Beiträge mit dem Tag: Bildung

Barcamp Klagenfurt 2010

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 4 Februar, 2010

Ab Morgen bin ich auf meinem ersten BarCamp in Klagenfurt. Was das ist, kann man in dieser sehr lebhaften Beschreibung nachlesen (EDIT: Nur mehr im GoogleCache hier). Weiterlesen »

Verhütung ist Frauensache, Orgasmus Männersache?

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 25 Januar, 2010

Verhütung ist Frauensache, Orgasmus Männersache“ – wegen diesem provo- kanten Slogan schaute ich hin und griff zu und mittlerweile bin ich froh darüber. Die Broschüre „Mein Körper, meine Lust“ weist auf eine Thematik hin, die totgeschwiegen und verfälscht darge- stellt wird. Weibliche Sexualität wird nie sachlich und offen Behandelt. Weder Schule, noch Hollywood, Pornos oder Bravo beantworten die Fragen. Und am Ende leiden die Meisten darunter. Weiterlesen »

Auf zum Österreichischen Schülerparlament!

Verfasst von Armin Soyka am Mittwoch, 13 Januar, 2010

demokratie“Die österreichische Bundesschülervertretung vertritt die Anliegen von 1,2 Millionen Schülerinnen und Schülern nach außen. Um neue Ideen zu finden und gemeinsam zu diskutieren findet vom 22.-24. Jänner das Österreichische Schülerparlament statt.”  Was das ist? Na dazu muss man die ganzen Strukturen der Österreichischen Schülervertretung verstehen. Weiterlesen »

Weihnachten kopfstehen lassen

Verfasst von Armin Soyka am Samstag, 26 Dezember, 2009

Weihnachten-kopf-stehen-lassenJe mehr Festtage an mich herangetragen werden, desto nachdenklicher werde ich. Das war letztes Weihnachten so, mein Geburtstag verunsicherte mich genauso wie X-mas in diesem Jahr und ich frage mich:  »Welches Weihnachten will ich?« oder eigentlich »Welches Weihnachten wollen wir?« Feste und Weihnachten im Speziellen erzeugen in mir ein unwohles Gefühl, der Ursache bin ich noch auf der Spur. Weiterlesen »

Medienmix vom 16. Dezember 2009

Verfasst von Armin Soyka am Mittwoch, 16 Dezember, 2009

medienmixlogoVor langer langer Zeit habe ich einmal geschrieben Medienmix ist Bloggersache. Dieser Meinung bin ich immer noch. Bisher habe ich das nur passiv gemacht – mich via RSS-Feed, Twitter oder Facebook füttern lassen (und ab und zu auch weiter gezwitschert oder verlinkt). So habe ich eine Menge spannedes Zeug kennen gelernt. Hier möchte ich (täglich?) auch die Artikel, die ich an dem Tag gelesen habe zusammenfassen und verlinken. Weiterlesen »

Ihr daoben, Wacht auf!

Verfasst von Armin Soyka am Mittwoch, 9 Dezember, 2009

GeographieHeute ein weiterer Lichtblick. Ab und zu schaue ich in den ersten Klassen vorbei, weil ich es wichtig finde, dass die sich wohl fühlen. Da erzählt mir eine Zwölfjährige, dass sie nach Buenos Aires übersiedelt, weil ihre Mutter dort einen Job gefunden hat. Und bevor ich noch beginnen kann, Fragen zu stellen, schreit eine Mitschülerin auf: »Ist das in Albanien?« Und die Schnatterei beginnt. »Nein, das ist in Argentinien.« »Woher soll ich das denn wissen?« »Wo liegt Argentinien?« Die Spannung ist da. Weiterlesen »

Nachbetrachtung: Ja, grün is’ es!

Verfasst von Armin Soyka am Sonntag, 22 November, 2009

gruen_is_es

Ich komme zurück vom Zukunftskongress und bin überwältigt. Ich bin erfüllt mit Zuversicht, Hoffnung und Tatendrang. Und nein, ich bin nicht alleine! Diese rund 12 Stunden intensive Auseinandersetzung mit den Grünen, den Ideen und den vielen neuen Gesichtern vor Ort haben mir Kraft gegeben und endgültig JEDEN Zweifel zerstreut. Meine Energie ist hier gut angelegt. Heute ging es den Grünen, die aus ganz Österreich nach Wien strömten, darum die Zukunft zu diskutieren. Weiterlesen »

Bildung: So kann’s gehen oder vom gewissen Etwas.

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 2 November, 2009

Bildung ist die Grundlage unseres Wohlstandes, Kreativität die Währung des 21. Jahrhunderts und PädagogInnen der einzige Weg beides zu erreichen. Guter Unterricht steht und fällt mit dem Lehrpersonal. ProfessorInnen, KleinkindpädagogInnen und LehrerInnen müssen natürlich über fachliches Wissen verfügen, aber in Wirklichkeit geht es um das gewisse Etwas. Begeisterung, Freude an der Arbeit, Verständnis für Jugendliche oder die Überzeugung etwas Wichtiges zur gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen sind nur einige Aspekte dieses gewissen Etwas. Dieses gewisse Etwas haben viele ProfessorInnen. Einige leider auch nicht. Natürlich spielt auch immer persönliche Sympathie dazwischen, aber man kann schon sagen, es gibt solche und solche. Wie man dieses gewisse Etwas fördern kann, möchte ich hier jetzt nicht besprechen, auch wenn ich dazu einige Ideen habe (Ausbildung, Freiheiten, Autonomie, Anstellung,…). Hier möchte ich ein Beispiel bringen für dieses gewisse Etwas:

Letzten Monat behandelten wir im Deutschunterricht die Thematik des Generationenkonflikts. Zuerst lasen wir einen Profilartikel zu dem Thema, dann einen Kommentar von Andreas Khol und eine Anwort von Profiljournalist Gernot Bauer. Wir diskutierten zwei Stunden lang über den Generationenkonfikt, den Generationenvertrag und Themen wie Verantwortung, Zukunft und Macht, besprachen den Artikel durch und bekamen dann eine Hausaufgabe zu dem Thema. Die genaue Aufgabenstellung unten.

Blecha und Khol

Das Nachrichtenmagazin profil widmete in der Ausgabe 35/2009 vom 24.08.2009 die Titelge­schichte dem Thema Generationenvertrag.

