Gestaltung des eigenen Lebens und der Umwelt, Ausschöpfung des eigenen Potentials. Für mich klingt dieses Modell soweit nachvollziehbar, logisch und richtig. Maslow bringt die verschiedenen Bedürfnisse in eine hierarchische Anordnung (die Maslowsche “Bedürfnispyramide”). Die höheren Bedürfnisse innerhalb der Hierarchie werden erst dann wichtig bzw. verhaltenswirksam, wenn die darunterliegenden Bedürfnisse befriedigt sind. Die physiologischen und Sicherheitsbedürfnisse (auf den untersten beiden Stufen der Bedürfnis-Hierarchie) haben Priorität und höchste Motivationskraft, solange sie unbefriedigt bleiben. Die Bedürfnisse einer höheren Ebene können nicht motivieren, solange Bedürfnisse der unteren Schichten nicht angemessen befriedigt sind. Soweit zu Maslows Theorie. (Ich habe mich bei der Auformulierung der Ausführung von glücksarchiv.de bedient, die überhaupt eine sehr empfehlenswerte Seite ist, auch Wikipedia hat nicht wesentlich mehr zu dem Thema zu bieten.)

Nick Vujicic: Ja, ich bin glücklich!

Verfasst von Armin Soyka am Mittwoch, 14 Oktober, 2009

“Ich heiße Nick Vujicic. Ich liebe es zu reisen, fischen, golfen und zu schwimmen. Ich liebe es zu leben. Ja, ICH bin glücklich

So beginnt eines der vielen Videos über Nick Vujicic, einem der wohl lebensfrohesten Menschen der Welt. Dann zoomt die Kamera weg. Nick hat keine Arme und keine Beine.

Auf seinem Weg von „Man with no limbs“ (Mann ohne Gliedmaßen) zu „Man with no limits“ (Mann ohne Grenzen) hatte auch er so einige Niederlagen zu überwinden – nicht zuletzt den Tod 3 seiner Familienangehörigen 2005.

Dennoch ist er überzeugt: „I wouldn’t change it“ Ohne seine Behinderung wäre es ihm nicht möglich vor Tausenden von Menschen zu reden und ihnen zu zeigen, dass selbst diese Hürde meisterbar ist.

Die Ärzte sagten, er würde niemals stehen können – geschweige denn gehen. Doch Nick machte sich nichts daraus, er beschloss sein Leben selbst zu leben und das Beste daraus zu machen. „You don’t have to believe others opinions!

Nick kann nicht nur vor großem Publikum reden und zigtausend Menschen Hoffnung geben, sondern auch ein eigenes Leben führen. Humorvoll erzählt er von seinem „Everyday life“ – schwimmen, golfen und neue Leute zu treffen stellen für ihn kein Hindernis dar. Nick kann surfen, er kann telefonieren und vor allem: Er kann etwas aus seinem Leben machen. “This is only the beginning, I mean, I’m only 23

Seinen Reden zuzuhören ist ein Erlebnis, das wohl kaum in Worten fassenbar gemacht werden  kann. Nick verurteilt sich nicht dafür in dem einen oder anderen Augenblick an sich gezweifelt zu haben, sein Leben verflucht oder sich gewünscht zu haben jemand anderes zu sein. Er bejammert nicht sein eigenes Leben, verurteilt nicht, wer ihn einst verspottete. Er versucht zu erklären, dass man etwas aus sich machen kann, dass jedes Leben lebenswert ist. Das einzige das einen behindert ist die eigene Vorstellungskraft.Don’t ask yourself and see what you don’t have- see what you do have! “ Nick versucht klarzumachen, dass man sich nicht an den Sachen festlegen soll, die einem fehlen – sieh dein Potential und mach etwas daraus ist seine wichtigste Botschaft.

Weiterführende Links: Nicks Webseite “Life without limbs”, Wikipediaeintrag auf Englisch, einige Youtubeplaylists

Der Artikel wurde von Kathi geschrieben, der ich ganz herzlich danken möchte!

