Mit 100.000 Klicks jemand werden.
«Wer bin ich?» ist wohl eine der quälensten Fragen der Menschheit. Jeder von uns hat sie sich schon einmal – was heißt einmal, hunderte Male gestellt. Und die wenigsten – so mein Eindruck – finden eine Antwort, finden sich. Da ist immer dieses kleine Etwas, tief drinnen, das ruft – «aber …?» «ist nicht …?» «was ist mit … ?» Es verunsicht. Macht Anst. Lässt zweifeln.
Irgendwann habe ich beschlossen sicher zu sein. Irgendwann habe ich beschlossen ich zu sein. Irgendwann habe ich beschlossen glücklich zu sein1. Ich habe aufgehört Angst zu haben. Ich habe aufgehört zu Zweifeln2. Mich quält die Frage nicht mehr. Sie stachelt mich manchmal zum Nachdenken an, aber Zweifel ersticke ich im Kern. Nein nicht ich. Er erstickt sich selbst. Da ist keine Unsicherheit, die der Flamme des Zweifels Luft zum Atmen wäre. Zweifel bringen nichts. Außer Schmerz und Existenzängste. Das will ich nicht. Ich bin glücklich und ich bin ich . Ich tue was sich richtig anfühlt und habe damit Erfolg. Der bestätigt mich. Das Gefühl sich zu kennen, sich zu lieben, sich auf sich selber verlassen zu können ist schön. Und man möchte verstehen, woher das kommt. Wieso kann ich das. Einfach locker lassen. Mich auf mich selbst stützen? Mich auf mich selbst verlassen. Warum scheitern soviele am Weg. Leid, Schmerz, Angst, Unsicherheit und auch Hass. Warum dort. Warum bei mir nicht? Was macht den Unterschied. Man möchte ihn abstrahieren, verstehen und dann weitergeben. Anderen helfen. Bis man drauf kommt, dass man niemandem helfen kann. Menschen können sich nur selber helfen.
Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, was den Unterschied macht. Ich bin auf viele Punkte gekommen, die bei mir einfach so gelaufen sind, wie sie gelaufen sind. Ich habe in meinem Lebenslauf ein paar Sachen angerissen. Hier möchte ich auf einen Abschnitt meines Lebens eingehen. Ich möchte schreiben von der Zeit in der mich das Internet groß gemacht hat. Sie begann im Oktober / November 2008. Mittlerweile über ein Jahr her. Begonnen hat alles mit Harald Walser und seinem Blog. Ich bin durch Zufall auf ihn gestoßen. Er hat mich ernst genommen und mir auf meine Kommentare geantwortet. Hier und hier zwei Beispiele. Damals war eine Zeit der Unsicherheit für mich. Ich wusste noch nicht wer ich bin. Die Welt war Scheiße und ich mitten drin und von ihr überfordert. Wie kann ich diese unfaire Welt ertragen?3 Im Internet bin ich auf sehr vieles gestoßen. Das geht ganz schnell. Ein Link genügt und schon ist man in einer vollkommen neuen Welt. Ich bekam Einblick in die Welt eines schwule Gemeinderats4. Davor noch lernte ich Ithuba und viele andere der Chorherr’schen Projekte kennen (auch hier war sein Blog ausschlaggebend). Der Mann inspirierte mich. Alle drei zeigten mir, dass Politik etwas schönes ist. Von ihnen wurde ich angesteckt. Weiter ging die Reise zum gerade gelaunchten Blog von Andreas Lindinger. Ich entdeckte einen Schatz. Eine Politische Vision. Ich war begeistert. Ich begann mich im Internet zu bilden. Der Vormittag in der Schule war vergeudete Zeit. Ich informierte mich über das, was mich interessierte. Ich las hunderte Wikipediaartikel. Zu allen Themen. Ich sah mir stundenlang Kabarettprogramme von Hagen Rether, Volker Pisper, Konstantin Wecker und Eckhart von Hirschhausen auf Videoplattformen an. Diskutierte auf Facebook. Schaute Dokumentationen auf Youtube. Verfolgte Blogs. Und