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Drogen: Eine Diskussionsgrundlage.

Posted by on Montag, 2 November, 2009

Auf ichkandidiere.at wurde mir heute eine spannende Frage gestellt. Hier Frage und Antwort!

cris fragte heute um 16:31

Du sprichst als einer von ganz wenigen Drogenpolitik an. Was stellst du dir dabei vor? Welche Erfahrungen hast du mit Jugendlichen und Drogenkonsum? Alles Gute, Cris

Armin Soyka antwortete heute um 17:37

Das ist eine sehr sehr spannende Frage und ich denke auch eine sehr Grundsätzliche. Der Umgang mit \”Drogenkonsumierenden\” sagt, denke ich, viel über eine Gesellschaft aus. Vorweg: Drogen sind in meinen Augen Rauschzustand-Herstellende oder körperexterne Substanzen, die Neurotransmitter manipulieren. Auf den Lebensalltag der Jugendlichen umgelegt, sind die relevanten Rauschmittel Alkohol, Zigaretten und Cannabis, in sehr wenigen Fällen auch Heroin. Du fragst nach meinen Erfahrungen mit Jugendlichen: Ich selbst konsumiere keine dieser Stoffe (außer Rauch passiv und unfreiwillig). Aber ich bin damit praktisch alleine. Ab 14 / 15 Jahren konsumieren praktisch alle meine Freunde und Bekannten wenigstens eine, meistens 2 dieser Drogen (un)regelmäßig. Ob ich das gut finde? Nein. Und da kommen wir zu der Grundsätzlichkeit der Thematik. Jugendliche sehen in den meisten Fällen (meine subjektive Beobachtung!) keine Chance, etwas zu verändern. Egal ob in Schule, Familie oder Freundeskreis (an Politik und Gesellschaft denken die wenigsten überhaupt!) – sie sehen nicht, wie sie etwas ändern könn(t)en. Deswegen \”ergeben\” sie sich dem gesellschaftlichen Zwang und greifen zu Flasche oder \”Tschick\”. Den wenigsten macht das (subjektive Beobachtung!) Spaß. Aber 1.) ist der Druck extrem stark (selbst miterlebt!) und 2.) wirkt die Flucht in eine \”andere Welt\” kurzfristig als eine gute Option. Auch wenn ich Drogenkonsum an sich (glaube ich) schlecht finde, kann ich ihn nachvollziehen: Es ist schwer etwas zu verändern, der Druck ist stark und die \”Lösung\” verlockend. Wir dürfen uns aber nicht blenden lassen von dieser \”Scheinwelt\”. Veränderung passiert eben nur, wenn einer und nocheiner und nocheiner anpackt und etwas tut, sich mit seinen großartigen Ideen einbringt. Genau deswegen mache ich auch dieses, mein Angebot, zu kandidieren. Weil ich glaube, dass es ein wichtiges Symbol wäre, wenn jemand so junger (nutzloser? unerfahrener?) Grünspund eine Chance bekommt etwas zu verändern. Es würde vielen Jugendlichen Hoffnung machen und ihnen zeigen: Wenn du willst, geht etwas! Abschließend noch: Nur weil ich Drogenkonsum an sich schlecht finde, geht es mir in keiner Sekunde darum, ihn zu kriminalisieren. Wir müssen nicht bei den Konsumierenden sondern dem System ansetzen. Packen wir das Problem bei der Wurzel statt Sympthome zu bekämpfen! Legalisieren wir Cannabis lieber heute als morgen (und vergessen dabei nicht auf die steuerlichen Einnahmen). Der einzige Weg Jung und Alt vor der (krankhaften) Sucht zu schützen ist Aufklärung. Am besten von Jungendlichen für Jugendliche!

Du denkst etwas anderes? Sag es! Du hast eine andere Frage? Stell sie!

Grüner Konvent

Posted by on Montag, 19 Oktober, 2009

Gestern fand der Grüne Konvent statt. In der Einladung hieß es, es gehe darum, “Partizipationsmöglichkeiten in Parteien und demokratischen Systemen” zu erkunden und weiterzuentwickeln.

Die Erwartung war für mich, viele neue Grüne FunktionäreInnen, SympathisantInnen, VorwählerInnen und AktivistInnen kennen zu lernen, meine Impulse für ein offenes, partizipativeres, stärkeres und fröhlicheres Grün einbringen und diskutieren zu können und selbst von neuen Ideen anderer inspiriert zu werden.

