Auf zum Österreichischen Schülerparlament!

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demokratie“Die österreichische Bundesschülervertretung vertritt die Anliegen von 1,2 Millionen Schülerinnen und Schülern nach außen. Um neue Ideen zu finden und gemeinsam zu diskutieren findet vom 22.-24. Jänner das Österreichische Schülerparlament statt.”  Was das ist? Na dazu muss man die ganzen Strukturen der Österreichischen Schülervertretung verstehen. Da gibt es einen Bundesschulsprecher (dieses mal ist es eine Sprecherin), dessen Bundesschülervertretungsteam, außerdem in jedem Bundesland einen Landesschulsprecher und dessen Landesschülervertretung, und das ganze gibt es jetzt nicht nur für den AHS-Bereich sondern auch noch für Berufsbildende Schulen (HAK/HTL/…). Hoch kompliziert. Hier ein kleines Ornigramm, um das vielleich verständlicher zu machen.

ornigrammWen das alles sehr interessiert, der kann auch hier auf der Seite der Bundesschülervertretung nachlesen. Was ich sagen will, in Österreich gibt es eine gesetzlich verankerte SchülerInnenvertretung. Die darf zwar Stellung beziehen zu diversen Gesetzen auf Bundes und Landes ebene, hat aber keine Mitbestimmungsrechte. Das ist schade, denn hier wird meiner Meinung nach (sehr) gut gearbeitet. Junge Menschen (alles SchülerInnen zwischen 15 und 19 Jahren) engagieren sich, bringen sich ein – stellen Schülerzeitungen auf die Beine, Organisieren SchülerInnenParlamente auf Landes- und nun auch Bundesebene, bieten Rechtsberatung an, organisieren Workshops und Vernetzungstreffen usw. Bindende Mitspracherechte wird es aber erst geben, wenn der entsprechende öffentliche Druck aufgebaut ist und es einfach keine Möglichkeit mehr gibt, die Meinung der Schüler weiterhin zu überhören. Aus diesem Grund schreibe ich diesen Artikel. Ich möchte erstens, dass alle meine lieben LeserInnen ab jetzt wissen, dass es eine demokratisch gewählte Interessensvertretung der Schüler in Österreich gibt, diese vom good-will von Ministern und Landtagen abhängig ist und das meiner Meinung nach blöd ist. Außerdem hätte ich gerne, dass möglichst viele SchulsprecherInnen und StellvertreterInnen die tolle Chance wahrnehmen und mitfahren.

Was wird dort los sein?

Abgesehen von 120 leiwanden Leuten, einer coolen Lokation und vielen spannenden Diskussionen, werden in sechs Gruppen Anträge zu verschiedenen Themen ausgearbeitet, die dann am Sonntag beim Österreichischen Schülerparlament in St. Pölten im niederösterreichischen Landtag diskutiert werden. Die sechs sieben Themen:

  1. Demo.kratie – Schüler wollen mitreden. Das haben sie im April eindrucksvoll bewiesen. Welche demokratischen Mittel hat die Schülervertretung offiziell zur Verfügung? Wo können Schüler ihre Ideen einbringen? Wie können wir die Meinungsvielfalt der Schülervertretung besser nutzen? Welche Ressourcen hat die Schülervertretung?
  2. Internationales – Durch den Austausch mit anderen Kulturen lernen wir für unser Leben – das steht außer Frage. Wieso nutzen wir dies Chancen dann noch so wenig für unser Bildungssystem? Wo können wir Dinge abschauen? Welche Möglichkeiten hat das Schulsystem für internationale Vernetzung? Welche Rolle spielt dabei eine zentralisierte Reifeprüfung?
  3. Schulpartner.schafft – Eltern, Lehrer und Schüler sind die direkt Betroffenen des Schulsystems. Dass Zusammenarbeit hier wichtig ist, ist klar. Dass die Schulpartner mitentscheiden dürfen sollen auch. Aber wo genau? Was fordern eigentlich die Eltern und Lehrer? Wo gibt es schon Überschneidungen in den Forderungen der drei Schulpartner? Was könnte ein Bundesschulpartnerrat beschließen?
  4. Campus.Schule – Unsere Schulen sind oft baufällig und haben gar nicht die Infrastruktur um Innovationen des Schulsystems umzusetzen. Was wäre für eine ganztägige Schule notwendig? Könnten wir die Vorteile sozialer Durchmischung nicht einfach durch gemeinsame Schulstandorte schaffen? Was passiert mit Sportmöglichkeiten? Gibt es den Wohlfühlfaktor für ein angenehmes Lernklima in Österreichs Schulen?
  5. VorBild:Lehrer – Das Klassenzimmer kann noch so gut ausgestattet und der Lehrplan noch so gut aufbereitet sein – die Qualität des Unterrichts steht und fällt mit den Lehrerinnen und Lehrern. Aber wer wird eigentlich wie Lehrer? Wie funktioniert das wirklich mit Lehrerausbildung, Fortbildung oder Lehrerbezahlung? Der Lehrer hat doch sowieso immer Recht – oder?
  6. Schul.laufbahn – Sitzenbleiben ist, wie wenn man die gesamte Autofahrt noch mal beginnt, weil man einmal falsch abgebogen ist – sinnlos, zeitintensiv und teuer. Kann ein Modulsystem in der Praxis funktionieren? Was passiert mit Bildungsstandards? Was bedeutet Bildung statt Ausbildung?
  7. Berufsschulen – Diese Gruppe soll Berufschülerinnen und Berufsschülern die Möglichkeit geben spezifische Themen gemeinsam zu diskutieren, die im Besonderen die Berufsschulschülervertretung weiterbringen können.

Alle Fahrtkosten zum Seminar bekommst du in voller Höhe zurückerstattet. Anmeldeschluss ist der 15. Jänner 2010.

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