Bildung: So kann’s gehen oder vom gewissen Etwas.

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Bildung ist die Grundlage unseres Wohlstandes, Kreativität die Währung des 21. Jahrhunderts und PädagogInnen der einzige Weg beides zu erreichen. Guter Unterricht steht und fällt mit dem Lehrpersonal. ProfessorInnen, KleinkindpädagogInnen und LehrerInnen müssen natürlich über fachliches Wissen verfügen, aber in Wirklichkeit geht es um das gewisse Etwas. Begeisterung, Freude an der Arbeit, Verständnis für Jugendliche oder die Überzeugung etwas Wichtiges zur gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen sind nur einige Aspekte dieses gewissen Etwas. Dieses gewisse Etwas haben viele ProfessorInnen. Einige leider auch nicht. Natürlich spielt auch immer persönliche Sympathie dazwischen, aber man kann schon sagen, es gibt solche und solche. Wie man dieses gewisse Etwas fördern kann, möchte ich hier jetzt nicht besprechen, auch wenn ich dazu einige Ideen habe (Ausbildung, Freiheiten, Autonomie, Anstellung,…). Hier möchte ich ein Beispiel bringen für dieses gewisse Etwas:

Letzten Monat behandelten wir im Deutschunterricht die Thematik des Generationenkonflikts. Zuerst lasen wir einen Profilartikel zu dem Thema, dann einen Kommentar von Andreas Khol und eine Anwort von Profiljournalist Gernot Bauer. Wir diskutierten zwei Stunden lang über den Generationenkonfikt, den Generationenvertrag und Themen wie Verantwortung, Zukunft und Macht, besprachen den Artikel durch und bekamen dann eine Hausaufgabe zu dem Thema. Die genaue Aufgabenstellung unten.

Blecha und Khol

Das Nachrichtenmagazin profil widmete in der Ausgabe 35/2009 vom 24.08.2009 die Titelge­schichte dem Thema Generationenvertrag.

Zusammenfassung des Artikels / Zitate:

Die graue Gefahr

„Soziales. Alt, aber gierig: Eine maßlose Kaste von Frühpensionisten und Langzeitrentnern bricht am Höhepunkt der Wirtschaftskrise den Generatio­nenvertrag und stiehlt der Jugend die Zukunft. Die Politik kapituliert vor der Macht der Alten.“

Die Pensionistenvertreter von SPÖ (Karl Blecha) und ÖVP (Andreas Khol) fordern eine Pensionserhöhung für 2010 von 2%. Sie berufen sich auf den monatlich ermittelten Preis­index für Pensionistenhaushalte (PIPH), der anders berechnet wird als der normale Preisindex und mit 2% Inflation für Pensionisten rechnet, während der normale Index nur 1,5% Preissteigerung vorsieht. Eine 2%ige Pensionserhöhung würde 200 Mio € jährlich kosten.

Noch vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise warn­te der ehemalige deutsche Bundespräsident Roman Herzog (75) vor einer „Rentnerdemokratie, in der die Älteren die Jüngeren ausplündern würden“. Im profil heißt es: „Im Jahr 2009 mit rasant anziehen­den Arbeitslosenquoten erhält Herzogs prognosti­zierte Gerontokratie kleptokratische Züge, wenn die Alten ihre fantasierten wohlerworbenen Rechte ver­teidigen, welche die Jungen kaum mehr finanzieren können. Rund 13 Milliarden Euro muss der Bund allein 2009 für Pensionszahlungen (…) berappen, mehr, als er für Schulen und Universitäten ausgibt. Der angesichts leerer Staatskassen absehbare Ver­tei­­lungskampf wird so zum unlauteren Wettbewerb und der viel umjubelte Generationenvertrag – Junge erhalten Alte – sittenwidrig. Und die Politik? Hat vor der Macht der Alten längst kapituliert.“