begann gleichzeitig noch 4 verschiedene Tageszeitungen zu lesen. Ich wuchs mit der Zeit. Ich lernte unglaublich viel. Aber ich wurde müde. Immer neue Links. Immer mehr Informationen. Immer weitere offene Baustellen. Immer noch etwas zu tun. Ich begann zu twittern. Und konsumierte Tweets noch und nöcher. Overflow. Überflutung. Es begann zuviel zu werden. Es war alles spannend. Es war alles neu. Es war alles anders. Aber es war auch alles andere als lustig. Der Druck wuchs. Mit der Zeit und sehr langsam lernte ich gehen zu lassen. Ich musste akzeptieren, dass nicht alles möglich ist. Ich saß sechs, sieben, acht, neun, manchmal zehn Stunden vor dem PC und verschlang alles, was mir unter die Tasten kam. Aber ich kam nicht nach. Ich musste mich damit abfinden, dass ich nicht alles lesen kann, nicht alles hören, sehen, fragen kann. Eine Zeit lang wollte ich das. Ich begann selektiver zu lesen. Zu twittern. Zu verlinken. Ich musste lernen nicht mehr alles auf Facebook zu teilen, was ich gut finde. Overflow. Ich überforderte mich und meine Freunde. In meinen Blogartikel gab es zeitweise mehr verlinkte Worte als nicht verlinkte. Overflow. Auch damit habe ich aufgehört. Ich musste es lernen. Es war schwer. Wenn man etwas liest, das einem gefällt, will man es nicht wieder in der Dunkelheit des Internets verschwinden lassen. Aber ich habe es gelernt.
An diese Zeit musste ich zurück denken, als ich das hier las. Ich musste schmunzeln, als ich aufgefordert wurde an einer Blogparade teilzunehmen, die zu diesem Impulstext veranstaltet wurde.
Wir leben in einer Zeit, in der Aufmerksamkeit als Währung dient und Links ein wertvolles Gut sind. In der Blogosphäre übernehmen sie die Rolle eines Verkehrsnetzwerkes, das Leser zu weiteren Informationen und Wissen hilft indem es Verbindungen zwischen den Beiträgen erzeugt. Dennoch hat die Kultur des Verlinkens unter Bloggern abgenommen.
Der Titel dieses Blogs heißt «Mit 100.00 Klicks jemand werden.» Das Internet hat eine grundlegende Funktion in meiner Entwicklung gehabt. Mit ihm, von ihm und durch es habe ich gelernt zu akzeptieren, dass mehr nicht immer gleich mehr heißt. Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass ich nicht alles können kann. Und dass ich nicht hinter jeden Link schauen muss. Auch wenn es da immer wieder erstaunliche, wunderschöne, phenomenale, lehrreiche, witzige und unglaubliche Dinge gibt. Ich halte das für einen wichtigen Entwicklungsschritt als Mensch diese Akzeptanz zu erlangen – nicht nur online, sondern gerade «im echten Leben». Diese Sicherheit, dass man eh genug weiß, nicht immer auf dem letzten Stand sein muss, hat viel mit der Frage «wer bin ich?» zu tun. Wer selbstsicher ist. Sich wertschätzt, dem fällt es leichter, auch mal einen (unter umständen) guten Link links liegen zu lassen.
Weniger Verlinkungen in der Blogosphäre – ein Zeichen der Reife?
Nachtrag: Meine Blogartikel landen auch immer als Notiz auf Facebook. Dort hat Dagorbert Datenschutz den Spiegelartikel »Mein Kopf kommt nicht mehr mit« verlinkt. Er handelt einerseits von der Überforderung und Informationsüberflutung durch massenhaften Internetcontent andererseits (und das ist für diese Debatte weniger wichtig, aber mindestens ebenso spannend) die Frage der Bildung, Zukunftsperspektiven von Lernen in einem Zeitalter in dem alles Wissen verfügbar ist. Hier ein paar Ausschnitte als Entscheidungshilfe ob lesenswert oder nicht.
