Posts Tagged Diskriminierung

Gestern wurde ich diskriminiert

Posted by on Donnerstag, 29 April, 2010
Gestern haben die Währinger Grünen ihre Liste für die Bezirksvertretungswahlen am 10. Oktober 2010 gewählt. Ich bin seit März Mitglied in der BG18 (Bezirksgruppe 18) und habe mich zur Wahl gestellt (ja, ich kandidiere auch für den Gemeinderat, der ebenfalls im Oktober gewählt wird).  Gestern wurde ich diskriminiert.  Und das von der Partei der Gleichberechtigung und Gerechtigung ein echtes Anliegen ist. Alle Grünen Listen werden nach dem Paritätsprinzip gewählt. Genauer beschrieben ist das in Paragraph sieben, Absatz drei der Satzungen der Grünen:
In allen gewählten Organen und Funktionen sollen zumindest 50 Prozent Frauen vertreten sein.
Das wird erreicht indem Männer und Frauen nur abwechselnd für einen Listenplatz kandidieren können. Geht der erste Listenplatz an einen Mann, muss der zweite an einen Frau gehen. Natürlich kann man argumentieren, dass Geschlecht und Politik nichts miteinander zu tun haben. Dass sich die “guten” Politikerinnen schon durchsetzen würden und Quoten überhaupt generell diskriminierend und deshalb abzulehnen seien. Nicht abzustreiten ist aber, dass Quoten Frauen Chancen erzwingen, wo sie von selbst nicht wären. Von Männern geführte Systeme bevorzugen Männer. Ohne jegliche rationale Begründung. Als Beispiel könnte man die momentane Zusammensetzung des österreichischen Parlaments heranziehen. Von 183 Abgeordneten sind lediglich 51 Frauen. Das entspricht einem Anteil von 27, 32 Prozent. Während bei der ÖVP von  51 MandatarInnen nur 12 echte Mandatarinnen sind (23,53 Prozent) und FPÖ (17,65 Prozent) und BZÖ (11,76 Prozent) den Schnitt noch weiter drücken, so sind die Frauenanteile bei den bei den beiden Fraktionen mit Frauenquoten deutlich überdurchschnittlich. Zwar verfehlt die SPÖ seit Jahren die sich selbst auferlegte Quote von 40 Prozent, aber immerhin werden 21 der 57 Mandate der SPÖ  von Frauen bekleidet (36,84 Prozent). Die Grünen, die seit ihren Anfangen das Paritätsprinzip umsetzen liegt die Quote bei genau 50 Prozent. 10 von 20 Mandaten führen Frauen aus (Quelle). Es ist unabstreitbar, dass Quoten richtig verwendet erfolgsversprechend sind und einen nachhaltigen Wandel herbeiführen können. Soweit so gut. Jetzt zu der Diskriminierung. Weiters heißt es in den Grünen Satzungen
Eine Frauenmehrheit ist durchaus zulässig und willkommen.
In die Realität übersetzt heißt das, dass zwar Männer nur auf jeden zweiten Platz kandidieren dürfen, Frauen aber auf jeden. Gestern wurde ich diskriminiert. Mir wurden Chancen verbaut. Ich (und alle anderen Männer mit mir) konnten nicht für jeden Listenplatz kandidieren. Wenn man eine 50 prozentige Frauen- (und Männer-) quote möchte, ist logisch, dass nicht jeder Kandidat (und jede Kandidatin) auf jeden Platz kandidieren kann, sondern, dass (geschlechter-)abwechselnd gewählt werden muss. Ist eine höhere Frauenquote “zulässig und willkommen”, so heißt das, dass Frauen die abwechselnde Wahlfolge unterbrechen können und auch “Männermandate” belegen können. Im Laufe der Wahl war das zu meinem Nachteil. Und wenn die Währinger Grünen bei der Wahl zehn Mandate eringen, werden davon sechs weiblich, vier männlich sein.
Ich muss sehr aufpassen, dass ich meine persönliche Enttäuschung über den (nur) 11. Listenplatz nicht mit der “positiven Diskriminierung” bei der Wahl durcheinander bringe. Denn das eine hat mit dem andern nichts zu tun. Ja, ich bin enttäuscht. Das darf auch jeder wissen. Ich hätte mir den achten oder zehnten Platz gewünscht. Aber wichtig ist mir auch, dass dieser Artikel mit meiner Enttäuschung nichts zu tun hat. Die Wahl ist geschlagen, die Liste steht und soweit ich es beurteilen kann, ist es eine gute Liste.  Gestern wurde ich diskriminiert. Mir wurden Chancen verbaut. Strukturell. Ich wurde unfair behandelt. Nicht von einem Individuum. Von einem System. Warum? Weil ich ein Zumpferl hab. Weil mir was zwischen den Beinen runter hängt. Kann ich da etwas dafür? Kann ich da etwas dagegen? Kann ich etwas dafür, dass Frauen Jahrtausende unterdrückt wurden und dass sie im 21. Jahrhundert für die selbe (oft bessere) Arbeit bis zu 30 Prozent weniger verdienen? Nein. Für all das kann ich nichts. Positive Diskriminierung ist unfair. Es ist eben Diskriminierung. Ich möchte nicht darüber diskutieren, ob “positive Diskriminierung” sinnvoll ist oder tatsächlich die Welt gerechter macht. Ich möchte nur sagen, dass “positive Diskriminierung” weh tut. Anders behandelt zu werden, als die anderen, weil man im Rollstuhl sitzt, weniger Chancen zu bekommen, weil man schwarze, gelbe oder weiße Haut hat, weniger zu verdienen, weil man eine Frau ist oder verfolgt zu werden, weil man schwul ist, ist nicht schön. Ist nicht fair.
Ich gehöre keiner diskriminierten Gruppe an. Ich bin männlich, weiß, reich, gebildet, gesund, hetero und jung. Ich kann das bisschen “positive Diskriminierung” aushalten. Aber gestern hat mich an eines erinnert. Diskriminierung tut weh. Sie schmerzt. Wir sollten besser darauf achten, wem wir weh tun. Nicht nur mit Taten. Auch Worte können Waffen sein.
Gestern wurde ich diskriminiert. Mir wurden Chancen verbaut. Strukturell. Strukturelle Diskriminierung ist scheiße. Bekämpfen wir sie. Achten wir auf unsere Umwelt. Passen wir auf unsere Mitmenschen auf!