Hintergrund seien demografische Entwicklungen, die man seit langem kenne (und ignoriere?). Immer weniger Junge müssten immer mehr Alte erhalten. Die Bevölkerung werde immer älter.  Früher sei argumentiert worden, dass man der Trümmer­gene­ration (jenen, die Österreich nach 1945 wieder­aufge­baut haben) Pensionen nicht streitig machen dürfe („wohlerworbene Rechte“). Jene, die heute in Pension gehen, seien aber nach dem Krieg geboren und seien zur Zeit des Wirtschaftswunders groß geworden. „Der lange Lebensabend der Gol­den Girls und Boys wäre an sich begrüßenswert – wenn die Arbeitszeit mit der steigenden Lebenser­wartung Schritt halten würde.“ Doch in Wahrheit sinkt das Pensionsantrittsalter trotz der Pensions­reformen der letzten Jahre. Auch heuer wird es we­iter sinken, Österreich könnte sich mit Frankreich „den Titel des Frühpensionsweltmeisters“ sichern. profil zitiert den Generaldirektor der Pensionsver­sicherungsanstalt Winfried Pinggera: „Wenn nicht länger gearbeitet wird, verändert sich die Pension zu einer Mindestsicherung mit Minipension. Und dann werden sich die Jungen zu Recht fragen, wozu sie Versicherungsbeiträge bezahlen.“ Das gesetz­liche Pensionsalter liegt bei 65 (Männer) und 60 (Frauen) Jahren. Derzeit trete aber nicht einmal die Hälfte der Neorentner eine Regelpension an. Es gebe viele „Schlupflöcher“ und andere Regelungen, die einen anderen Effekt erzielen als ursprünglich beabsichtigt oder von der Politik angekündigt. („Hacklerregelung“, „Invaliditäts­pen­sion“). Das Pensionsgesetz sei ein Gesetz mit unzähligen Novellen. Basis ist das Umlageverfahren nach dem Versiche­rungs­prinzip (Generationenver­trag), d.h. dass jeder Erwerbstätige neben Steuern und Sozial- und Arbeitslosenver­siche­rungsbeiträgen auch Pensionsversiche­rungs­beiträge zahlt. Da die so lukrierten Gelder nicht reichen, muss der Bund jährlich Zu­schüsse aus Steuereinnahmen leisten, um die Pensionen auszahlen zu können. Sozial­forscher Bernd Marin erklärt: „Der Sinn eines Wohlfahrtsstaates kann ja nicht sein, dass ihn eine Generation mit ins Grab nimmt. Wenn wir so weitermachen, ist das Pen­sions­system wie ein Pyramidenspiel, bei dem für die jeweils nächste Generation immer weniger über­bleibt. Menschen, die nach 1970 geboren sind, könn­ten im Vergleich zur Nachkriegsgeneration nicht einmal die Hälfte des Gegenwertes ihrer Bei­träge herausbekommen.“ Einige Gruppen seien vom derzeitigen System besonders begünstigt, so zum Beispiel Beamte und Bauern. Die Pensio­nistenvertreter der SPÖ und ÖVP hätten partei­intern großes Gewicht, was vor allem daran liege, dass die Pensionisten einen überdurchschnittlich großen Anteil der Wähler dieser beiden Parteien stell­ten. „Bei den Nationalratswahlen 2008 waren rund ein Drittel der 6,3 Millionen Wahlberechtigten über 60 Jahre alt.“

HAUSÜBUNG bis …

Diskutiere einige der in den beiden Artikeln aus dem profil vorgebrachten Thesen und Argumente zum Thema Generationenkonflikt. Gehe dabei auf folgende Fragen ein!

  • Wie sehr betrifft und interessiert dich das Thema?
  • Hältst du die Diskussion in dieser Form für angebracht?
  • Wie definierst du die beiderseitige Verantwortung von Jungen und Alten? Geht es dabei hauptsächlich / nur / im Grunde nicht … um Geld?
  • Wie siehst du die Entwicklung unserer Gesellschaft und deine Rolle in ihr in diesem Zusammenhang?
  • Siehst du optimistisch, gleichgültig oder pessimistisch in die Zukunft?

Tipps:

  • Überlege dir, auf welche Aspekte du schwerpunktmäßig eingehen willst. Du kannst nicht alles umfassend behandeln.
  • Überlege dir einen interessanten Einstieg in das Thema!
  • Mach deinen persönlichen Bezug mit Beispielen aus deinem Leben, deinem Umfeld und deinen Erfahrungen deutlich!
  • Achte auf eine überzeugende Argumentation und untermauere mit Beispielen und Belegen deine Thesen und Argumente!
  • Vergiss bei wörtlichen Zitaten die Anführungszeichen nicht, verwende bei indirekten Zitaten den Konjunktiv!
  • Achte auf einen sinnvollen Aufbau (zuerst Ideen sammeln und ordnen) und eine erkennbare Gliederung (Absätze)!
  • Versuche nicht vom zentralen Thema (Generationenvertrag und -konflikt) abzukommen!
  • Am Ende soll ein abrundender Schluss stehen und kein Einzelaspekt.
  • Vergiss nicht, deinem Text einen guten Titel zu geben!
  • Überarbeite deinen Text gewissenhaft auch in sprachlicher Hinsicht (am besten mit einem gewissen zeitlichen Abstand zur Entstehung)!

Bei am Computer verfassten Arbeiten bitte um eine gut leserliche 14er-Schrift und mindestens eineinhalbfachen Zeilenabstand sowie Korrekturrand

Hat jemand das gewisse Etwas bemerkt?

Nachtrag. Ich bin soeben auf dieses Video gestoßen. Auch die hier gezeigte Schule verkörpert das gewisse Etwas!

Hat jemand das gewisse Etwas bemerkt?

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