Ein Argument zu diesem Video

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 12 Oktober, 2009

Herr Strache liefert seit kurzem auf seinem Facebookprofil in der Sendereihe “HC Strache – Ohne Maulkorb” etwa zwei mal pro Woche seine Ansichten zu allen möglichen Themen. Viel habe ich auf Facebook schon über diese Videos diskutiert, mehrere Kommentare zu dem untersten Video haben das Fass zum Überlaufen gebracht.

ich will jz ned wieder als rechts extrem genannt werden aber kein mensch dieser welt könnte mir ein gültiges gegen argument zu diesem video sagen. Ich vertseh auch nicht was an diesem video so org is, das es so is kann keiner leugnen. Mag sein das sich die FPÖ in anderen sachen deppat verhält aber das was in diesem video vorkommt triffts ziemlich genau…

Hat da ein Freund auf Facebook unter das Video “Integration von HC Strache” geschrieben (facebook/youtube). Die Argumente will ich hier bringen. Ich weiß, dass ich Herrn Strache damit mehr Raum gebe, seine Ideen an den Mann/Frau zu bringen, aber ich kann nicht anders! Er macht Angst, er hetzt, er lügt. Das muss einmal eingehend belegt werden.

Eines noch. Ich sage nicht, dass Herr Strache ein Nazi ist, ich sage nicht, dass alle FPÖ-Wahler (oder Mandatare) Faschisten sind und ich sage auch nicht, dass die FPÖ grundsätzlich lügt. Ich schwinge nicht mit der Faschismuskeule sondern versuche zu zeigen, was alles falsch ist an dem, was in diesem Video gesagt wird.

“Wien ist eine der sichersten Städte der Welt” – richtig!

“Dieser Ruf ist ernsthaft in Gefahr, es vergeht kaum ein Tag an dem die großen Tagesmedien nicht von Einbrüchen, Überfällen und auch Mordanschlägen berichten” – Falsch! Geht man auf standard.at, diepresse.com, orf.at oder kurier.at (das sind, denke ich, die großen Tagesmedien) findet man auf den Startseiten genau 4 Artikel bzgl Sicherheit in Österreich (Wien: Polizei entfernt Hausbesetzer in Favoriten, Kriminalität: Aufklärung steigt kaum, Massenschlägerei in Traiskirchen und Österreich für Schlepper “goldenes Land”), einer davon hat etwas mit Wien zu tun, keiner mit Einbruch, Überfall oder gar Mordanschlag – schon gar nicht im Plural! Man kann auch auf news.google.at gehen und dort versuchen, Herrn Straches Aussagen zu verifizieren. Googelt man dort nach den Schlagwörtern Wien und Sicherheit und sucht nach Meldungen des letzten Monats, findet man 32 Artikel zu dem geplanten Ausbau des slowakischen Atomkraftwerks Mochove oder 24 Artikel zu Herrn Häupels Schweigetaktik. Artikel zu Überfällen, Einbrüchen und Mordanschlägen sucht man auch hier vergebens. Ja, die Zahl der Anzeigen steigt stetig in Wien (Die Gesamtanzahl der angezeigten Fälle stieg in Wien im Vergleich zum Vorjahr  von 157.553 auf 173.024 an. Dies bedeutet einen Anstieg um +9,82 % im Jahresvergleich zu Jänner bis September 2008) – um wieviel die Kriminalität steigt, kann man daraus nicht ablesen, kann auch sein, dass früher eben weniger angezeigt wurde.

“Ein besonderes Problem stellte in den vergangenen Monaten die extrem ansteigende Jugendkriminalität dar” -  Worauf diese Aussage beruht, weiß ich nicht. Jugendkriminalität ist nicht im Steigen, schon gar nicht extrem. Zumindest sagt das die Kinder- und Jungendanwalschaft Wien.  Die Aussage im ORF ist zwar schon etwas veraltet, ich hatte aber vor drei Wochen das Vergnügen mit besagtem Dr. Anton Schmid im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu sprechen – dort hat er mir das bestätigt. Immer wieder betonte er auch im Zuge der Diskussion bezüglich den Vorfällen im Kremser Supermarkt, dass es keine Radikalisierung der Jugend gebe (weder Richtung “rechts” noch Richtung Gewaltbereitschaft). Claudia Smolik (Grüne Gemeinderätin in Wien) weist hingegen hier darauf hin, dass die Daten der Jugendkriminalität seit 2001 anders erhoben würden. In der monatliche Kriminalstatistik des Bundesministerium für Inneres für den September (Achtung: pdf) wird extra auf den österreichweiten Rückgang der Kinder- und Jugendkriminalität hingewiesen:

Rückgang der Kinder- und Jugendkriminalität setzt sich fort

Die Daten der Septemberstatistik zeigen auch weiterhin einen deutlichen Rückgang im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ist bei den 10- bis 14-Jährigen ein Minus von 15,1 Prozent und bei den Jugendlichen unter 18 Jahren ein Minus von 10,2 Prozent zu verzeichnen.