Mir scheint, dass viele Leute gerade merken, welchen Preis wir zahlen. Buchstäblich. Ich bin unkonzentriert, vergesslich, und mein Hirn gibt jeder Ablenkung nach. Ich lebe ständig mit dem Gefühl, eine Information zu versäumen oder zu vergessen. Und das Schlimmste: Ich weiß noch nicht einmal, ob das, was ich weiß, wichtig ist oder das, was ich vergessen habe, unwichtig.
Kurzum: Ich werde aufgefressen.
Ich habe das Gefühl, dass die Menschen, die ich kenne, immer schneller erzählen, gerade so, als könnten sie nicht damit rechnen, dass genug Zeit bleibt, ihnen zuzuhören, weil die Informationskonkurrenz so gewaltig ist.
Wir müssen verzweifelt lernen, welche Information wichtig ist und welche nicht.
Die drei Ideologien, die das Leben der Menschen in den letzten zwei Jahrhunderten bis heute am nachhaltigsten verändert haben, waren Taylorismus – also die “Arbeitsoptimierung”, gesteuert durch die Stoppuhr und den Zwang zur äußersten Effizienz -, Marxismus und Darwinismus. Alle drei Weltbilder finden im digitalen Zeitalter in einer “personalisierten” Form, nicht als Ideologie, sondern als Lebenspraxis, zusammen. Der Taylorismus in Gestalt des Multitaskings, der Marxismus in Gestalt kostenloser Informationen, aber auch selbstausbeutender Mikroarbeit im Internet, die vor allem Google zugutekommt, und der Darwinismus in Gestalt des Vorteils für denjenigen, der als Erster die entscheidende Information hat.
Wir werden aufgefressen werden von der Angst, etwas zu verpassen, und von dem Zwang, jede Information zu konsumieren. Wir werden das selbständige Denken verlernen, weil wir nicht mehr wissen, was wichtig ist und was nicht. Und wir werden uns in fast allen Bereichen der autoritären Herrschaft der Maschinen unterwerfen. Denn das Denken wandert buchstäblich nach außen; es verlässt unser Inneres und spielt sich auf digitalen Plattformen ab.
Die Perfektion der entstehenden Systeme hilft uns nur, wenn wir uns erlauben, weniger perfekt zu sein, ja aus unserem Mangel und unserer Unvollständigkeit etwas zu stärken, was Computer nicht haben und worum sie uns beneiden müssten: Kreativität, Toleranz und Geistesgegenwart.
Die Antwort lautet nicht, dass Powerpoint-Präsentationen und Computer der Ausweg sind, sie sind noch nichts anderes als Folterinstrumente, solange unsere Vorstellung vom Lernen weiter so funktioniert, als stünde einer an der Tafel und verbreitete Informationen. Die Informationen hat jeder. Aber was Menschen verzweifelt lernen müssen, ist, welche Information wichtig und welche unwichtig ist. Das ist womöglich die große Stunde der Philosophie. Denn egal wie viele Computeranimationen man benutzt: Wenn man nicht begreift, dass wir heutzutage Wissen nicht mehr nur aufnehmen, sondern permanent selbst produzieren, dass jede Diskussion in einem Seminar oder Klassenzimmer potentiell über YouTube oder das Google-Scholar zum Wissen beiträgt, ersticken wir in der Eindimensionalität des bloßen Lernens. Den Blick fest in den Rückspiegel gerichtet, übersehen wir fast vollständig die neuen Wege, die wir nehmen könnten.
Nachtrag 2: Oben (Anker: Ichbinich) habe ich gesprochen von dem Entschluss nicht mehr zu zweifeln. Dazu ist mir auf Facebook ein schönes Gedicht (?) untergekommen. Es handelt von dem Schritt raus aus dem Zweifel, hin zu der Sicherheit, einfach schön wie ich finde:
geht das bunte Tier spazieren;
geht – und denkt so vor sich hin:
“Stimmt es, daß ich gar nicht nichts bin?”
Alle sagen, ich bin Keiner
nur ein kleiner
Irgendeiner…
obs mich etwas gar nicht gibt?