Zusammenfassung des Artikels / Zitate:

Die graue Gefahr

„Soziales. Alt, aber gierig: Eine maßlose Kaste von Frühpensionisten und Langzeitrentnern bricht am Höhepunkt der Wirtschaftskrise den Generatio­nenvertrag und stiehlt der Jugend die Zukunft. Die Politik kapituliert vor der Macht der Alten.“

Die Pensionistenvertreter von SPÖ (Karl Blecha) und ÖVP (Andreas Khol) fordern eine Pensionserhöhung für 2010 von 2%. Sie berufen sich auf den monatlich ermittelten Preis­index für Pensionistenhaushalte (PIPH), der anders berechnet wird als der normale Preisindex und mit 2% Inflation für Pensionisten rechnet, während der normale Index nur 1,5% Preissteigerung vorsieht. Eine 2%ige Pensionserhöhung würde 200 Mio € jährlich kosten.

Noch vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise warn­te der ehemalige deutsche Bundespräsident Roman Herzog (75) vor einer „Rentnerdemokratie, in der die Älteren die Jüngeren ausplündern würden“. Im profil heißt es: „Im Jahr 2009 mit rasant anziehen­den Arbeitslosenquoten erhält Herzogs prognosti­zierte Gerontokratie kleptokratische Züge, wenn die Alten ihre fantasierten wohlerworbenen Rechte ver­teidigen, welche die Jungen kaum mehr finanzieren können. Rund 13 Milliarden Euro muss der Bund allein 2009 für Pensionszahlungen (…) berappen, mehr, als er für Schulen und Universitäten ausgibt. Der angesichts leerer Staatskassen absehbare Ver­tei­­lungskampf wird so zum unlauteren Wettbewerb und der viel umjubelte Generationenvertrag – Junge erhalten Alte – sittenwidrig. Und die Politik? Hat vor der Macht der Alten längst kapituliert.“

Hintergrund seien demografische Entwicklungen, die man seit langem kenne (und ignoriere?). Immer weniger Junge müssten immer mehr Alte erhalten. Die Bevölkerung werde immer älter.  Früher sei argumentiert worden, dass man der Trümmer­gene­ration (jenen, die Österreich nach 1945 wieder­aufge­baut haben) Pensionen nicht streitig machen dürfe („wohlerworbene Rechte“). Jene, die heute in Pension gehen, seien aber nach dem Krieg geboren und seien zur Zeit des Wirtschaftswunders groß geworden. „Der lange Lebensabend der Gol­den Girls und Boys wäre an sich begrüßenswert – wenn die Arbeitszeit mit der steigenden Lebenser­wartung Schritt halten würde.“ Doch in Wahrheit sinkt das Pensionsantrittsalter trotz der Pensions­reformen der letzten Jahre. Auch heuer wird es we­iter sinken, Österreich könnte sich mit Frankreich „den Titel des Frühpensionsweltmeisters“ sichern. profil zitiert den Generaldirektor der Pensionsver­sicherungsanstalt Winfried Pinggera: „Wenn nicht länger gearbeitet wird, verändert sich die Pension zu einer Mindestsicherung mit Minipension. Und dann werden sich die Jungen zu Recht fragen, wozu sie Versicherungsbeiträge bezahlen.“ Das gesetz­liche Pensionsalter liegt bei 65 (Männer) und 60 (Frauen) Jahren. Derzeit trete aber nicht einmal die Hälfte der Neorentner eine Regelpension an. Es gebe viele „Schlupflöcher“ und andere Regelungen, die einen anderen Effekt erzielen als ursprünglich beabsichtigt oder von der Politik angekündigt. („Hacklerregelung“, „Invaliditäts­pen­sion“). Das Pensionsgesetz sei ein Gesetz mit unzähligen Novellen. Basis ist das Umlageverfahren nach dem Versiche­rungs­prinzip (Generationenver­trag), d.h. dass jeder Erwerbstätige neben Steuern und Sozial- und Arbeitslosenver­siche­rungsbeiträgen auch Pensionsversiche­rungs­beiträge zahlt. Da die so lukrierten Gelder nicht reichen, muss der Bund jährlich Zu­schüsse aus Steuereinnahmen leisten, um die Pensionen auszahlen zu können. Sozial­forscher Bernd Marin erklärt: „Der Sinn eines Wohlfahrtsstaates kann ja nicht sein, dass ihn eine Generation mit ins Grab nimmt. Wenn wir so weitermachen, ist das Pen­sions­system wie ein Pyramidenspiel, bei dem für die jeweils nächste Generation immer weniger über­bleibt. Menschen, die nach 1970 geboren sind, könn­ten im Vergleich zur Nachkriegsgeneration nicht einmal die Hälfte des Gegenwertes ihrer Bei­träge herausbekommen.“ Einige Gruppen seien vom derzeitigen System besonders begünstigt, so zum Beispiel Beamte und Bauern. Die Pensio­nistenvertreter der SPÖ und ÖVP hätten partei­intern großes Gewicht, was vor allem daran liege, dass die Pensionisten einen überdurchschnittlich großen Anteil der Wähler dieser beiden Parteien stell­ten. „Bei den Nationalratswahlen 2008 waren rund ein Drittel der 6,3 Millionen Wahlberechtigten über 60 Jahre alt.“

HAUSÜBUNG bis …

Diskutiere einige der in den beiden Artikeln aus dem profil vorgebrachten Thesen und Argumente zum Thema Generationenkonflikt. Gehe dabei auf folgende Fragen ein!

  • Wie sehr betrifft und interessiert dich das Thema?
  • Hältst du die Diskussion in dieser Form für angebracht?
  • Wie definierst du die beiderseitige Verantwortung von Jungen und Alten? Geht es dabei hauptsächlich / nur / im Grunde nicht … um Geld?
  • Wie siehst du die Entwicklung unserer Gesellschaft und deine Rolle in ihr in diesem Zusammenhang?
  • Siehst du optimistisch, gleichgültig oder pessimistisch in die Zukunft?