Tabelle 3: Statistik Kinder und Jugendkriminalität Vergleich Jänner bis September 2008*/2009²

10 bis unter 14 J.                5.091*                4.324²   -15,1%  (Rückgang)
14 bis unter 18 J.               26.631*               23.909²   -10,2% (Rückgang)

Zahlen für die Entwicklung der Jugendkriminalität in Wien konnte ich trotz intensiver Recherche NICHT finden! Herr Straches Aussage entbehrt jeglicher Grundlage!

“Hier zeigt sich ganz deutlich die verfehlte und aus allen Ufern laufende Zuwanderungsproblematik in Wien” - abgesehen davon, dass die Jugendkriminalität nicht steigt sondern massiv sinkt, halte ich die Verbindung von angeblicher Jugendkriminalität mit Zuwanderungsproblematik für bedenklich. Hier werden Vorurteile geschaffen, Ängste geschürt und Kriminalität mit Migration/Zuwanderung gleich gesetzt.

“Türkische, kurdische und tschetschenische Jugendbanden bekämpfen sich oft gegenseitig selbst!”- Es gibt Jugendbanden. Keine Frage. Aber Berichte wie dieser gehen selten auf Nationalitäten ein. Sucht man gezielt nach Jugendbande, Wien, Türkisch findet man sehr vereinzelt Berichte, teils Jahre zurück. Dasselbe gilt für Kurdische Jugendbanden (Wien), wie für Tschetschenische Banden. Liest man sich so die Schlagzeilen durch, sieht man sehr schnell, dass es sich in den wenigsten Fällen um tatsächliche Bandendelikte handelt. Schaut man sich die Googlenews Analyse für die Begriffe Jugendbande und Wien, Jugendbande oder Jugendkriminalität Wien an und vergleicht diese mit den tatsächlichen Zahlen des Innenministeriums, sieht man, dass die Berichterstattung deutlich stärker ansteigt als die tatsächliche Zahl der Anzeigen (um von Verurteilungen gar nicht erstzu sprechen).

2008 gab es vom Nationalratsabgeordneten Christian Hörbart (FPÖ) eine parlamentarische Anfrage bezüglich Jugendkriminalität an Innenministerin Fekter  (mit 12 sehr spannenden Fragen). Dank Auskunftspflicht antwortete die Innenministerin auch umgehend (hier die Antwort). Sehr spannend fand ich, dass “die soziale Herkunft der ermittelten Tatverdächtigen in der polizeilichen Kriminalstatistik nicht erfasst” wird. Die Behauptung, dass türkische, kurdische und tschetschenische Jugendbanden einander die Köpfe einschlagen würden, ist weder mit Medien noch mit Zahlen des Innenministeriums zu belegen! Herr Strache versucht Angst zu machen!

Ich weiß, ich bin erst bei Minute 1 angelangt. Es fehlen noch drei Minuten, aber meine Zeit ist abgelaufen. Aber da waren einfach zuviele Unwahrheiten drinnen.

Eines habe ich hoffentlich gezeigt: Die letzte Aussage des Videos “Daher aus für Häupl -  HC Strache kann es besser!” ist ebenso falsch wie die vorangehenden 4 Minuten.

Man kam mir zuvor!

Verfasst von Armin Soyka am Dienstag, 6 Oktober, 2009

Eigentlich wollte ich über ein spannendes Gespräch zwischen einem Blau-, einem Schwarz- und einem Grünwähler schreiben. Eigentlich wollte ich zeigen, wie falsch die Prognosen sind, die man so hört – von wegen Rechtsruck, von wegen Ideenlosigkeit, von wegen politischem Desinteresse, von wegen Faulheit, von wegen all dem, von dem die (für meine Generation) Alten in Redaktionen und Parteizentralen schreiben, denken und schreien. Ich wollte hier berichten, wie falsch sie alle liegen, wie weit weg sie von der politischen Realität der jungen Menschen sind und wie Unrecht sie uns, uns unter 20 jährigen tun. Ich wollte präzise kritisieren und versuchen zu erklären, wie es zu dieser Missinterpretation kommt und ich wollte Wege aufzeigen, wie man klare, direkte und ehrliche Kommunikation zwischen Jung und Alt schaffen könnte. Und dann ausgerechnet als ich mich hinsetzte um zu schreiben, kam man mir zuvor. Es war eine Alte. Genaugenommen weiß ich nicht wie alt sie ist und das ist auch vollkommen egal. Der Inhalt zählt.

