Ich kandidierte – meine Rede

This entry was posted by on Donnerstag, 26 November, 2009 at

asd

Ich kandidierte. Hier nun meine Rede bei der grünen Landesversammlung am 15. November 2009 bei der die Liste für die Gemeinderatswahl 2010 gewählt wurde auf deren stolzen 24. Listenplatz ich stehen werde. Mittlerweile gab es auch einige Reaktionen in der Bloggosphäre zu meiner Kandidatur, zusammengefasst in meinem Pressespiegel (ich suche noch nach einer besseren Bezeichung, Vorschläge erwünscht).


Youtubevideo - Armin Soyka – Platz 24

Ich habe den Link schon vor ein paar Stunden auf Facebook gestellt und dort einen Kommentar erhalten, den ich teilen möchte:

gefällt mir sehr gut, von art der rede bis zum inhalt, kann ich nur daumen hoch heben. bin selber noch ziemlich jung, 15 jahre, absolut nicht politikverdrossen und finde bei deinen ideen immer wieder etwas von mir selbst wieder, gefällt mir sehr sehr gut. man muss aufstehen und etwas sagen, man muss es richtig sagen und auf sich aufmerksam machen, um gehört zu werden. deine ansätze werden sicher anklang im parteiprogramm der grünen finden, vielleicht brauchts noch ein paar jahre, aber du arbeitest daran, mit frischen kräften wie dir können die grünen wieder stark werden und sich selber wieder über ihre themen definieren, nicht nur über die abgrenzung von rechts, was mir auch bisschen “aufn nerv geht”. grün muss sich über die eigene ideologie definieren und seinen eigenen weg gehen, grün stagniert auf grund von ideenlosigkeit oder nein, aufgrund von der unfähigkeit, neue frische ideen an den mann zu bringen. aber grün ist immer noch die beste plattform für deine ideen und solange es frische kräfte gibt, die etwas neues machen wollen, können wir weiterträumen.

Zeigt einmal mehr, dass 1.) Jugend nicht unpolitisch ist und 2.) wir grüne dieses Potenzial haben – aber nicht nützen. Shame on us. Haben wir den Mut zur Veränderung, gehen wir voraus, dann stellt sich der Erfolg schon ein!

Weitere Anmerkungen sind erwünscht. Einfach kommentieren!

6 Responses to “Ich kandidierte – meine Rede”

  1. Emanuel

    Ideologie ist glaub ich ein bisschen das falsche Wort im Zusammenhang mit den Grünen (aber das Wort hast ja nicht du verwendet…)

    Ich weiß du bist nicht wirklich(oder zumindest noch nicht lange) ein Parteimitglied, aber kannst du mir sagen warum deiner Meinung nach es die Grünen nicht schaffen ihre Botschaften an den “Mann” zu bringen?

  2. Dagobert Datenschutz

    daumen hoch!.. echt eine sehr gelungene rede!
    ich selbst bin ein jugendlicher und hab mir dieses video jetzt bereits zum 4. mal angesehen.
    es ist nicht nur inhaltlich sehr gut, sondern auch rhetorisch!

    doch einen punkt gibt es,
    der mir immer und immer wieder fehlt – sehr fehlt.
    ein punkt, der nicht nur dir bei deiner rede hier fehlt, sondern den grünen gernell.

    es wird immer von jugend und jugendliche gerdet.
    doch wer genau sind diese jugendlichen??

    wenn man sich dieses video hier anschaut möchte man meinen,
    alle jugendliche sind schülerInnen und gehen in eine weiterführende schule.

    - na cool, dass wär ja eine ziemlich eintönige jugend!