Tipps:

  • Überlege dir, auf welche Aspekte du schwerpunktmäßig eingehen willst. Du kannst nicht alles umfassend behandeln.
  • Überlege dir einen interessanten Einstieg in das Thema!
  • Mach deinen persönlichen Bezug mit Beispielen aus deinem Leben, deinem Umfeld und deinen Erfahrungen deutlich!
  • Achte auf eine überzeugende Argumentation und untermauere mit Beispielen und Belegen deine Thesen und Argumente!
  • Vergiss bei wörtlichen Zitaten die Anführungszeichen nicht, verwende bei indirekten Zitaten den Konjunktiv!
  • Achte auf einen sinnvollen Aufbau (zuerst Ideen sammeln und ordnen) und eine erkennbare Gliederung (Absätze)!
  • Versuche nicht vom zentralen Thema (Generationenvertrag und -konflikt) abzukommen!
  • Am Ende soll ein abrundender Schluss stehen und kein Einzelaspekt.
  • Vergiss nicht, deinem Text einen guten Titel zu geben!
  • Überarbeite deinen Text gewissenhaft auch in sprachlicher Hinsicht (am besten mit einem gewissen zeitlichen Abstand zur Entstehung)!

Bei am Computer verfassten Arbeiten bitte um eine gut leserliche 14er-Schrift und mindestens eineinhalbfachen Zeilenabstand sowie Korrekturrand

Hat jemand das gewisse Etwas bemerkt?

Nachtrag. Ich bin soeben auf dieses Video gestoßen. Auch die hier gezeigte Schule verkörpert das gewisse Etwas!

Hat jemand das gewisse Etwas bemerkt?

Nix brennt in unserer Uni!

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 26 Oktober, 2009

Unsere Uni

Gibt es etwas anderes als lächelnde Menschen? Menschen, die sich gebraucht und gewollt, nützlich und stark fühlen? Menschen, die an etwas glauben und dafür einstehen, ihre Ideen einbringen und gehört werden? Gibt es etwas Schöneres als eine große Vision? Gibt es etwas Schöneres, als wenn alle mithelfen? Gibt es etwas Schöneres als eine Audimaxbesetzung? Ich habe die letzten 9 Stunden im Audimax zugebracht und kann gar nicht zusammenfassen, was ich heute alles erlebt habe.

Aber hier ist etwas im Entstehen. Etwas Großes. Optimismus, Aktivismus und Engagement greifen um sich, das System wächst schnell. Das Chaos strukturiert sich. Es wird diskutiert. Es wird analysiert. Und es wird gelernt. Die Entwicklung, die sich in dieser Unternehmung in den letzten 100 Stunden abgespielt hat, ist unbeschreiblich. Das Erfolgsgeheimnis? Hier wird gelächelt. Hier fühlt sich jeder wohl. Es gibt ein Ziel. Und die Gruppe hält zusammen. Sie steht für einander ein und arbeitet hart, um ihre Ziele zu erreichen. Um die armen verwirrten Schafe, die noch immer denken, es ginge um Vandalismus oder Blockaden, aufzuklären, hier der letzter Stand der Forderungen:

1)   Bildung statt Ausbildung
Bildung für eine mündige Gesellschaft und nicht bloße Ausbildung nach wirschaftlicher Verwertbarkeit! Unser Ziel ist die Möglichkeit eines freien, selbstbestimmten Studiums für Alle! Wir wollen keine Verschulung der Studienpläne! Daher fordern wir eine grundlegende Überarbeitung des BA/MA Systems.

Wir fordern:

  • Schluss mit den STEPs als versteckte Zugangsbeschränkungen. Die STEP als eine tatsächliche Orientierungsphase statt als Selektionsinstrument durch Knock-Out Prüfungen.
  • Freie Gestaltung des Studiums – Schluss mit der unnötigen Verzögerung durch Voraussetzungsketten
  • Freie Wahlfächer statt Erweiterungscurricula
  • Weg mit den intransparenten Anmeldesystemen
  • Freie Master und PhD Zugänge
  • Gewährleistung der Beendigung des begonnenen Studienplans (z.B. Diplom). Dazu bedarf es eines entsprechenden Lehrangebots und fixer Äquivalenzlisten sowie der bestehenden Übergangsfristen.
  • Aufrechterhaltung der noch bestehenden Diplomstudiengänge
  • Gewährleistung der Anrechenbarkeit von LVs und Abschlüssen im In- und Ausland

2)   Freier Hochschulzugang
Freie Studienplätze für Alle und Abschaffung der Studiengebühren, auch für nicht-EU-BürgerInnen und Langzeitstudierende. Die Sicherstellung eines angemessenen Lehrangebots und die Qualität der Lehre darf nicht durch Zugangsbeschränkungen erwirkt werden. Freier Hochschulzugang und qualitativ hochwertige Lehre sind kein Widerspruch! Es gibt nicht zu viele Studierende sondern nur zu wenige Studienplätze!

3)   Demokratisierung der Universitäten
Unser Ziel ist die demokratische Organisation der Universitäten. Dazu gehört eine Demokratisierung der Verwaltung in einer Form, die ProfessorInnen, Studierende, das wissenschaftliche und das nicht wissenschaftliche Personal gleichberechtigt an der Entscheidungsbildung beteiligt.

Wir fordern:

  • Neuverteilung der Stimmrechte im Senat mit dem Ziel einer echten Demokratisierung zum Beispiel nach dem Prinzip der Viertel-Parität
  • Keine Studienplanänderungen ohne Mitbestimmung der Studierenden
  • Einführung demokratischer Entscheidungsstrukturen auf allen Ebenen
  • Transparente Entscheidungsfindungsprozesse müssen auf allen Ebenen etabliert werden
  • Anti-Diskriminierung als Grundkonsens in allen universitären Bereichen
  • Ersatzlose Abschaffung des Universitätsrates
  • Auflösung des Top-Down Prinzips
  • Rücknahme der ÖH Wahlrechtsreform 2004 – Wiedereinführung des Direktwahlmodus bei ÖH Wahlen
  • Studentische Räume müssen geschützt werden

4)   Ausfinanzierung der Universitäten

  • Transparenz bei der Finanzierung von Forschung und Lehre
  • Mitbestimmung bei der Mittelverwendung an Universitäten
  • Abschaffung aller noch bestehenden Studiengebühren, auch für nicht-EU-BürgerInnen und Langzeitstudierende
  • Finanzielle Absicherung der Studierenden
  • Wiedereinführung der StudentInnenfreifahrt
  • Aufhebung aller finanziellen Zugangsbarrieren im Bildungsbereich