In einem Interview mit der Falterjournalistin Ingrid Brodnig stellt sie (Beate Großegger, Kommunikationswissenschaftlerin)  so einiges richtig. Hier nur ein paar Auszüge:

  • Sie (Jugendlichen) versuchen, in einer Gesellschaft, die sie nicht zu 100 Prozent gutheißen, mitzumachen. Wir beobachten, dass sich Jugendliche erstaunlich stark selbst disziplinieren.
  • Jugendliche leiden unter Leistungsdruck, sie fühlen sich oft überfordert. Sie lehnen sich aber nicht dagegen auf. Aussteigen ist heute kein Thema mehr, außer punktuell am Wochenende.
  • Jugendliche haben auch das Gefühl, dass sie von ihrem Umfeld nur dann geliebt werden, wenn sie die entsprechende Leistung bringen.
  • Die Politik dockt nicht an ihrer Lebenswelt an.
  • Es ist kurzsichtig, sämtliche jungen Blauwähler als rechte Deppen zu stigmatisieren. Für sie ist die FPÖ das kleinere Übel. Wir sehen, dass junge Blauwähler und Blauwählerinnen nicht die Weltanschauung, sondern die politische Performance wählen.
  • Wer will, dass Jugendliche nicht Blau wählen, muss ein besseres Angebot machen.
  • Viele Jugendliche, die heute die FPÖ wählen, sind weltanschaulich nicht rechts. Das ist das Gute an der Sache: Sie wären für etwas anderes zu gewinnen, wenn es ein entsprechendes Angebot gäbe.
  • In den letzten Jahrzehnten waren immer die Bildungs­eliten diejenigen, die sich (politisch) engagierten. Sie konnten sich diesen Luxus leisten, die anderen rackerten sich in ihrem Alltag ab.
  • Heute können sich auch die Bildungseliten das immer weniger leisten. [...] Denn die Bildungselite soll in Mindeststudienzeit mit Auslandspraktika und Fremdsprachen  studieren. Und dann schnell einen Job finden.

Hier kann das ganze Interview “Ein wenig Spaß statt Visionen” nachgelesen werden. Eines ist (für mich) klar. Die angesprochenen Punkte haben viel Wahres und sollten auf welchen Wegen auch immer schleunigst  den Weg in die Köpfe derer finden, die immer und immer wieder ihre Befriedigung daher holen “die Jugend” per se zu denunzieren, schlecht zu machen und von der Faulheit der Schüler zu sprechen. Meine Arbeitswoche beträgt 32 Schulstunden – ohne Hausaufgaben, Vokabel lernen, Referat vorbereiten, Unterricht nachbereiten, administrativen Tätigkeiten oder lernen für Tests. Alles in allem komme ich weit über die 40 Stunden! Und ich bin damit nicht alleine! Wir haben 1,4 Millionen Schüler in Österreich!

Sand sein, nicht Öl im Getriebe.

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 5 Oktober, 2009

Zum Hals hängt es mir raus, mir anhören zu müssen, die Jugend von heute sei unpolitisch, faul und falsch. Zum Hals hängt es mir raus. Hier ein weiteres eindrucksvolles Beispiel, was junge Menschen schaffen, worüber sie nachdenken und was sie für Vorsätze und Visionen haben… das hat meine Schwester gestern produziert. Mit ihrer Erlaubnis publiziere ich hier ihre Deutschhausaufgabe. Ein lesenswertes Stück Text mit wichtigem Inhalt!

Chapeau!” Ein Ausruf des Respekts, der Bewunderung wäre hier angebracht – anstelle von unreflektiertem und gehaltlosem Jugendbashing!

Sand sein, nicht Öl im Getriebe…

Dieser sehr bekannte Satz stammt aus dem Hörspiel „Träume“ des seinerzeit sehr berühmten Lyrikers und Hörspielautors Günter Eich. Geboren 1907 im Osten Deutschlands, brach er 1932 sein Ökonomie- und Sinologiestudium ab und arbeitete zunächst als freier Autor. 1943 wurden durch die Bombardierung seiner Wohnung in Berlin fast alle seiner Manuskripte zerstört. Vieles war für immer verloren. 1945 geriet er als Unteroffizier in amerikanische Kriegsgefangenschaft und war 1947 Mitbegründer der „Gruppe 47“, einer Gemeinschaft verschiedener Autoren. Sie trafen sich, um sich gegenseitig durch Kritik zu unterstützen und um junge, noch unbekannte Autoren zu fördern. Durch demokratische Abstimmungen ermittelten sie die Gewinner des „Preis der Gruppe 47“, welcher sich für viele die ihn erhielten als Sprungbrett in ihre spätere literarische Karriere erwies. Eich selbst war der erste, der mit diesem Preis ausgezeichnet wurde. 1953 heiratete er Ilse Aichinger, eine österreichische Autorin, welche eine sehr bedeutende Repräsentantin der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur ist. Nach vielerlei gemeinsamer Wohnungswechsel fanden die beiden in Salzburg schließlich ein dauerhaftes zu Hause. Im Jahre 1959 gewann Günter Eich den Georg Büchner Preis und auch in der damaligen Dankesrede kam sein Aufruf gegen die Angepasstheit.

„Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
Seid misstrauisch gegen die Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen!
Wacht darüber, dass eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird.
Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!”
Träume, 1951

1972 starb er in Salzburg an einer Herzerkrankung und ist seitdem trotz seines zeitweiligen Ruhms sehr in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, wie viele meinen. War er doch einer der Wenigen gewesen, die immer wieder versucht hatten die Menschheit wachzurütteln – wachrütteln aus den Gewohnheiten ihres Alltags, bei denen sie sich über nichts mehr Gedanken machten, sondern einfach nur die Ideale anderer Menschen nach lebten.

Im zeitlichen Hintergrund Eichs Aussage steht um 1950 herum die Angst vor einem Dritten Weltkrieg. Er befürchtete, dass die Bevölkerung durch permanentes Wegschauen nicht einmal mitbekommen würde, was um sie herum geschähe; sie die Möglichkeit „Nein“ zu sagen einfach so verstreichen lassen würde.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, ein Satz der angeblich von dem russischen Politiker Lenin stammt. Ich finde, er drückt sehr gut aus, was auch Eich damals mit seinen etwas dramatischeren Worten gemeint haben könnte. Und zwar, dass wir nicht einfach darauf vertrauen dürfen, dass die Machthabenden immer nur unser Bestes wollen, sondern dass wir auch darauf achten müssen, dass sie die ihnen gegebene Macht nicht ausnutzen. Demokratie wird erst möglich, wenn wir alle dahinter stehen. Aber das tun wir nicht. Offengestanden habe ich selbst keine Ahnung von Politik. Ich habe immer in dem Glauben gelebt, dass es mich nicht zu interessieren braucht, dass meine eine Stimme doch sowieso keine Rolle spielt, aber langsam beginne ich zu verstehen, wie falsch ich gelegen habe. Meine Stimme mag nicht in der Lage sein Großartiges zu verändern – aber was wenn alle so denken? Was wenn alle sich ihrer Verantwortung auf diese Art und Weise zu entsagen suchen. Natürlich kann man jetzt wieder sagen: tun sie aber nicht. Und, natürlich wird es immer einen gewissen Prozentsatz an Menschen geben, die sich für ihre Überzeugungen einsetzen, aber die Frage ist: Will ich es wirklich diesen wenigen überlassen, über richtig und falsch, und über die Zukunft meines Landes zu urteilen?

Luxus macht denkfaul, und ich denke wir wissen alle, wie leicht es ist sich dazu hinreißen zu lassen, sich einfach der Mehrheit anzuschließen, aber wenn es eines gibt, dessen ich mir zu hundert Prozent sicher bin, dann ist es, dass dies die falsche Lösung ist. Man kann an so vielen Stellen der Sand sein, wenn man sich nur einmal darüber bewusst wird. Und so denke ich auch, dass es für jeden etwas Verschiedenes bedeutet, der Sand zu sein, der verhindert, dass das Getriebe „wie geschmiert“ funktioniert. Für die einen mag es heißen auf Demonstrationen zu gehen, für den nächsten Unterschriften gegen Atomkraft zu sammeln und wieder für den nächsten einfach einmal ungeschminkt vor die Türe zu treten.

Nehmen wir zum Beispiel einmal den Schönheitswahn her. Trauriger Weise leben wir in einer Welt, in der uns schon im kleinsten Kindesalter eingetrichtert wird was schön ist, und was nicht. Uns wird gelehrt, dass man perfekt – eben diesem vorgegebenen Ideal entsprechend – sein muss um es in dieser Gesellschaft zu etwas zu bringen. Uns wird glauben gemacht, dass man nur durch sogenannte Schönheit wahres Glück erfahren kann – aber was daran ist wirklich wahr?

