“Für mehr Sicherheit im Bezirk: Jetzt unterschreiben!”

Geschrieben von Administrator am Samstag, 27 Juni, 2009 um 12:22

Dass der Wahlkampf schon bald naht (Wien wählt vorraussichtlich im Oktober 2010) zeigte mir die SPÖ heute. Ich und alle anderen, die heute das Gersthofer Platzl (1180) frequentierten wurden dazu angehalten, im Namen der SPÖ unsere allseits geliebte Innenministerin Infekt Fekter aufzufordern die Wiener Polizei um 1000 Polizistinnen und Polizisten aufzustocken und so zu erreichen, was erreicht werden muss: “Es sind eindeutig zu wenige Polizistinnen und Polizisten in den Bezirken unterwegs [...] Wien muss weiterhin eine der sichersten Millionenstädte der Welt bleiben.” Denn – so schreibt die Sozialdemokratische Fraktion – “die Lebensqualität in unserem Bezirk darf nicht weiter beeinträchtigt werden.” Schließlich ist “Sicherheit ein menschliches Grundbedürfnis und trägt in besonderem Maße zur Lebensqualität in unserem Bezirk bei.”

Liebe SPÖ, liebe ÖVP, liebe F-Partei und all ihr anderen, die ihr denk Sicherheit habe etwas mit Kontrolle zu tun,
Kriminalität ist nicht eine Folge von zu wenig Überwachungsstaat (Onlineüberwachung, Polizeipräsenz, Angstmache, Hetze,…). Kriminalität entsteht, wo Jugendliche gelangweilt sind, wo Arbeitslose perspektivenlos, wo Außenseiter ausgegrenzt, wo Minderheiten unterdrückt, usw usw. Sicherheit kann es nur geben wo soziale Gerechtigkeit vorhanden ist, sodass jedes Mitglied unserer (reichen) Gesellschaft zumindest soviel hat nicht des anderen Eigentum zu begehren; Sicherheit kann es nur geben wo jedem Menschen eine liebende und liebevolle Erziehung und in weiterer Folge eine solide (Aus)Bildung zu gute kommt, sodass er nicht nur weiß was richtig und was falsch ist, sondern auch danach zu handeln sucht; Sicherheit kann es nur geben wo Diversität (also Vielfalt und Verschiedenheit) höher geschätzt wird als Ausgrenzung, wo Wertschätzung vor der Verachtung steht und wo Menschen- und Bürgerreichte geachtet werden.

Liebe SPÖ,
besinnt euch auf eure WerteSozialdemokratie ist [...] eine internationale politische Bewegung [...] die sich [...] für eine freiheitliche und sozial gerechte Gesellschaft einsetzt.”
Sprecht der Security-Demokratie à la Maria Infekt Fekter, dem Spekulationskapitalismus, den ihr die letzten Jahrzehnte mitgetragen habt und der Unaufgeklärtheit in Form von der Kronenzeitung (sie ist sowieso ein sinkendes Schiff!) ab und richtet euren Kurs neu aus.
Wir befinden uns nicht in einer Wirtschaftskrise, es ist eine riesige Wertekriese, die weit, sehr weitreichende Folgen hat. Erkennt das! Lasst eure (guten) Werte wieder aufblühen und ihr werdet Erfolg haben! Ich bin absolut sicher. Das einzige was sicher nicht zieht ist “more of the same” – davon hatten wir genug, und wir alle haben klar gesehen, wohin uns das führt: Einzelwohl vor Gemeinwohl – und davon profitiert niemand, nichteinmal der Einzelne (denn er muss plötzlich Angst haben auf offener Straße verprügelt oder mehr zu werden.
Ob wir mehr Polizisten brauchen weiß ich nicht, aber was ich weiß ist: Wir brauchen Bildung, wir brauchen Werte, wir brauchen soziale Gerechtigkeit, wir brauchen Solidartät mir all jenen, die unterdrückt sind. Obama hat uns in Kairo gesagt: “It’s easy to point fingures” – auf eine Innenministerin Fekter, die eh schon nicht mehr weiß wie sie noch mehr Schaden anrichten kann. Viel Sinnvoller wäre es doch einfach mal Taten folgen zu lassen und im Bildungsministerium (ja, das ist in “roter Hand”) dazu zu bewegen, endlich dem Wahlvolk zuzuhören und dementsprechend zu handeln! Es gäbe so viele gute Vorschläge, Ideen und Ansätze, die nicht gehört werden – aus Ignoranz? Desinteresse? Faulheit?
Wir wollen mitbestimmen, wir wollen gehört werden, wir wollen ernstgenommen werden – ihr solltet soziale Demokraten sein, nicht asoziale antipartizipatorische Aristrokraten!
Ich freue mich auf eine SPÖ die wieder wählbar ist, weil sie sich auf ihre Werte besonnen hat! Wenn ihr dabei meine Hilfe wollt, hier ist meine Hand!