Dass etwas weitergeht, kann man spüren. Aber man kann es auch sehen. Mittlerweile gibt es 48 Arbeitsgruppen zu allen relevanten Themen: von Presse, Abendgestaltung und Moderation über SchülerInnen, Technik und Resourcen, zu Volksküche, Forderungen und Rechtsinformation, in denen über 400 Menschen Tag für Tag (stundenlang) diskutieren und ihre Resultate im Plenum vorstellen, diskutieren und abstimmen. Webseite und Livestream wurden binnen Stunden auf die Beine gestellt und erfreuen sich großer Beliebtheit (die Webseite wurde innerhalb von 20 Stunden über 30.000 mal besucht, im Livestream folgen etwa 1.000 (!!!) Menschen dem Geschehen). Auch in Twitter dominiert das Thema: #unibrennt und #audimax sind auf Platz 1 und 2 der deutschen Twittercharts.  Auch die Facebookgruppe wird wohl heute Nacht noch die 8.000 Mitgliedermarke knacken. Eine spannende und soweit ich beurteilen kann wichtige und richtige Analyse liefert Philipp Sonderegger.

Hier noch eine Kostprobe, wie es um Stimmung und Motivation bestellt ist.

Hier ist etwas im Entstehen und ich bin nicht sicher, ob ich die nächste Woche nicht lieber auf der Uni anstatt in Venedig verbringen würde. Ganz ehrlich!

Jetzt muss ich schnell ins Bett, damit ich morgen für das Plenum um 11 Uhr fit bin! Gute Nacht!

Achja, und alle die nicht kommen sind ganz ehrlich selber schuld. Pech gehabt. Flaschenpost vorbeigeschwommen.

Man kam mir zuvor!

Verfasst von Armin Soyka am Dienstag, 6 Oktober, 2009

Eigentlich wollte ich über ein spannendes Gespräch zwischen einem Blau-, einem Schwarz- und einem Grünwähler schreiben. Eigentlich wollte ich zeigen, wie falsch die Prognosen sind, die man so hört – von wegen Rechtsruck, von wegen Ideenlosigkeit, von wegen politischem Desinteresse, von wegen Faulheit, von wegen all dem, von dem die (für meine Generation) Alten in Redaktionen und Parteizentralen schreiben, denken und schreien. Ich wollte hier berichten, wie falsch sie alle liegen, wie weit weg sie von der politischen Realität der jungen Menschen sind und wie Unrecht sie uns, uns unter 20 jährigen tun. Ich wollte präzise kritisieren und versuchen zu erklären, wie es zu dieser Missinterpretation kommt und ich wollte Wege aufzeigen, wie man klare, direkte und ehrliche Kommunikation zwischen Jung und Alt schaffen könnte. Und dann ausgerechnet als ich mich hinsetzte um zu schreiben, kam man mir zuvor. Es war eine Alte. Genaugenommen weiß ich nicht wie alt sie ist und das ist auch vollkommen egal. Der Inhalt zählt.

In einem Interview mit der Falterjournalistin Ingrid Brodnig stellt sie (Beate Großegger, Kommunikationswissenschaftlerin)  so einiges richtig. Hier nur ein paar Auszüge:

  • Sie (Jugendlichen) versuchen, in einer Gesellschaft, die sie nicht zu 100 Prozent gutheißen, mitzumachen. Wir beobachten, dass sich Jugendliche erstaunlich stark selbst disziplinieren.
  • Jugendliche leiden unter Leistungsdruck, sie fühlen sich oft überfordert. Sie lehnen sich aber nicht dagegen auf. Aussteigen ist heute kein Thema mehr, außer punktuell am Wochenende.
  • Jugendliche haben auch das Gefühl, dass sie von ihrem Umfeld nur dann geliebt werden, wenn sie die entsprechende Leistung bringen.
  • Die Politik dockt nicht an ihrer Lebenswelt an.
  • Es ist kurzsichtig, sämtliche jungen Blauwähler als rechte Deppen zu stigmatisieren. Für sie ist die FPÖ das kleinere Übel. Wir sehen, dass junge Blauwähler und Blauwählerinnen nicht die Weltanschauung, sondern die politische Performance wählen.
  • Wer will, dass Jugendliche nicht Blau wählen, muss ein besseres Angebot machen.
  • Viele Jugendliche, die heute die FPÖ wählen, sind weltanschaulich nicht rechts. Das ist das Gute an der Sache: Sie wären für etwas anderes zu gewinnen, wenn es ein entsprechendes Angebot gäbe.
  • In den letzten Jahrzehnten waren immer die Bildungs­eliten diejenigen, die sich (politisch) engagierten. Sie konnten sich diesen Luxus leisten, die anderen rackerten sich in ihrem Alltag ab.
  • Heute können sich auch die Bildungseliten das immer weniger leisten. [...] Denn die Bildungselite soll in Mindeststudienzeit mit Auslandspraktika und Fremdsprachen  studieren. Und dann schnell einen Job finden.

Hier kann das ganze Interview “Ein wenig Spaß statt Visionen” nachgelesen werden. Eines ist (für mich) klar. Die angesprochenen Punkte haben viel Wahres und sollten auf welchen Wegen auch immer schleunigst  den Weg in die Köpfe derer finden, die immer und immer wieder ihre Befriedigung daher holen “die Jugend” per se zu denunzieren, schlecht zu machen und von der Faulheit der Schüler zu sprechen. Meine Arbeitswoche beträgt 32 Schulstunden – ohne Hausaufgaben, Vokabel lernen, Referat vorbereiten, Unterricht nachbereiten, administrativen Tätigkeiten oder lernen für Tests. Alles in allem komme ich weit über die 40 Stunden! Und ich bin damit nicht alleine! Wir haben 1,4 Millionen Schüler in Österreich!

Sand sein, nicht Öl im Getriebe.