Der Event. Beim Eingang wurde in drei Gruppen unterteilt. Grün (FunktionärInnen), Rot (AktivistInnen) und Gelb (Interessenten). Zu sechst nahm man an einem Tisch Platz, wobei darauf zu achten war, dass sich 2 pro Farbe  und einander möglichst unbekannte an einem Tisch zusammenfünden. Nach einer Einführung durch die Moderatorin (Name vergessen…) und der Begrüßung durch Maria Vassilakou, begann das Programm mit dem ersten 20-minütigen Impulsreferat von Monika Mokre (Politikwissenschaftlerin), die uns Fragen der Demokratie und Partizipation von einer relativ theoretischen (aber hoch interessanten) Seite näher brachte. Die Präsentation sollte hier eingebunden sein.

Anschließend gab es eine 20-minütige Diskussion. Spannende Ideen sind da aufgekommen, obwohl die Zeit zum Diskutieren leider viel zu knapp bemessen war.

Unser Tisch beschäftigte sich vor allem mit der Frage: Wie kann man Partizipation zwischen den (Vor-) Wahlen ermöglichen und auch neue Gesichter erreichen. Unsere Antworten: Spaß – ich sollte mit Motivation, Freude und Elan offen sein für neue Menschen und Ideen. Netzwerke – wir müssen die vorhandenen Netzwerke (Bezirksgruppen, Teilorganisationen, Grüne Vorwahlen?) nutzen und ständig ausbauen. Kommunikation – die Kommunikation Innen wie Außen muss besser klappen. Kleine Gruppen – das geht besonders, wenn die Gruppen, die zusammenarbeiten, kleiner sind. Rausgehen – Um neue Leute in die Partei integrieren zu können, müssen wir im Straßenbild präsenter sein.

Nach 10 Minuten Pause (die Nusskipferln waren köstlich!) ging es weiter mit dem zweiten Impulsreferat. Die Tische wurden gewechselt. Silvia Nossek, Landessprecherin der Wiener Grünen, erzählte von ihrem grünen Werdegang. Sie lieferte ihre 8 Thesen zu Politik und Gesellschaft, über die Markus Ratmayr schon gebloggt hat und ich livegetwittet habe. Hier die Präsentation:

Sehr bewegend fand ich ihre Erzählung, wie sie dazu gekommen ist, Politik zu machen / sich zu engagieren. Sie hatte wohl ihre Großeltern gefragt, was die damals (unter diktatorischen Umständen) gegen das Regime gemacht hätten. Wie sie dafür gesorgt hätten, dass diese Schreckensherrschaft beendet würde. Und sie bekam keine Antwort. Irgendwann stellte sie sich die Frage, was sie wohl ihren Enkeln erzählen würde, was sie getan hätte, damit sich die Zustände wie sie sind verändern. Ein guter Impuls wie ich denke. Besonders spannend finde ich These 6: “Parteien brauchen sowohl inneren Zusammenhalt wie äußere Irritation”.

Es wurde wieder 20 Minuten diskutiert. Allerdings musste ich während der Diskussion gehen. Ich bekam also weder das dritte Impulsreferat von Doron Rabinovici mit, noch die nachfolgende Diskussion.

Der Rückblick. Es war ein sehr spannendes Event. Meine Erwartungen haben sich erfüllt, wobei ich das Gefühl hatte, es waren sehr wenige Grüne VorwählerInnen da. Verständlich, dass einige sehr verärgert sind, aber ändern wird sich nur, was verändert wird. Überrascht war ich von der positiven und offenen Stimmung. Die im Netz vielfach gepriesenen “Betonierer” durfte ich (noch?) nicht kennen lernen. Im Gegenteil. “Alle Grünen VorwählerInnen, die ich bis jetzt getroffen habe, waren mit tiefgrüner Wolle gewaschen. Ich geniere mich dafür, was da gelaufen ist. Ich würde den Landesvorstand am Liebsten abwählen und ich bin nicht alleine.” war eine Aussage bezüglich der VorwählerInnen. Von allen Seiten hörte ich Stimmen, die es bedauerten, dass nicht mehr VorwählerInnen aufgenommen wurden. Maria Vassilakou hob in der Einführung hervor, dass immerhin über 200 neue UnterstützerInnen aufgenommen wurden und mit ihnen (hoffentlich) am 15. November das erste Mal die Tausendermarke an Wahlberechtigten überschritten wird.

Overall. Ein spannendes Event, mit brennend aktuellen Themen und einem klar visionären Blickwinkel. Was sich aus den Protokollen der einzelnen Diskussionen, den Ideen, die auf einer Pinnwand veröffentlicht und bewertet werden konnten, dem Videomitschnitt und den Eindrücken in den Köpfen der Anwesenden entwickeln wird, kann niemand sagen, die Zukunft wird es weisen. Ich bin optimistisch – weil grün größer werden muss.