    JUGEND IST MEHR!!

    es gibt auch noch welche, die einen lehrberuf anstreben.
    und die sollen uns genauso wichtig sein!

    doch was ist mit denen? die gehören doch genauso zu uns!

    angefangen bei all den vereinen und organisationen.
    für schülerInnen gibt es angebot mehr als genug..
    auch einer schülerInnenvertretung ist in österreichischen schulen gesetzlich festgelegt.

    die schülerInnen können sich in diversen vereinen treffen, diskutieren, streiken,
    schülerInnenvollversammlungen machen und in der schule dank einer schülerInnenvertretung
    bis zu einem gewissen grad mitbestimmen..

    wo bleiben die lehrlinge?!

    genau dann, wenn eine gruppe von menschen einfach vergessen wird,
    genau dann kann es sehr leicht zu einer politikverdrossenheit kommen.
    “weil um uns kümmert sich sowieso keineR” .. “wir werden eh nicht gehört”..

    und genau gegen das müssen wir kämpfen!

    wenn schon von jugend geredet wird, wünsche ich mir,
    dass auch wirklich von allen gerdet wird und auch ALLE angesprochen werden..

    armin, du schaffst das, ich zähl auf dich….

    grün blüht, auch im herbst!

  3. Ich bin auch eine der jungen politisch motivierten Jugendlichen und habe mir deine Rede auch angesehen und gehört. Klar – sie war nicht übel, aber für mich irgendwo inhaltslos.
    Du hast da ein paar nette Parolen gesagt, auch die Grünen und ihre Ideen beweihräuchert, aber konkret kam da nichts.
    Natürlich ist es ein Skandal, dass in anderen Ländern Homosexuelle etwas komplett alltägliches sind, aber bei uns nicht. Natürlich braucht es da viel Aufklärung und man muss es aufzeigen – nur, das fragt man sich, wie?
    Ich habe bei dir öfters das Gefühl, dass du schon begriffen hast, dass sich etwas ändern muss – aber nicht wie.
    Missstände aufzeigen allein reicht nicht! (So denke ich jedenfalls)

    Ich will dich damit nicht angreifen, lediglich meine Meinung kund tun. Und als Jugendliche (ich bin 16) hab ja gerade ich das Recht, meine “Vertreter” zu kritisieren.

    Die Rede muss ich trotzdem loben, vortragen kannst du sehr gut. Nur, ja, der Input fehlte mir.

    Du scheinst mir auch ein bisschen zu emotional und zu energisch zu sein. Mich frustriert es doch genauso wie dich, dass Österreich z.B. irrsinnig intolerant ist gegenüber Homosexuellen (tut mir Leid, dass ich mich stndig darauf beziehe, aber ich find’s eben besonders wichtig).
    Doch da muss man sich nüchtern fragen, wieso das so ist. Was getan werden kann.
    Zumindest sehe ich das so, wie gesagt.

    • Hallo Sarah,
      natürlich hätte ich über konkrete Ansätze sprechen können. Über Lehrerausbildung, über Autonomie an den Schulen, ober 24h Öffis, über Legalisierung von Gras, über Medienkonsum, Besteuerung von Süßigkeiten, Politische Bildung an der Schule, politische Kommunikation der Großen und und und, ich habe schon ein paar Ideen, was man tun kann – wenn auch vieles noch nicht ausgegohren ist und vieles fehlt, habe ich durchaus Ansätze (bin übrigens für Input immer dankbar!)
      Gerade das Thema Homosexualität habe ich angepackt, letztes Jahr habe ich ein großes Projekt an meiner Schule zu dem Thema gemacht, bei dem vieles zur Sprache kam und viele viele ihre Standpunkte hinterfragt und überdacht haben – es lässt sich viel bewegen (hier sind mehr Infos dazu Homosexualität – (k)ein Problem?!)
      Ich hätte über all die Themen sprechen können und von konkreten Ansätzen schafeln, aber wen interessiert das denn? Das ist das tägliche Brot, das passieren muss. Aber in Wirklichkeit braucht es doch Hoffnung, dass sich grundlegend etwas ändern kann oder? Dass etwas (vieles, wenn nicht fast alles) verbessert gehört, wissen wir eh all – das sagst du ja auch, aber was fehlt sind die Visionen, das träumen. Siehst du das anders? Freu mich auf deine Antwort =)

  4. Es würde mir aber auch deswegen schwer fallen, dich zu wählen, da ich deine Denkansätze eben kaum kenne – natürlich kann man sich durch deinen Blog wühlen und natürlich stellt man fest, DASS du etwas tust… Jedoch stellt sich eben die Frage, für was genau du eintrittst. Auch wenn ich weiß, dass du dieses und jenes getan hast, fehlt mir einfach eine richtige Linie. Ich kenne ebenfalls viele politisch motivierte Jugendliche, die eben einfach “links” sind, ohne zu registrieren, dass es auch beim links sein viele Meinungsverschiedenheiten und Debatten geben kann.

