Beiträge mit dem Tag: Beruf

Lebensplanung ist was für Loser!

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 4 Februar, 2010

Aus gegebenen Anlass mache ich mir Gedanken über “Lebensplanung”. Oder meine Gedanken schon fertig. Was rauskommt klingt möglicherweise sehr hart. Aber je provokanter formuliert, desto sicherer eine  Diskussion und die wäre mir gerade bei diesem Thema wichtig: Lebensplanung ist was für Loser, Optimisten brauchen sowas nicht. Komisch? Hier meine Erklärung. Weiterlesen »

Ihr daoben, Wacht auf!

Verfasst von Armin Soyka am Mittwoch, 9 Dezember, 2009

GeographieHeute ein weiterer Lichtblick. Ab und zu schaue ich in den ersten Klassen vorbei, weil ich es wichtig finde, dass die sich wohl fühlen. Da erzählt mir eine Zwölfjährige, dass sie nach Buenos Aires übersiedelt, weil ihre Mutter dort einen Job gefunden hat. Und bevor ich noch beginnen kann, Fragen zu stellen, schreit eine Mitschülerin auf: »Ist das in Albanien?« Und die Schnatterei beginnt. »Nein, das ist in Argentinien.« »Woher soll ich das denn wissen?« »Wo liegt Argentinien?« Die Spannung ist da. Weiterlesen »

Strebertum in der 8. Klasse und die Matura

Verfasst von Armin Soyka am Samstag, 19 September, 2009

Mittlerweile ist die zweite Woche meiner Achten-Klasse-Erfahrung um und ich bin wieder um einiges Erfahrungen reicher! In besonderer Erinnerung wird mir diese eine Physikstunde bleiben, in der ich endlich verstehen durfte, warum ein gutes Maturazeugnis so wichtig ist!

Mir wurde einfach bewusst, dass man als junger, intelligenter, fähiger, kreativer, gescheiter, kluger, findiger, schlauer und motivierter Mensch keine Verantwortung übernehmen (wollen) darf. Es hat einfach das Ziel eines jeden jungen Menschen zu sein, sich anzupassen – und zwar an die degenerierte, verblendete, konsum- und materialgeile Welt. Es kommt gar nicht in Frage für Klein- und Mittelunternehmen arbeiten zu wollen (sic!) – oder gar selber an eine eigene (sic!) Idee zu glauben und sie umzusetzen (Selbstständigkeit). Wir alle haben uns nicht einzubilden, wir könnten was. Wir haben uns attraktiv zu machen. Für den Arbeitsmarkt! Damit wir dann später etwas wert sind. Aber jetzt erstmal, müssen wir über das Nagelbrett laufen. Nervige Dinge tun wie networken mit Menschen, die wir nicht ausstehen können, für Geschichtetests lernen, die uns sowas von egal sind, uns außerschulisch engagieren (aber bloß nicht bei den falschen Organisationen, Vereinen oder Partein, das wäre hochgradig schädlich für die spätere Karriere!) für Dinge, die uns am Allerwertesten vorbei gehen. Wir müssen Praktika machen – langweilig und unbezahlt. Schulsprecher sein, ins Ausland gehen, Sprachen lernen, Yoga machen – um das dann in den Lebenslauf schreiben. Nicht, weil wir gerne neue Leute kennen lernen, andere Sprachen und Kulturen sehen, weil wir meditieren wollen oder tatsächlich Spaß am Flöte spielen hätten! Nein darum geht es nicht!

Wir müsse besonders sein. Outstanding! Über 40 Prozent eines Altersjahrganges machen mittlerweile die Matura. Und die Jobchancen werden immer schlechter. Pragmatisiert wird kaum mehr. Da wird es immer schwieriger, einen Job zu finden. Die wenigen Jobs, die von multinationalen Konzernen ausgeschrieben werden – und die tatsächlich auf Dauer sicher sind, weil die öffentliche Hand einspringt, sobald das Management, das sich bonigeil den Bauch reibt, kurzfristig denkt, spekuliert und verliert – auf diese Jobs stürzen sich dann hunderte Bewerber. Alle haben sie ihr Leben darauf ausgerichtet, diesen einen, richtigen, guten Job zu bekommen. Jahrelang haben sie sich besonders gemacht, versucht anders zu sein und ja nicht gleich am Anfang durch die Rasteraussiebeverfahren ausgeschieden zu werden. Darum geht es. Deswegen braucht man ein gutes Achte-Klasse-Zeugnis, weil das ist auf der Rückseite vom Maturazeugnis und das muss man überallhin einschicken.

Und das alles wurde mir klar, als es mir erklärt wurde. Endlich ging mir das Licht(k)lein (sic!) auf. Und nicht nur mir, sondern auch ein paar meiner Klassenkollegen. Schließlich hatten sie sich, wie ich, trotz “religiösem Bekenntnis” vom Religionsunterricht abgemeldet – und das ist eine der ersten Aussiebeschritte bei zig Firmen. Schrecklich! Angst!