Ist der Kapitalismus gescheitert? Waren Lehman und seine Gebrüder der letzte Tropfen in dem übervollen Fass? Geht es jetzt über?
Letztens erschien ein spannender Artikel in der Welt. Er trug den Titel “Verteidigung des Ungeliebten – Warum der Kapitalismus beibehalten werden muss” indem der Autor Michael Miersch 10 Gründe für (alle sehr eingehend und logisch) und einen gegen den Kapitalismus findet… aber dieser eine Grund hat es in sich:
11. Kapitalismus macht unglücklich
Freie Märkte führen trotz ihrer Krisen zu mehr Wohlstand. Doch Wohlstand macht nicht glücklich. Tendenziell nimmt das Glücksgefühl sogar ab. In den reichen, entwickelten Ländern ist die Zahl der Schwermütigen und Zukunftsängstlichen wesentlich höher als in armen aufstrebenden Gesellschaften. Denn das subjektive Glücksempfinden funktioniert ein bisschen wie die Börse. Käufer reißen sich nicht um Aktien solider, alter Firmen, sondern erwarten Traumgewinne von Neugründungen. Nicht, was ist, macht glücklich, sondern was wir erhoffen. Laut einer Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2003 blicken nur 13 Prozent der Deutschen mit Optimismus in die Zukunft. China dagegen ist die optimistischste Nation. 54 Prozent der Chinesen glauben, die Zukunft werde besser als die Gegenwart. Je mehr Probleme gelöst sind, desto schärfer fällt der Blick auf die verbleibenden.
Den Artikel möchte ich empfehlen, noch etwas anderes liegt mir aber auf dem Herzen: Wollen wir den Kapitalismus Vergangenheit machen? Do we want to make capitalism history?
Wie wollen darüber diskutieren, was die Ursachen der Weltwirtschaftskrise sind und welche Alternativen es in Zukunft für eine demokratische Wirtschaft gibt. Wir werden uns fragen, welche Rolle eigentlich Bildung im Kapitalismus einnimmt und wie wir Gegenwehr organisieren können.
Das schreiben die Organisatoren über den MCH (kurz für Make Capitalism History) Kongress, der vom 2. Oktober bis zum 4. Oktober in Berlin stattfinden wird. Da mich all diese Fragen interessieren, überlege ich kurzentschlossen, übernächstes Wochenende hin zu fahren. Busfahrt gibt es für 15,- von Wien nach Berlin (was wirklich ein Scherz ist!), der Teilnehmerbeitrag für Schüler und Studenten beträgt schlappe 10 Euro, für die man Kost, Logie und drei spannende Tage bekommt. Das schmerzhafteste wären wohl die 6 Fehlstunden in der Schule, aber das wäre ich bereit, auf mich zu nehmen.
Ob ich mich entschließe hin zu fahren werde ich mir in den nächsten Tagen überlegen, empfehlen kann ich das Event auf jeden Fall. Weitere Infos gibt es natürlich auf der Webseite von Make Capitalism History. Die Infos zu der Hinfahrt aus Wien gibt es hier:
2.-4.10.2009 “Make Capitalism History”- Kongress
Nach dem 68er-Kongress letztes Jahr, gibt es ein interessantes Folgeprojekt (Infos: www.make-capitalism-history.de). Wie letztes Jahr wird es wieder einen organisierten Bus von Wien nach Berlin geben.
WICHTIG: Busplätze sind limitiert> Karten gibt es bis spätestens FREITAG 25.09.2009 im Sekretariat der ÖH (Campus Hof 1) jeweils MO-DO, 8:00 – 13:00 Uhr.
Abfahrt: DO, 01.10.2009 um 22:00 Uhr
Rückfahrt: SO, 04.10.2009 ca. 20:00 Uhr.
Kosten: 15,- Euro/Person
Kontaktadresse bei weiteren Fragen: makecapitalismhistory@gmx.at
Es gibt auch eine Facebookgruppe zu dem Kongress. Und hier gibt es noch den Trailer, der auch ganz interessant ist:
Ich freue mich wie immer über Anregungen, Links, Rückmeldungen oder einfach nur ein: “Das ist der größte Blodsinn, den ich je gelesen habe! WEIL: …”