Im Endeffekt ist es doch alles nur eine große Lüge. Nur der winzigste Prozentsatz aller Frauen haben, dem Idealbild entsprechend, niedriges Gewicht, große Brüste und perfekte Zähne und dennoch wird uns eingeredet, dass es normal sei, diesen Vorstellungen zu entsprechen. Dreht man den Fernseher auf, so kann man sich relativ sicher sein, dass in einem Film, die perfekte, schlanke, großbusige Frau die Glückliche ist, während die andere, nicht minder schöne, aber eben auch nicht dem Ideal entsprechende Frau die Unglückliche. Wenn man eine Zeitschrift durchblättert, so ist darin kein einziges Bild, das nicht von Profis in stundenlanger Kleinstarbeit nachbearbeitet wurde.

Wir werden also darauf abgerichtet unglücklich zu sein, denn das Ideal zu erreichen ist für den Großteil der Frauenwelt und in anderen Bereichen auch Männerwelt schlicht unmöglich. Davon wie seelisch belastend es sein muss, ein Leben lang etwas nachzueifern, das man auf natürlichem Wege sowieso kaum erreichen kann, ganz zu schweigen.

Sand sein, heißt für mich also die zu sein, die ich wirklich bin. Dafür einzustehen was ich glaube und mich nicht manipulieren zu lassen, von dem Schönheitsidealismus, der die heutige Zeit prägt. Die Fähigkeit auch Nein zu sagen, wenn mir etwas nicht gefällt, verlangt nach viel Selbstsicherheit. Sie wird einem von dem Streben nach Perfektion ausgetrieben, denn man kann niemals erreichen, was man erreichen will. Das perfekt durchdachte Wirtschaftssystem zwingt einen dazu den Glauben an sich selbst zu verlieren. Dem kann man nur entgegenwirken indem man sich kennt. Sand sein heißt sich selbst kennen, wissen was man kann, davon überzeugt sein, sich dessen sicher sein. Sich selbst bewusst sein.

Medienkongress 2009

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 1 Oktober, 2009

Heute fand ich ein sehr einladendes und verlockendes Angebot in meinem virtuellen Postkasten. Trotz schlechter Erfahrungen mit JEF (Fortbildungswochenende vor Ort abgesagt!) nahm ich es dennoch gleich an – weswegen ich vom 22 bis zu 24 Oktober in Linz weilen werde. Ich freue mich über jeden und jede, die sich auch anmeldet und sich mit mir die knapp 2 Stunden Zugfahrt vertreiben will! Mehr dazu gibt es auf medienkongress.net oder hier, im angehängten eMail:

Von: JEF Office <office@jef.at>
An: Daniel Gerer <daniel.gerer@jef.at>
Betreff: Europa Medien Demokratiekongress, 22.-24.10. 2009
Datum: Thu, 01. Oct 2009 11:11:25

Liebe Freundinnen und Freund,
liebe Föderalistinnen und Föderalisten,

Der Bund Europäischer Jugend / Junge Europäische Föderalisten (BEJ/JEF) und reflex.at veranstalten gemeinsam mit dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) vom 22. bis 24. Oktober 2009 den “Europa Medien Demokratie Kongress” in der europäischen Kulturhauptstadt Linz. Im Rahmen von diversen Workshops erfahren die TeilnehmerInnen mehr über das Zusammenspiel von Politik und Medien innerhalb unserer Europäischen Demokratie und wie sie aktiv in Europa partizipieren können.

Anmelden kannst du dich online unter: www.medienkongress.net/login/?instance=tml-main&action=register

Ziele dieses Kongresses wären eine Vernetzung von Europa interessierten Jugendlichen, das Zusammenbringen von Jugendlichen mit politischen EntscheidungsträgerInnen, das Vermitteln vom demokratiepolitischen Wissen und die jugendlichen TeilnehmerInnen zu motivieren sich aktiv am demokratischen Leben in unserer Gesellschaft zu beteiligen.

VertreterInnen der Europäischen Institutionen sowie EuropaexpertInnen wie unter anderem Europaabgeordnete a.D. Mag Karin RESETARITS, BM a.D. Dr. Friedhelm FRISCHENSCHLAGER, BM a.D. Univ. Prof. Dr. Heinrich NEISSER, BM a.D. Dr. Wilibald PAHR, etc. geben Einblick in die europäische Politik und Medienlandschaft.

Bei den Workshops werden in kleinen Gruppen unteranderem folgende Themen behandelt:

. Wie funktionieren Medien?
. Wie funktioniert Demokratie?
. Was ist Europa?
. Meine Identität in Europa
. Medien und Demokratie
. Was hat Europa je für uns getan?
. Medien selbst gemacht! (Online-, Zeitungs-, Radioworkshops etc.)

