Grüner Konvent

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Gestern fand der Grüne Konvent statt. In der Einladung hieß es, es gehe darum, “Partizipationsmöglichkeiten in Parteien und demokratischen Systemen” zu erkunden und weiterzuentwickeln.

Die Erwartung war für mich, viele neue Grüne FunktionäreInnen, SympathisantInnen, VorwählerInnen und AktivistInnen kennen zu lernen, meine Impulse für ein offenes, partizipativeres, stärkeres und fröhlicheres Grün einbringen und diskutieren zu können und selbst von neuen Ideen anderer inspiriert zu werden.

Der Event. Beim Eingang wurde in drei Gruppen unterteilt. Grün (FunktionärInnen), Rot (AktivistInnen) und Gelb (Interessenten). Zu sechst nahm man an einem Tisch Platz, wobei darauf zu achten war, dass sich 2 pro Farbe  und einander möglichst unbekannte an einem Tisch zusammenfünden. Nach einer Einführung durch die Moderatorin (Name vergessen…) und der Begrüßung durch Maria Vassilakou, begann das Programm mit dem ersten 20-minütigen Impulsreferat von Monika Mokre (Politikwissenschaftlerin), die uns Fragen der Demokratie und Partizipation von einer relativ theoretischen (aber hoch interessanten) Seite näher brachte. Die Präsentation sollte hier eingebunden sein.

Anschließend gab es eine 20-minütige Diskussion. Spannende Ideen sind da aufgekommen, obwohl die Zeit zum Diskutieren leider viel zu knapp bemessen war.

Unser Tisch beschäftigte sich vor allem mit der Frage: Wie kann man Partizipation zwischen den (Vor-) Wahlen ermöglichen und auch neue Gesichter erreichen. Unsere Antworten: Spaß – ich sollte mit Motivation, Freude und Elan offen sein für neue Menschen und Ideen. Netzwerke – wir müssen die vorhandenen Netzwerke (Bezirksgruppen, Teilorganisationen, Grüne Vorwahlen?) nutzen und ständig ausbauen. Kommunikation – die Kommunikation Innen wie Außen muss besser klappen. Kleine Gruppen – das geht besonders, wenn die Gruppen, die zusammenarbeiten, kleiner sind. Rausgehen – Um neue Leute in die Partei integrieren zu können, müssen wir im Straßenbild präsenter sein.

Nach 10 Minuten Pause (die Nusskipferln waren köstlich!) ging es weiter mit dem zweiten Impulsreferat. Die Tische wurden gewechselt. Silvia Nossek, Landessprecherin der Wiener Grünen, erzählte von ihrem grünen Werdegang. Sie lieferte ihre 8 Thesen zu Politik und Gesellschaft, über die Markus Ratmayr schon gebloggt hat und ich livegetwittet habe. Hier die Präsentation:

Sehr bewegend fand ich ihre Erzählung, wie sie dazu gekommen ist, Politik zu machen / sich zu engagieren. Sie hatte wohl ihre Großeltern gefragt, was die damals (unter diktatorischen Umständen) gegen das Regime gemacht hätten. Wie sie dafür gesorgt hätten, dass diese Schreckensherrschaft beendet würde. Und sie bekam keine Antwort. Irgendwann stellte sie sich die Frage, was sie wohl ihren Enkeln erzählen würde, was sie getan hätte, damit sich die Zustände wie sie sind verändern. Ein guter Impuls wie ich denke. Besonders spannend finde ich These 6: “Parteien brauchen sowohl inneren Zusammenhalt wie äußere Irritation”.

Es wurde wieder 20 Minuten diskutiert. Allerdings musste ich während der Diskussion gehen. Ich bekam also weder das dritte Impulsreferat von Doron Rabinovici mit, noch die nachfolgende Diskussion.

Der Rückblick. Es war ein sehr spannendes Event. Meine Erwartungen haben sich erfüllt, wobei ich das Gefühl hatte, es waren sehr wenige Grüne VorwählerInnen da. Verständlich, dass einige sehr verärgert sind, aber ändern wird sich nur, was verändert wird. Überrascht war ich von der positiven und offenen Stimmung. Die im Netz vielfach gepriesenen “Betonierer” durfte ich (noch?) nicht kennen lernen. Im Gegenteil. “Alle Grünen VorwählerInnen, die ich bis jetzt getroffen habe, waren mit tiefgrüner Wolle gewaschen. Ich geniere mich dafür, was da gelaufen ist. Ich würde den Landesvorstand am Liebsten abwählen und ich bin nicht alleine.” war eine Aussage bezüglich der VorwählerInnen. Von allen Seiten hörte ich Stimmen, die es bedauerten, dass nicht mehr VorwählerInnen aufgenommen wurden. Maria Vassilakou hob in der Einführung hervor, dass immerhin über 200 neue UnterstützerInnen aufgenommen wurden und mit ihnen (hoffentlich) am 15. November das erste Mal die Tausendermarke an Wahlberechtigten überschritten wird.

Overall. Ein spannendes Event, mit brennend aktuellen Themen und einem klar visionären Blickwinkel. Was sich aus den Protokollen der einzelnen Diskussionen, den Ideen, die auf einer Pinnwand veröffentlicht und bewertet werden konnten, dem Videomitschnitt und den Eindrücken in den Köpfen der Anwesenden entwickeln wird, kann niemand sagen, die Zukunft wird es weisen. Ich bin optimistisch – weil grün größer werden muss.

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