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 5 Oktober, 2009

Zum Hals hängt es mir raus, mir anhören zu müssen, die Jugend von heute sei unpolitisch, faul und falsch. Zum Hals hängt es mir raus. Hier ein weiteres eindrucksvolles Beispiel, was junge Menschen schaffen, worüber sie nachdenken und was sie für Vorsätze und Visionen haben… das hat meine Schwester gestern produziert. Mit ihrer Erlaubnis publiziere ich hier ihre Deutschhausaufgabe. Ein lesenswertes Stück Text mit wichtigem Inhalt!

Chapeau!” Ein Ausruf des Respekts, der Bewunderung wäre hier angebracht – anstelle von unreflektiertem und gehaltlosem Jugendbashing!

Sand sein, nicht Öl im Getriebe…

Dieser sehr bekannte Satz stammt aus dem Hörspiel „Träume“ des seinerzeit sehr berühmten Lyrikers und Hörspielautors Günter Eich. Geboren 1907 im Osten Deutschlands, brach er 1932 sein Ökonomie- und Sinologiestudium ab und arbeitete zunächst als freier Autor. 1943 wurden durch die Bombardierung seiner Wohnung in Berlin fast alle seiner Manuskripte zerstört. Vieles war für immer verloren. 1945 geriet er als Unteroffizier in amerikanische Kriegsgefangenschaft und war 1947 Mitbegründer der „Gruppe 47“, einer Gemeinschaft verschiedener Autoren. Sie trafen sich, um sich gegenseitig durch Kritik zu unterstützen und um junge, noch unbekannte Autoren zu fördern. Durch demokratische Abstimmungen ermittelten sie die Gewinner des „Preis der Gruppe 47“, welcher sich für viele die ihn erhielten als Sprungbrett in ihre spätere literarische Karriere erwies. Eich selbst war der erste, der mit diesem Preis ausgezeichnet wurde. 1953 heiratete er Ilse Aichinger, eine österreichische Autorin, welche eine sehr bedeutende Repräsentantin der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur ist. Nach vielerlei gemeinsamer Wohnungswechsel fanden die beiden in Salzburg schließlich ein dauerhaftes zu Hause. Im Jahre 1959 gewann Günter Eich den Georg Büchner Preis und auch in der damaligen Dankesrede kam sein Aufruf gegen die Angepasstheit.

„Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
Seid misstrauisch gegen die Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen!
Wacht darüber, dass eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird.
Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!”
Träume, 1951

1972 starb er in Salzburg an einer Herzerkrankung und ist seitdem trotz seines zeitweiligen Ruhms sehr in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, wie viele meinen. War er doch einer der Wenigen gewesen, die immer wieder versucht hatten die Menschheit wachzurütteln – wachrütteln aus den Gewohnheiten ihres Alltags, bei denen sie sich über nichts mehr Gedanken machten, sondern einfach nur die Ideale anderer Menschen nach lebten.

Im zeitlichen Hintergrund Eichs Aussage steht um 1950 herum die Angst vor einem Dritten Weltkrieg. Er befürchtete, dass die Bevölkerung durch permanentes Wegschauen nicht einmal mitbekommen würde, was um sie herum geschähe; sie die Möglichkeit „Nein“ zu sagen einfach so verstreichen lassen würde.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, ein Satz der angeblich von dem russischen Politiker Lenin stammt. Ich finde, er drückt sehr gut aus, was auch Eich damals mit seinen etwas dramatischeren Worten gemeint haben könnte. Und zwar, dass wir nicht einfach darauf vertrauen dürfen, dass die Machthabenden immer nur unser Bestes wollen, sondern dass wir auch darauf achten müssen, dass sie die ihnen gegebene Macht nicht ausnutzen. Demokratie wird erst möglich, wenn wir alle dahinter stehen. Aber das tun wir nicht. Offengestanden habe ich selbst keine Ahnung von Politik. Ich habe immer in dem Glauben gelebt, dass es mich nicht zu interessieren braucht, dass meine eine Stimme doch sowieso keine Rolle spielt, aber langsam beginne ich zu verstehen, wie falsch ich gelegen habe. Meine Stimme mag nicht in der Lage sein Großartiges zu verändern – aber was wenn alle so denken? Was wenn alle sich ihrer Verantwortung auf diese Art und Weise zu entsagen suchen. Natürlich kann man jetzt wieder sagen: tun sie aber nicht. Und, natürlich wird es immer einen gewissen Prozentsatz an Menschen geben, die sich für ihre Überzeugungen einsetzen, aber die Frage ist: Will ich es wirklich diesen wenigen überlassen, über richtig und falsch, und über die Zukunft meines Landes zu urteilen?

Luxus macht denkfaul, und ich denke wir wissen alle, wie leicht es ist sich dazu hinreißen zu lassen, sich einfach der Mehrheit anzuschließen, aber wenn es eines gibt, dessen ich mir zu hundert Prozent sicher bin, dann ist es, dass dies die falsche Lösung ist. Man kann an so vielen Stellen der Sand sein, wenn man sich nur einmal darüber bewusst wird. Und so denke ich auch, dass es für jeden etwas Verschiedenes bedeutet, der Sand zu sein, der verhindert, dass das Getriebe „wie geschmiert“ funktioniert. Für die einen mag es heißen auf Demonstrationen zu gehen, für den nächsten Unterschriften gegen Atomkraft zu sammeln und wieder für den nächsten einfach einmal ungeschminkt vor die Türe zu treten.

Nehmen wir zum Beispiel einmal den Schönheitswahn her. Trauriger Weise leben wir in einer Welt, in der uns schon im kleinsten Kindesalter eingetrichtert wird was schön ist, und was nicht. Uns wird gelehrt, dass man perfekt – eben diesem vorgegebenen Ideal entsprechend – sein muss um es in dieser Gesellschaft zu etwas zu bringen. Uns wird glauben gemacht, dass man nur durch sogenannte Schönheit wahres Glück erfahren kann – aber was daran ist wirklich wahr?

Im Endeffekt ist es doch alles nur eine große Lüge. Nur der winzigste Prozentsatz aller Frauen haben, dem Idealbild entsprechend, niedriges Gewicht, große Brüste und perfekte Zähne und dennoch wird uns eingeredet, dass es normal sei, diesen Vorstellungen zu entsprechen. Dreht man den Fernseher auf, so kann man sich relativ sicher sein, dass in einem Film, die perfekte, schlanke, großbusige Frau die Glückliche ist, während die andere, nicht minder schöne, aber eben auch nicht dem Ideal entsprechende Frau die Unglückliche. Wenn man eine Zeitschrift durchblättert, so ist darin kein einziges Bild, das nicht von Profis in stundenlanger Kleinstarbeit nachbearbeitet wurde.