Außerdem wird bei diesem Kongress in den Rahmen der Workshops vorgestellt, wie SchülerInnen das gewonnene Wissen selbst mit einfachen Mitteln umsetzten können und z.B. eine SchülerInnenzeitung an ihrer Schule herausgeben.

Teilnahmeberechtigt sind SchülerInnenvertreterInnen (SGA, LSV oder BSV Mitglieder), SchülerzeitungsredakteurInnen, bzw. besonders interessierte SchülerInnen aller Schultypen (AHS, BHS, etc.) aus ganz Österreich ab 16 Jahren.

TeilnehmerInnen aus den Bundesländern werden Unterkunft und Verpflegung für die Dauer des Kongresses zu Verfügung gestellt. Die TeilnehmerInnenzahl des Kongresses ist beschränkt. Es können sich nur Einzelpersonen – nicht ganze Klassen zu dem Kongress anmelden!

Die Teilnahme an dem Europa Medien Demokratie Kongress ist komplett kostenlos!

Kosten für Verpflegung, Unterkunft, Fahrtkosten übernimmt der Veranstalter!

SchülerInnen bekommen für die Teilnahme an diesem Kongress von Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) eine Freistellung vom Schulunterricht für die Dauer des Kongresses ausgestellt.

Anmeldung und nähere Informationen unter: www.medienkongress.net bzw. direkt an den Veranstalter unter office@jef.at

Programm“Europa Medien und Demokratie Kongress 2009″:

Tag 1 (Donnerstag 22.. Oktober 2009)
bis 15:00 – ANKUNFT / EINCHECKEN
15:00 – 16:00 – BEGRÜSSUNG – Vorstellung des Programms und Kennen lernen
16:00 – 18:00 – Workshops Teil 1
18.00 – 18.30 – PAUSE
18.30 – 19.30 – Workshops Teil 2
19.30 – 20.30 – ABENDESSEN
ab 20.30 – Plenum: Debatte mit EP Abgeordneten – Jugend die Zukunft Europas?

Tag 2 (Freitag 23. Oktober 2009)
09.00 – 10.45 – Meinungsaustausch mit Entscheidungsträgern ( in Kleingruppen)
10.45 – 11.00 – PAUSE
11.00 – 12.30 – Simulationsspiel Europäisches Parlament
12.30 – 13.00 – MITTAGESSEN
13.00 – 14.00 – Gruppenspiele zum Thema interkulturelles Lernen
14.30 – 17.30 – Workshops Teil 3
18.00 – 20.00 – Abendessen
ab 20.00 – Offenes Mikro(Meinungen der TeilnehmerInnen zu den EU Themen)
Danach Europa Party

Tag 3 (Samstag 24 .Oktober 2009)
09.00 – 10.00 – Workshops Teil 4
10.00 – 10.30 – PAUSE
10.30 – 12.30 – Workshops (Praktische Umsetzung des gewonnenen Wissens)
ab 12.30 – MITTAGESSEN
Gemeinsame Evaluierung – Verabschiedung im Plenum Abreise (ca. 16:00)

Liebe Grüße,
Jörg BERGER

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Generalsekretär :: secretary general
Bund Europäischer Jugend /
Junge Europäische Föderalisten (BEJ/JEF)
Österreich Lassingleithnerplatz 2/3 A-1020 Wien
Tel.: +43-5-9950
Fax.: +43-5- 9950-91000
Mobil: +43-699- 15959900
email: joerg.berger@jef.at

#2PoGri – Politisches Grillen

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 28 September, 2009

“Es wird Sommer, wir spüren es alle. Gestern beim Gartenfrühlingsputz ist mir eine Idee gekommen: Essen macht Spaß, Politik auch! Warum also nicht beides verbinden?
Alle, die gerne über politische Themen / Politik bei einem Salat, Steak, (vegetarischen?) Würstel, Kuchen oder Bier diskutieren wollen treffen sich in meinem Kleingarten (17. Bezirk, 10 Minuten zu Fuß von Endstation 43, 15 Minuten zu Fuß von Endstation 41). Jeder bringt sich selbst, gute Laune, Kritik, Konstruktivität und entweder einen kleinen Unkostenbeitrag oder Essen mit und wir diskutieren 3, 4 oder 5 Stunden über diverse Themen!”