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3 Kommentare zu dem Artikel ““Für mehr Sicherheit im Bezirk: Jetzt unterschreiben!””

  1. Es ist traurig mitanzusehen, wie viele Wahlniederlagen die Großparteien noch erleiden (und damit die FPÖ pushen) wollen ehe sie realisieren, dass ihr Ansatz beim “Sicherheitsthema” falsch ist und sie damit nur der FPÖ in die Hände spielen. Andererseits stellt sich die Frage, warum keine andere Partei (ergo Die Grünen) als einzige Partei mit einem anderen Kurs die Alternative klar aufzeigen und dafür breiteren Zuspruch gewinnen kann? Wo liegen hier die Fehler in der Positionierung, Umsetzung bzw. Kommunikation oder läuft man schlicht gegen Windmühlen namens Kronen Zeitung, ÖSTERREICH, Heute & Co.?

  2. Ich sehe hier leider einen völlig weltfremden sozialromantischen Kurs. Nein, es sind nicht die gelangweilten Jugendlichen, die das Hauptproblem darstellen. Es sind zu einem ganz starken Prozentsatz Kriminaltouristen, die an der steigenden Zahl der Einbrüche schuld sind. Und hier hilft nur rigorose Überwachung und Bestrafung. Durch EU-Mittel wird zur Verbesserung der Lage in Osteuropa ohnehin schon genügend getan.
    Und @Andreas Lindinger: Der Fehler war wohl, bisher nicht rigoros genug vorzugehen und die nicht statt findende Integration zu ignorieren oder schön zu reden. Und das ist auch der Grund, warum die Grünen hier noch ärger verlieren: Denn die Grünen fahren mit dem Schönreden der Probleme fort und negieren die Gefühls- und Problemlage der Bevölkerung.

  3. Ist das allen ernstes deine Meinung? Mehr bestrafen, härter vorgehen? Autoritärer, autoritäerer, autoritäerer, mehr Top to Bottom, mehr mehr mehr? Glaubst du Probleme so werden Probleme gelöst? Indem du auf Menschen, die ein Problem haben (sonst würden sie nicht stehen, räuben, morden (?)) mit dem Knüppel losgehst? Das ist Negierung, und zwar ganz ungeheuerliche. Natürlich sind es die Jugendlichen denen fad ist, natürlich sind es die Arbeitslosen, die keine Perspektiven haben. Egal ob Österreichische, Polnische oder Bulgarische. Wir sind ein Kontinent, wir hängen aneinander. Nicht nur wirtschaftlich, weil wir von den “Oststaaten” 20, 30 und 40 Prozent Renditen erzocken, sondern auch weil wir offene Grenzen haben. Das Problem ist, die Grenzen sind nur am Papier offen, gegen die (viel wichtigeren) im Kopf wird nichts getan. Da wird gehetzt und verleumdet, negiert und wieder gehetzt. Ausländer raus (woraus, der EU?), da wird von Asyldruck gesprochen, aber in Wirklichkeit sind es doch wir, die Ausnutzen, egal ob die polnische Putzfrau (für 4 € pro Std) oder das pakistanische Kind, dass unsere Ikeatepische knüpft. Egal ob der türkische Arbeiter, der unter schrecklichen Bedinungen unserer Jeans bleicht oder der Afgahne, der unserer Gras anbaut. WIR NUTZEN AUS! Da von Sozialromantik zu sprechen ist pervers, es ist zynisch und es ist negierend.
    Wenn wir nicht bald, sehr bald beginnen umzuverteilen wird uns ein nächster und ein nächster und ein nächster Krieg nicht erspart bleiben. Egal ob um Wasser, Weizen, Gas, Öl, Nickel oder Kohle.
    Wir haben Probleme. Weiter mit dem Knüppel drauf zu hauen, ist die wirkliche Negierung.
    Bitte, bitte lass dich (gerne mit rationalen Argumenten) überzeugen! Es ist so dringend notwendig, dass kompetente Menschen wie du und ich an einem Strang ziehen und endlich beginnen die Berge an Negierung vor uns abzubauen!


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