Wir werden also darauf abgerichtet unglücklich zu sein, denn das Ideal zu erreichen ist für den Großteil der Frauenwelt und in anderen Bereichen auch Männerwelt schlicht unmöglich. Davon wie seelisch belastend es sein muss, ein Leben lang etwas nachzueifern, das man auf natürlichem Wege sowieso kaum erreichen kann, ganz zu schweigen.

Sand sein, heißt für mich also die zu sein, die ich wirklich bin. Dafür einzustehen was ich glaube und mich nicht manipulieren zu lassen, von dem Schönheitsidealismus, der die heutige Zeit prägt. Die Fähigkeit auch Nein zu sagen, wenn mir etwas nicht gefällt, verlangt nach viel Selbstsicherheit. Sie wird einem von dem Streben nach Perfektion ausgetrieben, denn man kann niemals erreichen, was man erreichen will. Das perfekt durchdachte Wirtschaftssystem zwingt einen dazu den Glauben an sich selbst zu verlieren. Dem kann man nur entgegenwirken indem man sich kennt. Sand sein heißt sich selbst kennen, wissen was man kann, davon überzeugt sein, sich dessen sicher sein. Sich selbst bewusst sein.

Medienkongress 2009

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 1 Oktober, 2009

Heute fand ich ein sehr einladendes und verlockendes Angebot in meinem virtuellen Postkasten. Trotz schlechter Erfahrungen mit JEF (Fortbildungswochenende vor Ort abgesagt!) nahm ich es dennoch gleich an – weswegen ich vom 22 bis zu 24 Oktober in Linz weilen werde. Ich freue mich über jeden und jede, die sich auch anmeldet und sich mit mir die knapp 2 Stunden Zugfahrt vertreiben will! Mehr dazu gibt es auf medienkongress.net oder hier, im angehängten eMail:

Von: JEF Office <office@jef.at>
An: Daniel Gerer <daniel.gerer@jef.at>
Betreff: Europa Medien Demokratiekongress, 22.-24.10. 2009
Datum: Thu, 01. Oct 2009 11:11:25

Liebe Freundinnen und Freund,
liebe Föderalistinnen und Föderalisten,

Der Bund Europäischer Jugend / Junge Europäische Föderalisten (BEJ/JEF) und reflex.at veranstalten gemeinsam mit dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) vom 22. bis 24. Oktober 2009 den “Europa Medien Demokratie Kongress” in der europäischen Kulturhauptstadt Linz. Im Rahmen von diversen Workshops erfahren die TeilnehmerInnen mehr über das Zusammenspiel von Politik und Medien innerhalb unserer Europäischen Demokratie und wie sie aktiv in Europa partizipieren können.

Anmelden kannst du dich online unter: www.medienkongress.net/login/?instance=tml-main&action=register

Ziele dieses Kongresses wären eine Vernetzung von Europa interessierten Jugendlichen, das Zusammenbringen von Jugendlichen mit politischen EntscheidungsträgerInnen, das Vermitteln vom demokratiepolitischen Wissen und die jugendlichen TeilnehmerInnen zu motivieren sich aktiv am demokratischen Leben in unserer Gesellschaft zu beteiligen.

VertreterInnen der Europäischen Institutionen sowie EuropaexpertInnen wie unter anderem Europaabgeordnete a.D. Mag Karin RESETARITS, BM a.D. Dr. Friedhelm FRISCHENSCHLAGER, BM a.D. Univ. Prof. Dr. Heinrich NEISSER, BM a.D. Dr. Wilibald PAHR, etc. geben Einblick in die europäische Politik und Medienlandschaft.

Bei den Workshops werden in kleinen Gruppen unteranderem folgende Themen behandelt:

. Wie funktionieren Medien?
. Wie funktioniert Demokratie?
. Was ist Europa?
. Meine Identität in Europa
. Medien und Demokratie
. Was hat Europa je für uns getan?
. Medien selbst gemacht! (Online-, Zeitungs-, Radioworkshops etc.)

Außerdem wird bei diesem Kongress in den Rahmen der Workshops vorgestellt, wie SchülerInnen das gewonnene Wissen selbst mit einfachen Mitteln umsetzten können und z.B. eine SchülerInnenzeitung an ihrer Schule herausgeben.

Teilnahmeberechtigt sind SchülerInnenvertreterInnen (SGA, LSV oder BSV Mitglieder), SchülerzeitungsredakteurInnen, bzw. besonders interessierte SchülerInnen aller Schultypen (AHS, BHS, etc.) aus ganz Österreich ab 16 Jahren.

TeilnehmerInnen aus den Bundesländern werden Unterkunft und Verpflegung für die Dauer des Kongresses zu Verfügung gestellt. Die TeilnehmerInnenzahl des Kongresses ist beschränkt. Es können sich nur Einzelpersonen – nicht ganze Klassen zu dem Kongress anmelden!

Die Teilnahme an dem Europa Medien Demokratie Kongress ist komplett kostenlos!

Kosten für Verpflegung, Unterkunft, Fahrtkosten übernimmt der Veranstalter!

SchülerInnen bekommen für die Teilnahme an diesem Kongress von Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) eine Freistellung vom Schulunterricht für die Dauer des Kongresses ausgestellt.

Anmeldung und nähere Informationen unter: www.medienkongress.net bzw. direkt an den Veranstalter unter office@jef.at

Programm“Europa Medien und Demokratie Kongress 2009″:

Tag 1 (Donnerstag 22.. Oktober 2009)
bis 15:00 – ANKUNFT / EINCHECKEN
15:00 – 16:00 – BEGRÜSSUNG – Vorstellung des Programms und Kennen lernen
16:00 – 18:00 – Workshops Teil 1
18.00 – 18.30 – PAUSE
18.30 – 19.30 – Workshops Teil 2
19.30 – 20.30 – ABENDESSEN
ab 20.30 – Plenum: Debatte mit EP Abgeordneten – Jugend die Zukunft Europas?

