Gestern Abend wird mir noch eine Zeit in Erinnerung bleiben. Warum werde ich hier gleich ausführen, vorwegnehmen möchte ich aber, dass dies nur eine weitere Ode an die Jugend wird. Wer davon hier (Bloghistory/Beim Arzt) und hier (Bloghistory/Die Jugend von heute) schon meint genug zu haben, braucht also nicht fortzufahren.

[AFS, Tifenn und wie alles begann]
Wie ich auf Facebook und Twitter schon mehrfach gestated habe befinde ich mich derzeit in der Bretagne (Frankreich). Hier besuche ich einerseits meine erste AFS (Bloghistory/AFS and CouchSurfing) Gastschwester Tifenn, die von September bis November (2008) mit mir in Wien residiert hat, andererseits werde ich später auch mit meiner gute Freundin Apolline, die ich von meinem eigenen AFS Auslandsaufenthalt in den USA im Wintersemester 2008 kenne, in Laval zusammentreffen. Seit gut einer Woche bin ich jetzt hier und habe einiges kennen gelernt und gesehen. Später möchte ich noch über das französische Model der Zentralmatura und über „mobilité à la campagne“, Mobilität auf dem Land bloggen, aber jetzt zu gestern.
[Barrierefreie Jugend]
Also was war gestern? Zwei Dinge, beide passierten weil Tifenn ihr Bac (französische Matura) mit guten Noten geschafft hat (15/20, wobei 20 unserer 1 entspricht) und das sollte gefeiert werden. Wo kann man barrierefrei, unbürokratisch und schnell für alle die wollen eine große Feier auf die Beine stellen? In Wien wäre meine erste Wahl (vor allem zu dieser Jahreszeit) der Türkenschanzpark gewesen. Also der öffentliche Raum (der in Wien momentan sehr unter Beschuss steht: Stichwort Augarten). Hier bei der Auswahl zwischen zwei 1.500 Sellengemeinden (Plouédern und Plounéventer) gibt es kaum interessanten/relevanten öffentlichen Raum und mit Sicherheit keinen Türkenschanzpark. Was aber jede Gemeinde hat, ist ein Fußballplatz. Dahin wurden also alle eingelanden. Die physische Barrierefreiheit war damit gewährleistet, kommen wir zu der spannenderen… den Grenzen im Kopf.
[Grenzen im Kopf]
Mein Französisch ist nicht besonders gut. Ich verstehe hier und da ein paar Worte (was bei drei Jahren Französischunterricht bedenklich anmutet), bekomme auch ab und zu einen halbwegs geraden Satz heraus, bei alltagstauglichem Smalltalk wird’s aber schon eng. Spannend ist, wie verschiedene Altersstufen damit umgehen. Bisher hatte ich bis auf meine Gastgeber, Tifenns Familie, fast nur Kontakt zu in etwa gleichaltrigen (16 – 20jährigen) Jugendlichen. Hier wiederholte sich bei Kommunikationsversuchen praktisch immer das selbe Muster:
- Erster Kontaktversuch: schnelles, unverständliches Französisch
- Zweiter Kontaktversuch: lamsameres, (für mich) immer noch unverständliches Französisch
- Dritter Kontaktversuch: entweder holpriges, meist schlechtes Englisch, oder (meistens) Schulterzucken, Resignation.