    Ich bin übrigens nicht unbedingt der Meinung, dass die Jugend politisch ist. Das Problem ist, dass man sich meist nur oberflächlich mit der Sachlage beschäftigt, als Jugendlicher wie auch viele Erwachsene. Manche wissen schon, dass sie vielleicht gegen Ausländer sind oder gegen Diskriminierung – aber mehr kommt da meist nicht. Ich würde die Jugendlichen gar nicht so stark von den Erwachsenen “abgrenzen”, mehr sehe ich es so, dass es eben eine Gruppe von Leuten gibt, die sich damit beschäftigen und die sich auch dafür interessieren. Die andere Gruppe plappert halt nach, was gerade der sympathische Lieblingspolitiker sagt, oder was sie neulich in der Kronenzeitung gelesen haben.

    Meine Schule, die Graphische, ist sehr politisch. Aber auch die sehr politischen Klassenkameraden finden sich meistens damit ab, einfach links zu sein, ohne dies weiter zu hinterfragen. Das links/rechts Denken gibt es in der Form sowieso nicht mehr, da muss man weiterdenken. Wie schon oft angeführt, bin ich ja der Meinung, dass es auch im Links sein viele, viele Abstufungen gibt. Viele Fragen, die erst geklärt werden müssen. Und dann muss man sich fragen, wie sehr die eigene Haltung ans Liberale aneckt etc.
    Gerade das ist der größte Konflikt, den ich so sehe. Dass die Jugend meint, sie ist entweder links oder rechts – aber darin gibt es keine Abspaltungen.
    Sie kommen nicht drauf, dass es auch in der linken Community durchaus Meinungsverschiedenheiten gibt – Sie sind halt gegen Strache, gegen FPÖ und gehen verhüllt auf Demos um “Bullen zu prügeln”.
    Die Visionen sind eindeutig da, die meisten wünschen sich eine Welt, in der jeder sich die Hand gibt und in der keine Diskriminierung statt findet – durchaus vertretenswert, wie ich finde. Doch de Frage nach dem “wie?” ist das, was hier kritisch wird.
    Eben deswegen sollte man den Menschen eine Richtung zeigen oder geben können. Es ist wie bei einer Bildinterpretation, man gibt seine preis und zeigt den anderen neue Perspektiven auf und dann schaut man, ob die Leute sich damit identifizieren können.

    Sowas fehlt mir bisher bei dir.
    Auch wenn dein Blog eben sehr viel Informationen hergibt, fehlen mir einfach noch so viele Antworten auf die vielen “wie?” Fragen.

    Wie gesagt, sieh das nicht allzu streng. Ich denke, du freust dich auch über Input von anderen.

    • Danke für deine Rückmeldungen. Es ist ja auch nicht besonders leicht zu vermitteln wofür ich stehe (oder irgendjemand anderes). Ich versuche das Richtige zu tun. Aber es wäre überheblich zu sagen ich stehe für das Richtige, ich weiß, was richtig ist. Jeden Tag sehe ich neues und meine Blickwinkel verändern sich, jeden Tag ist etwas neues Richtig. Trotzdem gibt es eine Grundausrichtung von wofür ich stehe. Dinge, die ich für Richtig halte und nicht so schnell ändern werde (dass Morden schlecht ist zum Beispiel) – gleichzeitig muss man bereit sein, auch diese Grundlegenden Dinge (Demokratie,…) stets neu zu hinterfragen. Ich habe die Problematik versucht hier zu schildern. http://arminsoyka.at/joomla/meine-standpunkte/67 Frei nach dem Motto es sollte auch mal Spaß machen falsch zu liegen.
      Dir zu zeigen wofür ich stehe, gleichzeitig, das aber am besten in 3 Sekunden tun zu sollen ist sehr schwierig bis unmöglich. Je schneller, desto oberflächlicher. Ich kann dir jetzt hinknallen: “Eine solidarische Gesellschaft, freier Menschen in intakter Umwelt” bist du damit zufrieden? Vielleicht könntest du konkreter sagen, was du dir vorstellst. Was du wissen willst. Ich versuche möglichst klar zu machen, was ich tue, was ich will das nicht nur via Blog / Facebook / Formspring / Twitter / Webseite zu vermitteln sondern auch im Leben. Ist aber bestimmt nicht immer leicht. Und geht auch öfters mal schief!