Tag 2 (Freitag 23. Oktober 2009)
09.00 – 10.45 – Meinungsaustausch mit Entscheidungsträgern ( in Kleingruppen)
10.45 – 11.00 – PAUSE
11.00 – 12.30 – Simulationsspiel Europäisches Parlament
12.30 – 13.00 – MITTAGESSEN
13.00 – 14.00 – Gruppenspiele zum Thema interkulturelles Lernen
14.30 – 17.30 – Workshops Teil 3
18.00 – 20.00 – Abendessen
ab 20.00 – Offenes Mikro(Meinungen der TeilnehmerInnen zu den EU Themen)
Danach Europa Party

Tag 3 (Samstag 24 .Oktober 2009)
09.00 – 10.00 – Workshops Teil 4
10.00 – 10.30 – PAUSE
10.30 – 12.30 – Workshops (Praktische Umsetzung des gewonnenen Wissens)
ab 12.30 – MITTAGESSEN
Gemeinsame Evaluierung – Verabschiedung im Plenum Abreise (ca. 16:00)

Liebe Grüße,
Jörg BERGER

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Generalsekretär :: secretary general
Bund Europäischer Jugend /
Junge Europäische Föderalisten (BEJ/JEF)
Österreich Lassingleithnerplatz 2/3 A-1020 Wien
Tel.: +43-5-9950
Fax.: +43-5- 9950-91000
Mobil: +43-699- 15959900
email: joerg.berger@jef.at

Schüler über Schule

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 17 September, 2009

schulelivetwittern

Heute in der Früh hatte ich eine Idee. Ich könnte doch eigentlich versuchen, die Stimmung, die ich in der Schule so mitbekomme, live zu twittern. Einfach so Aussagen von Schülerinnen und Schülern über Schule. Kommentare über den Unterricht, die Lehrer, das Essen. Was mir auffällt. Vermutlich werde ich nicht absolut neutral sein und Positives eher überhören als Negatives. Mein Gefühl ist aber, dass es kaum Schüler gibt, denen Schule wirklich Spaß macht. Das habe ich auf Facebook als Statusnachricht gepostet, woraufhin ich einen spannenden Kommentar bekam:

Leben ist nicht immer Lust, Freude und Spaß.
Lange-Weile (sprich: langer Atem), ehrliche Erkenntnisse, ernsthafte Auseinandersetzung (oder besser: ZUSAMMENkunft),… gehören auch dazu. Und die sind nicht immer lustig, freudvoll, spaßbesetzt!
Manche Erkenntnisse erscheinen uns durchaus auch mal wie Scheiße – wie ehrlich! Oder wehrst du dich gegen eine der wichtigsten Verrichtungen der Menschheit?
Mag es dir gelingen, einfach nur zuzuhören, wenn jemand gerade seine (Erkenntnis von) Scheiße rauslässt? Sie empfinden’s vermutlich wirklich so. Vielleicht brauchen sie einfach mal nur ein Ventil (nona). Sonst verrecken sie an elenden ‘Bauchkrämpfen’.
Die Scheiße, der Müll von heute ist der Dünger für morgen – denke mal an die Landwirtschaft, oder an den Kompostkübel. Man muss sie nur entsprechend einsetzen. Scheiße ist nicht schlecht – sie ist ein Produkt unseres Daseins. Sie muss genützt werden. Nicht verstecken-rauslassen und sinnvoll nützen! HAVE A GOOD TIME!

Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich die Scheiße, die da abgelassen wird, sinnvoll nutzen kann und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Idee, sie ordentlich zu verteilen (via Twitter) und den Produzenten um produktivere Düngemittel zu bitten gut ist. Sprich nachfragen. Was ist denn genau das Problem und wie kann man es lösen? Wohin soll es gehen?

Der erste Tag war auf jedenfall sehr erfolgreich, wie ich meine. 10 Tweets, viel Frust, leider wenig Positives, ein (?) Ventil.

  • Tweet 1: ‘Noch 2 Tage, dann ist Freitag!’ #schule
  • Tweet 2: ‘Seufz… Heute bin ich aufgewacht und hab gedacht es ist Freitag…’ #schule
  • Tweet 3: Ich: ‘und freust du dich auf die Schule?’ 1-Klässlerin: ‘Nein!’ #schule
  • Tweet 4: Mein Bruder hat gestern eine SMS-Umfrage gemacht und gefragt wer sich auf die Schule morgen freut. 75% sagen nein! #schule
  • Tweet 5: ‘argh… Ich hasse Mathe einfach… Wirklich!’
  • Tweet 6: Ein Freund hat es gestern treffend ausgedrückt: ‘In der Schule kannst du am bequemsten leben, wenn du einfach nicht auffällst!’ #schule
  • Tweet 7: ‘Du weist es eh, warum sagst du’s nicht?’ ‘Ich weiß nicht. Wenn ich’s nicht genau weiß, dann sag ich lieber nicht’s! Außerdem sag ich ihr lieber gleich am Anfang nichts, dann fragt sie mich auch nicht mehr!’
  • Tweet 8: ‘Langweilig?’ ‘Ich weiß nicht… Warum wiederholen alle Lehrer alles 10 mal!’ #schule

Ab morgen werde ich übrigens nicht mehr unter dem Hashtag #schule twittern, sondern mit #myschule taggen, da gibts nämlich weniger Posts!

Ich freu mich über Rückmeldungen zu der Idee!

9h Schule?

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 7 September, 2009

Ich wurde soeben von einer Klassenkollegin gefragt, was ich von der Forderung halte, die Schule erst um 9h beginnen zu lassen (der ORF berichtet).

Meine Antwort, finde ich, ich ist gut gelungen, ich bitte um Kommentare!

Dass es tiefgehende Reformen unseres Bildungssystemes braucht ist wohl indiskutabel. Die grundlegende Entscheidung ist meiner Meinung nach aber nicht, ob die Schule um 9 oder 10 oder 5 beginnt, sondern ob Schule beginnt zu bilden statt auszubilden, also ob sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt oder die Wirtschaft. Es ist die simple und doch komplexe Frage: “Wenn es der Wirtschft gut geht, geht’s den Menschen gut” oder “Wenn’s den Menschen gut geht, geht’s der Wirtschaft gut”.
Mir schwebt ein System vor, dass die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Das sie fordert und fördert, sie groß macht. Nicht sie niedermacht und kleinhält. Ich habe es heute schon zitiert. Goethe hat gesagt: “Eltern soll ihren Kindern 2 Dinge geben. Flügen und Wurzeln.” Einer der besten schwedischen Lehrer (ich finde den Link jetzt nicht!) hat einmal in einem Interview gesagt: “Es fühlt sich nicht so an als wären die Schüler Schüler, sondern mehr wie meine Kidner.” Zwischen Pädagogen und Lernlingen braucht es ein persönliches wohlwollen, ein Vertauen, eine “Liebe”.