Spannender gingen es da eine Truppe junger angehender “Fußballprofis” – Lina (8), Melina (7), Romane (13) und Julian (13) – an. Die vier kicken, als wir (sechs erleichterte Lycéeabsolventinnen und ich) als erste bei dem „Stadion“ ankommen, auf der Wiese. Ich, seit meiner Schulterverletzung auf Fußballentzug, sofort hin und frage: „Est-ce que je peux jouer avec vous?“ – Ratlosigkeit! (Anscheinden stimmt was mit der Aussprache nicht). Ich lasse nicht locker: „Jouer futball avec vous?“. Ich beobachte sich langsam aufhellende Gesichter, ein schneller Wortwechsel, dessen Sprache ich mich nicht zu identifizieren trauen würde und dann ergießen sich auch schon ein Schwall von Worten über mich, die ich noch nie gehört habe, geschweige denn identifizieren kann. Die Geschwindigkeit, in der die vier meine darauf folgende Ratlosigkeit realisieren und reagieren verblüfft mich. „Oui, joue avec nous“ und der Ball rollt auf mich zu. Die Freude darüber, dass jemand (ein cooler, alter?) an ihnen Interesse hat und das auch noch zeigt, sprühten sie förmlich aus – in Form von Fragen. Wo wohnst du? Woher kommst du? Wie alt bist du? Welche Sprachen sprichst du? Wie lange bist du in Frankreich? Was machst du hier? Wie lange spielst du Fußball? Was ist dein Lieblingsverein? Bist du alleine? Eine nach der anderen wird „abgearbeitet“. Die Komunikation gestaltet sich aufgrund meines Französischdefizits und ihres Alters schwierig, aber ans Aufgeben wird hier nicht gedacht.
[Hier sind Probleme noch da, um gelöst zu werden]
Gemeinsam, als Team, wird an Formulierungen gearbeitet, die ich vielleicht doch verstehen kann und die vier stecken die Köpfe zusammen und durchforsten graue Zelle um graue Zelle um auch das letzte Wort noch aus dem Englischwortschatz zu kramen. Sogar das ein oder andere Deutschvokabel wird zu Tage gefördert. „Meine große Schwester hat mir das beigebracht.“ berichtet Lina stolz über drei deutsche Worte, die ich an dieser Stelle nicht wiederholen möchte.
[Wenn Motivation Beine hätte]
Hätte Usain Bolt mit seinem 100 Meter Sprint Weltrekord einpacken können. Diese vier jungen Menschen waren bis über beide Ohre motiviert, mit mir zu kommunizieren. Sie wollten, dass ich sie verstehe. Sie haben dazu so gut zusammen gearbeitet, dass McKinsey sich für seine Firmenberatungseffizienstheorien etwas von ihnen abschauen hätte können. Sie waren dafür so kreativ, dass jede Werbefirma neidig wäre. Hab’ ich die Frage nach meinem Schlafplatz nicht verstanden, kam sofort: „maison?“ und ein Fingerdeut in alle Himmelsrichtungen. War mir nicht verständlich, wie man Romane buchstabiert und das Französische Alphabet zu fremd, wurde der Rücken der einen zum Schreibbrett des anderen.
[Alles in allem eine gewaltige Machtdemonstration]
Diese Fähigkeiten, die diese vier jungen menschlichen Individuen mir präsentiert haben (Kreativität, Motivation, Arbeitswille, Teamfähigkeit, Problemlösungskompetenz) sind wertvoll. Diese jungen Menschen, teilweise Volksschüler, haben Macht! Viel Macht! Die Frage ist, wie gehen wir damit um. Momentan habe ich das Gefühl, dass diese Macht nur von wenigen gesehen und von den wenigsten als Chance begriffen wird.
Beginnen wir gemeinsam, dieses unschätzbare Potenzial zu sehen, zu nutzen, es zu fordern und fördern, statt abwertend darauf herumzutrampeln – denn genau dieses Potenzial wird in 10, 20, 30 Jahren entscheiden, wie es mit Österreich, Europa und der Welt weitergeht!

To be continued – das zweite einprägsame Erlebnis wird nachgeliefert…
wieso nicht? glaubst du dann findets niemand? gesichtdetektionssoftware gibt es mittlerweile als freeware, immer mehr detekteien spezialisiereren sich auf online dienste, f
… Read Moreür 50 oder 100 euro kannst du mittlerweile das gesamte netzt (auch “geschützte” facebookbilder) durchsuchen (übringens auch was du denkst gelöscht zu haben, es gibt weltweit so viele firmen, die nichts anderes tun, als das web upzubacken/backups zu machen, google zum beispiel. die laden jede website der welt alle paar stunden herunter!). das einzige was du brauchst ist ein anderes bild, aus dem man biometrische daten ablesen kannst! (und das stellst du als bewerbungsphoto zur verfügung)… oder versteh ich die intention dahinter nicht? (achja, der presi für solche suchen wird radikal runter gehen! 5€?)