Bin kein Fisch, kein Pony und
auch kein Nilpferd und kein Hund,
nicht einmal ein Hundefloh,
ooohhh!
und das kleine bunte Tier,
das sich nicht mehr helfen kann,
fängt beinah zu weinen an
aber dann bleibt das Tier mit einem Ruck,
mitten im Spazierengehen,
mitten auf der Straße stehen,
und es sagt ganz laut zu sich:
sicherlich
gibt es mich:
ICH BIN ICH
Mehr Infos zur Blogparade gibt es hier: http://bloegger.at/2010/01/blogparade-linkkultur/
Noch ein Update:
Hier die Links zu den 22 Artikeln plus Zusammenfassung (Original auf blögger.at):
Hannes Offenbacher: Bitte verlinken sie diesen Beitrag in ihrem Blog
Und so müssen wir die Sache mit neuen Augen sehen. Blogs als das erkennen, was sie sein können. Als wichtiges Tool einer dezentralen Wissensgesellschaft. Viele kleine Wissensfabriken. Oder zumindest deren Schauräume.
Wenn ich einen Link setze, ist das ein Ausdruck von Relevanz eines Themas bzw. einer Information für mich, die ich weiterverbreiten möchte.
Dominik Leitner: Zeig mir deine Links, und ich sag dir…
Es sind Milliarden von Links unterwegs, nur heutzutage eben nicht mehr bevorzugt in Blogs, sondern nun auf Twitter, inklusive Kurzlebigkeit und der Gefahr, übersehen zu werden.
Heinz Peter Wallner: Ist Bloggen eine Kunst? Ein Beitrag zur Linkkultur
These 1: Jeder Link den wir setzen, um unsere Blogs miteinander in Beziehung zu bringen, erhöht die Komplexität der Welt
These 2: Jeder Link den wir setzen, um unsere Blogs miteinander in Beziehung zu setzen, schafft gelingende Beziehungen und erhöht das Glück der bloggenden Menschen
These 3: Je differenzierter und integrierter ein Blog bereits ist, desto mehr Integration zieht er an und desto weiter dringt er in die Welt des Interbeings ein. Links bewirken dazu wahre Wunder
Susanne Mandl: Die Link-Kultur lebt. Sie wohnt nur woanders.
Früher konnte gezielt weiterverbreiten, wer selbst gebloggt hat. Heute reicht ein Twitter/Facebook/Google Reader Account, um voll im Weiterverbreitungsprozess integriert zu sein.
Frank Hübner: Moderne Linkkultur
Weg mit rel=”nofollow”, her mit Social Bookmarks, Facebook Fanpages, Twitter Accounts, YouTube Kanäle und XING Profilen und Gruppen. Blogger, besinnt euch auf die Basis, die Grundessenz, die Grundeinstellung und geht mit gutem Beispiel voran und setzt Links, dann werden andere folgen.
Wolfgang Tonninger: Lasst uns nicht allein!
Durch den Scan-Modus, den wir als Blog-Nomaden (und Content-Engines) uns angeeignet haben und den wir als Twitter-Maniacs (und Distribution-Engines) perfektionierten, schaffen wir es, aberwitzige Informationsmengen zu überfliegen. Und vergessen dabei im Rausch des Scannens und Weiterleitens allzu leicht auf den alten und etwas schwerfälligen Lektüre-Modus, auf das Hinterzimmer, in das wir uns zurückziehen, wenn wir nach Tiefe suchen.
Martin Prechelmacher: To link or not to link…
Meistens blogge ich auch nicht einfach drauf los, sondern lese erst Artikel zu dem Thema, die ich dann auch verlinke. Bei der Verlinkung selbst halte ich mich an mashable und ReadWriteWeb; d.h. im Text verlinke ich Nachweiße, Bezugnahmen, Beispiele und unterm Post verlinke ich verwandte Artikel.