Sehr empfehlen kann ich in diesem Zusammenhang einen Lehrer, der einen tollen Blog führt http://teacher.twoday.net/, er schreibt dort über all die kleinen Dinge, die er so komisch findet. Unterhaltsam und wahr, aber zurück zu der Frage: Wirtschaft oder Mensch? Momentan orientiert sich unser Bildungssystem an den Wirtschaftlichen Interessen. Das ist logisch, alle europäischen Bildungssystem sind in der Industrialisierung entstanden, da gab es weder Interesse noch Kapazitäten Menschen groß zu machen, ihnen Flügel zu geben. Heute aber – dank technologischem Fortschritt – hätten wir diese Möglichkeiten. Ich bin überzeugt, dass, würden wir Menschen ins Zentrum stellen, Bildungsangebot ihnen anpassen (da gehört 9h-Schule evt dazu muss man sich genau anschauen) anstatt ihnen Dinge aufzuzwingen, auch große Wirtschaftliche Vorteile hätte, alleine wenn ich mir überlege wieviele Menschen in unserer Klasse unterfordert sind (Patrick, Lisa, Thomas, Conni,..) was es da an Fähigkeiten und gesellscahftlicehm Wert zu “lukrieren” gäbe – sagenhaft!
In diesem ted-talk (Why Schools kill creativity) argumentiert Ken Robinson, warum Schule Kreativität zum aussterben bringt. Ich habe es jetzt auf dem Minilager wieder gesehen und auch mehrfach darüber gebloggt! Die Kinder sind wahnsinnig originiell, haben tolle Ideen, aber kaum einmal werden sie dafür gelobt!

Kreativität ist aber die Währung der Zukunft, es wird nur mehr um gute Ideen, gepaart mit Umsetzungskraft gehen. Das ist der Erfolg von morgen (und heute übrigens auch schon!) und den wollen wir doch alle haben!?

Aber das ging weit weg von der Frage, ob ich die Forderung um 9h Schule zu haben unterstütze, ich weiß es nicht, ich bin weder Psychologe, noch habe ich mich eingehend mit der Frage befasst, klar ist aber, dass nur wenn wir das System umstellen und die Interessen der Kinder den Interessen der Wirtschaft vorstellen wir uns über soetwas überhaupt Gedanken machen werden können – in diesem Sinne gute Nacht, schlaf gut, bis morgen!

Prävention statt Angst und Hetze

Verfasst von Armin Soyka am Freitag, 10 Juli, 2009

Der Kriminaltourismus wird immer öfter als riesiges Sicherheitsproblem, als Ursache allen Übels dargestellt. Das ist zwar nur teilweise richtig, „to point fingers“ ist aber angenehmer, als Reformen in Angriff zu nehmen. Wie auch immer, es wird schon stimmen, dass es diese bulgarischen, polnischen und rumänischen Banden gibt, die Österreich mit Aldi verwechseln. Mir ist jetzt eine Idee gekommen, wie man diese Verwechslung aufkären und die Verbrecherbanden stoppen oder reduzieren könnte:

Wenn solche Banden kommen, kommen sie meistens aus einer Region, oft einem Dorf, und in den meisten Fällen kommen sie (denke ich zumindest), weil sie keine Entwicklungschancen in ihrer Heimat sehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Arbeitslosigkeit in diesen Gebieten, Kriminalität und Aussichtslosigkeit (?) etwas sehr Alltägliches sind. Jetzt ist es logisch, dass all diese Punkte eng mit dem Faktor Bildung zusammenhängen. Je mehr Bildung, desto weniger Kriminalität, je mehr Bildung, desto mehr Kreativität, desto mehr Jobs, je mehr Jobs desto weniger Aussichtslosigkeit (kannst du folgen?).

Was wäre jetzt, wenn man diesen Gemeinden anbieten würde, eng mit ihnen zu kooperieren – „Entwicklungshilfe“ zu leisten. Man könnte Schulen bauen (Christoph Chorherr hat mit seinem Projekt Ithuba gezeigt, wie großartig das mit Lowbudget geht!), Kredite nicht nur an Großunternehmen, sondern an Familien, Bauern, Selbstständige (Mikrokreditsystem) ausgeben, Erwachsenenbildung fördern und Tourismuskompetenzen entwickeln. Wir könnten Schüleraustausch betreiben und Werbung machen, dorthin auf Urlaub zu fahren (ja, die Idee hab ich von hier geklaut!). Wir könnten etwas von unserem österreichischen Know-How exportieren und das würde sich sogar auszahlen, weil unsere Lehrer, Professoren und „Entwicklungshelfer“ dadurch selbst natürlich auch verwertbare Informationen sammeln würden.

Ich bin überzeugt, dass keiner von diesen Menschen von Grund auf böse ist. Fehlt ihnen der Grund als “Langfinger” zu kommen, werden sie das auch nicht mehr tun. Was denkst du? Könnte das klappen? Ist das eine Idee, die es wert ist weitergedacht und geführt zu werden?

Natürlich müsste man sich genau die Zahlen anschauen: wer kommt von wo, wie sind dort die wirtschaftlichen Bedingungen, was könnten wir wirklich verbessern und so weiter. Das hier ist nur die rohe Idee, die mir gesern Abend beim Verfassen dieses (Bloghistory/ Alles Blödsinn. Rechtstaatlichkeit? …von wegen!) Beitrags gekommen ist.

Bitte kommentiert fleißig, damit ich (wir?) weitere Schritte setzen können, falls ihr die Idee für gut haltet (ich freu mich auch über kritische Rückmeldungen – nur so kann ich heraus finden, wenn die Idee schlecht ist!).

10. Juli 2009

Die Frage nach der Gerechtigkei