So habe ich die Idee Anfang April 2009 in der Facebookgruppe Politisches Grillen vorgestellt und einige Freunde, die ich für interessiert hielt, eingeladen. Anscheinend kam die Idee gut an und es gibt eine Menge Menschen, die da ganz meiner Meinung waren: Essen macht Spaß, Politik auch! Warum also nicht beides verbinden? Binnen einer Woche traten der Gruppe 30 Interessentinnen und Interessenten bei, mittlerweile ist die Gruppe auf über 80 Mitglieder angewachsen und mit deiner Unterstützung werden es sicher bald ein paar mehr!

Anfang Juli hatte ich dann die Zeit, das Projekt weiter durchzuplanen, und schließlich fand das #1PoGri (Abkürzung für “Erstes Politisches Grillen” – hier der Link zu dem Facebookevent statt. Die Feuertaufe war bestanden, die Resonanz (hier der Link zum Blogeintrag zum Bericht über das #1PoGri!) gut und voller Tatendrang ging ich an die Planung des #2PoGri (Facebookevent #2). Dieses ging gestern über die Bühne. Wie beim ersten mal war das Wetter einfach wunderbar perfekt, anders war der Altersschnitt – der älteste Teilnehmer war 19 (letztes mal: 2x > 50 Jahre). Hier ein Bericht zweier Teilnehmerinnen (Lena und Kathi) – ein öffentlicher Dank sei euch beiden hiermit ausgesprochen!

Bericht vom #2PoGri:

Oft will man sich mit anderen Leuten über verschiedene Themen unterhalten, möchte über politische und philosophische Fragen ein bisschen mehr Klarheit bekommen. Oder man erfreut sich einfach an spannenden Diskussionen, denen man beiwohnen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass das Gegenüber einen nach 2 Minuten gelangweilt anstarrt und meint “Hey, wusstest du schon, dass ein neues X-Box Spiel draußen ist?“

Deswegen fand am Sonntag das 2. Politische Grillen statt. Eingeladen waren alle, die kommen wollten, egal wie alt sie waren oder wo sie politisch angesiedelt waren.
Das Eis war schnell gebrochen und man kam ins Gespräch. Die erste Diskussion entstand durch die Frage: „Sollten Direktoren die Lehrer rauswerfen dürfen?“ worauf es weiter ging mit: „Was ist ein guter Lehrer?“

Nach einer längeren Essenspause gingen die Gespräche weiter. Diesmal in 2 Gruppen geteilt beschäftigte sich die eine Gruppe mit der Frage der Abtreibung. Obwohl wir uns eigentlich alle darüber einig waren, dass ein Verbot zu nichts führen würde, gingen die Meinungen doch teilweise stark auseinander. Währenddessen wurde in der anderen Gruppe über wählen ab 16, künstliche Befruchtung, Energiesparlampen und Designer-Babys diskutiert.

Nach den ersten Aufräumarbeiten ging das Debattieren als wiedervereinte Gruppe weiter. Bei Kerzenschein entstand trotz der Kälte eine gemütliche Atmosphäre. Diesmal wurde die Trennung von Staat und Religion ins Auge gefasst. Wann endet Religionsfreiheit und wann beginnt das staatliche Gesetz? Auch Glück wurde besprochen. Was macht glücklich? Wie erhält man sich den Zustand des Glücklichseins? Später wurde über Weinen als Schwäche gesprochen. Ist es wirklich eine Schwäche, oder ist es eine emotionale Stärke, vor anderen Trauer zu zeigen?

Schlussendlich haben wir noch alle zusammen aufgeräumt und eine Feedbackrunde gemacht. Dabei kam viel Positives heraus. besonders erwähnt wurden die Diskussionen, die verschiedenen Meinungen und die neuen Freundschaften. Es war ein wirklich spannender und interessanter Tag.

Weitere Politische Grillen sind geplant, ich suche immer UnterstützerInnen, KritikerInnen und MitdenkerInnen! Solange die Überlegungen noch keine konkrete Gestalt annehmen, bitte ich dich einfach der Facebookgruppe “Politisches Grillen” beizutreten – damit bekundest du Interesse an und Solidarität mit der Idee und wirst sobald ein neues Event vor der Tür steht mit einer fast ganz persönlichen Nachricht eingeladen zu unterstützen, teilzunehmen, mitzudenken und natürlich zu kritisieren! Achja und Freunde und Freundinnen einzuladen ist natürlich auch im Sinne der Idee!

PS: Der Untertitel für das #1PoGri war “…weil in unserer Demokratie jede_r etwas zu sagen hat!“. Das #2PoGri wurde mit “... weil wir unsere Stimmen austauschen wollen!“. Für #3PoGri wird noch nach einer Unterbetitelung gesucht. Gute Ideen werden gerne kopiert! Kommentieren!