      Das mit der politischen Jugend ist so eine Sache. Wenn du Jugendliche fragst: Interessiert dich Politik? Dann werden dir schätzungsweise 90 Prozent mit nein antworten. Wenn du fragst, he, bist du für eine (Hausnummer) Ganztagsschule, dann sind sie plötzlich Feuer und Flamme, auch wenn sie nicht sonderlich viel wissen. Es geht um die Art der Frage. Sobald jemand Feuer und Flamme ist, die Begeisterung in ihm auflodert, dann kannst du sehr viel tun. Mit dieser Begeisterung arbeiten und zeigen, wieviel Spaß Politik machen könnte und sollte. Ich erlebe das fast jeden Tag. Ob sich jemand als politisch begreift ist eine Frage der Erfahung mit Politik und Politikern. Ich versuche gute Erfahrungen zu machen und gute erinnernswerte Eindrücke zu hinterlassen. Verstehst du was ich meine?

      Ja, über dieses Links-rechts denken nur sehr wenige Menschen hinaus, weil sie gar nicht auf die Idee kommen über das System hinauszudenken. Das kann man ihnen auch gar nicht vorwerfen. Ich bin halt zufällig in eine Familie geboren worden, in der mir das gelehrt und vorgelebt wurde. Du vielleicht auch, weiß ich nicht. Ich glaube über das System hinaus denken, bringt sehr viel – auch viele Vorteile für uns als Gesellschaft, deswegen versuche ich auch das vorzuleben und so in eine unbekannte Richtung vorzugehen. Vielleicht kommt mir ja der eine oder die andere nach und beginnt auch über das System hinaus zudenken an. Wäre schön.

      Ja und nein, die Visionen sind vielleicht da, aber die Hoffnung auf Umsetzung nicht. Weil eben das konkrete Wie nicht geklärt ist. Ich habe (wie du meinem oben verlinkten Artikel entnehmen kannst) auch keine Patenrezepte, ich habe einige Ideen, viele davon durchdacht und klug, viele davon vollkommen stupide und unnötig. Ich versuche aber eben genau hier auf dem Blog zu zeigen, wie es gehen kann. Mit konkreten Ansätzen und Vorschlägen, die vollkommen verständlich udn aus dem eigenen Leben gegriffen sind. Von den vier letzten Blogbeiträgen beschäftigen sich drei davon mit solchen Ideen, wie man konkret etwas verbessern kann. Ein Tool sie alle zu fragen. soll verdeutlichen, wie wichtig die Rückmeldungen in der Politik sein sollten. Ihr daoben, Wacht auf! soll zeigen, dass wir das Bildungssystem reformieren müssen, damit Jugendliche das fragen und die Neugierde nicht verlernen. (Oder meinst du das wie noch tiefgehender: Paragraph §XYZ soll geändert werden: “Die Schulen sollen die Kompetenz haben Lehrer mit 2/3 Mehrheit im SGA entlassen zu können”?) Immer der Hur’n 41er. zeigt, wie’s mit Transparenz besser ginge und dass die Öffis nichts dafür können, wenn sie zu spät kommen.

      Danke für deine Rückmeldugen, ich freue mich sehr über deinen Input und würde mir noch konkretere Kritik wünschen =)


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