Daniel Imrich: Ein paar Gedanken zum Thema Links
Da die Funktion der Linkschleuder wegfällt nähern sich viele Blogs in der Länge und Art der Blogposts dem an, was aus den klassischen Nachrichtenwebsites wurde: längere, aufwändigere Artikel, die verhältnismäßig wenige Links enthalten. Weniger Blogposts, mehr Qualität bei privaten Blogs.
Marcus Ambrosch: Qualität & Wertschätzung virtueller Wissensarbeit
Eine überlegte und smarte Verlinkung ist somit für mich, neben dem Inhalt, relativ rasch ein klares Zeichen für die Qualität eines Blogs, welche die Glaubwürdigkeit steigert, aber vor allem auch die Wertschätzung gegenüber der Wissensarbeit anderer ist.
Robert Lender: Blog Parade Linkkultur
Mein zweiter Eindruck ist, dass sich das verlinken von den Blogs auf Twitter verlegt hat. Schrieb ich früher einen Zweizeiler im Blog um auf einen guten Artikel hinzuweisen, twittere ich das heute einfach – oder ich soupe oder posterouse es einfach.
Richard Haderer: Brauchst du Link?
Ich glaube es sollten einfach mehr Leute so machen wie ich: Ich verlinke gern zu anderen, mir egal ob da 100 User pro Tag kommen oder ob den Blog keine Sau liest.
Winfried Huber: Links, Zwo, Drei, Vier
Deshalb denke ich, es geht nicht so sehr darum daß sich die Bloggenden verbinden (Ich denke die finden Wege wenn sie es wollen) sondern daß Blogs auch jene erreichen die sich sonst nicht auf Blogs verirren.
Links sind die Synapsen des Webs
Nichts anderes sind Hyperlinks. Sie verbinden Wissen, Erfahrungen, Erkenntnisse, bieten weiterführende Daten, Erklärungen, Informationsquellen und lassen Zusammenhänge erkennen. Noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit war so viel Wissen so vielen Menschen zugänglich.
Anabella Lamprecht: Von einer Link Kultur zu Datawell
Ich, persönlich, fühle mich der Blogsphäre zugehörig. Meine Blogbeiträge basieren auf einer Vielzahl von Beiträgen anderer Blogger dieses Netzwerks, welches ich regelmäßig zu bestimmten Themen durchforste. Gelesene Beiträge werden in meinen Blogs zwecks Verweis auf andere Quellen auch verlinkt.
Andreas Lindinger: Frage zum Sonntag: Worunter leidet die Linkkultur in (grünen) Politikblogs?
Stattdessen – und das gilt natürlich auch als Selbstkritik – wird öfter der Eindruck erweckt, als blogge jeder und jede schlichtweg zu den eigenen Themen vor sich hin. Vielleicht ist auch einfach der zusätzliche Aufwand des für das Verlinken notwendigen regelmäßigen Verfolgens der grünen Blogosphäre ein zu großes Hindernis.
Teresa Hammerl: freedom of opinion
Was einen Online Artikel, im Gegensatz zu einem gedruckten, unter anderem ausmacht, ist die Möglichkeit die Quellen von denen man Informationen bezogen hat direkt zu verlinken bzw. anzugeben.
Martin Sauer: Rettet die Trackbacks!
Nehmt euch ein Beispiel an denen, welche artig ein Blog nach dem anderem verlinken, Blog-Paraden starten (wenn auch leicht kommerziell angehaucht) und werdet endlich wieder sozial. Macht doch viel mehr Spaß. Und hört damit auf, solche wunderbaren Aktionen wie Ein Herz für Blogs zu kritisieren, nur weil ihr meint, damit könne man sich goldene Wasserhähne verdienen.
Ilda Osmancevic: Die Ära der Linkkulturbanausen?
Ich empfehle “normalen” Bloggern daher trotz des Frustes über weniger Inlinks, das Verlinken weiter aufrecht zu erhalten – schon zur Gewährleistung der Qualität des eigenen Blogs. “A-Bloggern” empfehle ich wiederum mehr Vielfalt in der Linksetzung.