In einer fremden Haut

Posted by on Mittwoch, 21 Oktober, 2009

Gibt es Rassismus wirklich? Die Frage habe ich mir schon oft gestellt. Ich habe in meinem Leben wenige Situationen direkt miterlebt und wahrscheinlich bin ich nicht besonders sensibilisiert. Heute lief mir ein Zeitungsartikel in der Zeit über den Weg, der mir meine Frage beantwortet hat. Ein weißer Journalist färbt sich seine Haut und zieht ein Jahr durch Deutschland. Seine Beobachtungen sind sehr lesenswert – wenn auch erschreckend. “Ich bin kein Schwarzer, ich kann aus meiner Haut wieder raus. Trotzdem fühle ich mich gedemütigt.” Zeit sich zu sensibilisieren, sich zu engagieren und Zivilcourage zu zeigen!

Günter Wallraff – In fremder Haut
Ein Jahr lang war Günter Wallraff immer wieder als Schwarzer unterwegs: bei einem Fussballspiel in Cottbus, auf Wohnungssuche in Köln, in einer Rosenheimer Kneipe und bei einer Behörde in Berlin-Marzahn – Leseempfehlung!

Nachtrag: Wochenende

Posted by on Dienstag, 20 Oktober, 2009

Ein Nachtrag zum Wochenende. Habe einen Punkt vergessen.

“Mein Leben lang wurde ich diskriminiert, weil ich nicht gesoffen und geraucht habe. Von meinen Freunden, in der Schule, in der Arbeit und im Restaurant. 50 Jahre lang.” Mit enttäuschter, verzweifelter, verletzter und teils verbitterter Stimme musste ich bei diesen Worten einer knapp 50 Jährigen in die Augen schauen. Kein schönes Gefühl. Denn diese Worte kamen von Herzen, sie waren nicht willkürlich gewählt.  Und sie haben mich verletzt. Was ist das für eine Welt. Was ist das für eine Gesellschaft?

Black isn’t just a colour – two worlds

Posted by on Donnerstag, 1 Oktober, 2009

Can you fulfill this task we were asked to cope with in today’s english class?

Two worlds.
Read through the statistics about blacks in the USA. Two of the sentences ae not true. Which do you think they are? Check with your teacher.

  1. In 2005 black unemployment was 10,8 %, more then double that of white unemployment at 4,7 %.
  2. Over 70 % of whites own their homes compared with less than 50 % of blacks.
  3. A black person is about twice as likely to die from disease, accident or murder than a white person is.
  4. On average, blacks live 15 years less than whites do.
  5. Blacks are three times more likely to be jailed than whites.
  6. The financial value of a black household is 10 times less than that of a white one.
  7. About 24 % of black families live below the poverty line, three times more than the white population.
  8. Thogether Bill Gates and Larry Elision, both white, have more wealth than the combined wealth of all 36 million blacks in America
  9. In 1860, 98 % of all Blacks in America worked for white people. In 2001, 62 % of all blacks in America still work for white people.
  10. An estimated 12.6 % of all black men in their late 20s are in prision, compared to 1.7 % of white men in the same age group.

Please post answers you would suggest! I’ll comment the answer later on…