Auf ichkandidiere.at wurde mir heute eine spannende Frage gestellt. Hier Frage und Antwort!
cris fragte heute um 16:31
Du sprichst als einer von ganz wenigen Drogenpolitik an. Was stellst du dir dabei vor? Welche Erfahrungen hast du mit Jugendlichen und Drogenkonsum? Alles Gute, Cris
Das ist eine sehr sehr spannende Frage und ich denke auch eine sehr Grundsätzliche. Der Umgang mit \”Drogenkonsumierenden\” sagt, denke ich, viel über eine Gesellschaft aus. Vorweg: Drogen sind in meinen Augen Rauschzustand-Herstellende oder körperexterne Substanzen, die Neurotransmitter manipulieren. Auf den Lebensalltag der Jugendlichen umgelegt, sind die relevanten Rauschmittel Alkohol, Zigaretten und Cannabis, in sehr wenigen Fällen auch Heroin. Du fragst nach meinen Erfahrungen mit Jugendlichen: Ich selbst konsumiere keine dieser Stoffe (außer Rauch passiv und unfreiwillig). Aber ich bin damit praktisch alleine. Ab 14 / 15 Jahren konsumieren praktisch alle meine Freunde und Bekannten wenigstens eine, meistens 2 dieser Drogen (un)regelmäßig. Ob ich das gut finde? Nein. Und da kommen wir zu der Grundsätzlichkeit der Thematik. Jugendliche sehen in den meisten Fällen (meine subjektive Beobachtung!) keine Chance, etwas zu verändern. Egal ob in Schule, Familie oder Freundeskreis (an Politik und Gesellschaft denken die wenigsten überhaupt!) – sie sehen nicht, wie sie etwas ändern könn(t)en. Deswegen \”ergeben\” sie sich dem gesellschaftlichen Zwang und greifen zu Flasche oder \”Tschick\”. Den wenigsten macht das (subjektive Beobachtung!) Spaß. Aber 1.) ist der Druck extrem stark (selbst miterlebt!) und 2.) wirkt die Flucht in eine \”andere Welt\” kurzfristig als eine gute Option. Auch wenn ich Drogenkonsum an sich (glaube ich) schlecht finde, kann ich ihn nachvollziehen: Es ist schwer etwas zu verändern, der Druck ist stark und die \”Lösung\” verlockend. Wir dürfen uns aber nicht blenden lassen von dieser \”Scheinwelt\”. Veränderung passiert eben nur, wenn einer und nocheiner und nocheiner anpackt und etwas tut, sich mit seinen großartigen Ideen einbringt. Genau deswegen mache ich auch dieses, mein Angebot, zu kandidieren. Weil ich glaube, dass es ein wichtiges Symbol wäre, wenn jemand so junger (nutzloser? unerfahrener?) Grünspund eine Chance bekommt etwas zu verändern. Es würde vielen Jugendlichen Hoffnung machen und ihnen zeigen: Wenn du willst, geht etwas! Abschließend noch: Nur weil ich Drogenkonsum an sich schlecht finde, geht es mir in keiner Sekunde darum, ihn zu kriminalisieren. Wir müssen nicht bei den Konsumierenden sondern dem System ansetzen. Packen wir das Problem bei der Wurzel statt Sympthome zu bekämpfen! Legalisieren wir Cannabis lieber heute als morgen (und vergessen dabei nicht auf die steuerlichen Einnahmen). Der einzige Weg Jung und Alt vor der (krankhaften) Sucht zu schützen ist Aufklärung. Am besten von Jungendlichen für Jugendliche!
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