Meral Akin-Hecke: Blogtail & Blogparade zur Linkkultur
Die Idee von Bloegger finde ich unterstützenswert, hoffe durch die nächsten Blogparaden werden neue Menschen auf das Bloggen und “Blogs Lesen” aufmerksam gemacht und so bleibt eine vitale Blogszene in Österreich erhalten.
Michaela Ambos: Das langsame Verschwinden der Verlinkungen
Das Internet oder das Web – wie der Name schon sagt – lebt von Verlinkungen und Verbindungen, die immer wieder neu geschaffen und verwoben werden. Ohne diese, hätten wir niemals das riesige Informations- und Sozialkonstrukt, welches wir jeden Tag benutzen oder wie in meinem Falle schon fast bewohnen.
Armin Soyka: Mit 100.000 Klicks jemand werden
Das Internet hat eine grundlegende Funktion in meiner Entwicklung gehabt. Mit ihm, von ihm und durch es habe ich gelernt zu akzeptieren, dass mehr nicht immer gleich mehr heißt. Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass ich nicht alles können kann. Und dass ich nicht hinter jeden Link schauen muss. Auch wenn es da immer wieder erstaunliche, wunderschöne, phenomenale, lehrreiche, witzige und unglaubliche Dinge gibt.
Stefan Mey: Where have all the Bloggers gone?
Die aktuelle Blogparade nehme ich zum Anlass, auf meiner Site die Kategorie “Blog der Woche” auszurufen. Der Name ist Programm: Jede Woche werde ich einen neuen Blog vorstellen, der mir persönlich gefällt – so lang, bis mir die Ideen ausgehen oder ich keine Lust mehr drauf hab.
Manuel Gruber: Ey Mann, wo sind die Links?
Ich, als einzelner Blogger, verliere natürlich an Relevanz. Aber mal nachdenken. Ist es nicht die Ur-Idee der kompletten Social-Media Bewegung, dass das starke Netz wichtiger ist als die Eitelkeit des einzelnen Knotens. Sicher kann man beleidigt sein, wenn mein hart erarbeitetes Wissen einfach geklaut wird. Am Ende wird jedoch die Ehrlichkeit siegen. Nett hab ich das gesagt. Ob dem wirklich so ist?
Photocredits: AmbientFocus
- Luca hat zu Glück letztens einen großartigen Text geschrieben: Was Spaß macht. Und was nicht. [↩]
- Achtung, ich sehe einen großen Unterschied zwischen Zweifel und hinterfragen. «Es sollte auch mal Spaß machen falsch zu liegen.» – Standpunkt [↩]
- «Bin ich psychisch gestört?» habe ich mich mehrfach gefragt [↩]
- Marco Schreuder bloggt, den ersten Artikel den ich von ihm las, habe ich auch gleich kommentiert – ich war Stolz auf meinen Mut! [↩]


Der Artikel gefällt mir sehr gut und auch die einzelnen unteren Ausschnitte haben mir ebenfalls gefallen. Viele Jugendliche meinen sich nur durch die Anzahl der Freunde in irgendeiner Liste vergleichen zu können. Bei vielen ist das Internet eine Sucht geworden. Ich bin für mehr Medienkompetenz in den Schulen.
Ich stimme zu 100 Prozent zu. Allerdings reicht es wohl nicht einfach mehr “Medienkompetenz” an den Schulen zu lehren. Bzw genau da ist das Problem. Es wird ein weiteres von diesen Fächern eingeführt, das einfach nur gelehrt wird – ein (inkompetenter?) Lehrer steht vor der Klasse. Wir müssen vollkommen umdenken, was pädagogische Grundsätze betrifft. Weg mit den Jahrgangsklassen, Teamteaching, selbstständiges Lernen, lernen, das Spaß macht?
Dein Beitrag, insbesondere der Anfang, sind sehr inspirierend und zeigen, dass hier jemand schreibt, der jung ist und schon sehr reif und erwachsen, wenn man das so nennen möchte.
Danke für diesen Beitrag. Er ging ein bisschen hinaus über den Zweck dieser Blogparade. Und darüber bin ich froh!