9h Schule?
Ich wurde soeben von einer Klassenkollegin gefragt, was ich von der Forderung halte, die Schule erst um 9h beginnen zu lassen (der ORF berichtet).
Meine Antwort, finde ich, ich ist gut gelungen, ich bitte um Kommentare!
Dass es tiefgehende Reformen unseres Bildungssystemes braucht ist wohl indiskutabel. Die grundlegende Entscheidung ist meiner Meinung nach aber nicht, ob die Schule um 9 oder 10 oder 5 beginnt, sondern ob Schule beginnt zu bilden statt auszubilden, also ob sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt oder die Wirtschaft. Es ist die simple und doch komplexe Frage: “Wenn es der Wirtschft gut geht, geht’s den Menschen gut” oder “Wenn’s den Menschen gut geht, geht’s der Wirtschaft gut”.
Mir schwebt ein System vor, dass die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Das sie fordert und fördert, sie groß macht. Nicht sie niedermacht und kleinhält. Ich habe es heute schon zitiert. Goethe hat gesagt: “Eltern soll ihren Kindern 2 Dinge geben. Flügen und Wurzeln.” Einer der besten schwedischen Lehrer (ich finde den Link jetzt nicht!) hat einmal in einem Interview gesagt: “Es fühlt sich nicht so an als wären die Schüler Schüler, sondern mehr wie meine Kidner.” Zwischen Pädagogen und Lernlingen braucht es ein persönliches wohlwollen, ein Vertauen, eine “Liebe”.
Sehr empfehlen kann ich in diesem Zusammenhang einen Lehrer, der einen tollen Blog führt http://teacher.twoday.net/, er schreibt dort über all die kleinen Dinge, die er so komisch findet. Unterhaltsam und wahr, aber zurück zu der Frage: Wirtschaft oder Mensch? Momentan orientiert sich unser Bildungssystem an den Wirtschaftlichen Interessen. Das ist logisch, alle europäischen Bildungssystem sind in der Industrialisierung entstanden, da gab es weder Interesse noch Kapazitäten Menschen groß zu machen, ihnen Flügel zu geben. Heute aber – dank technologischem Fortschritt – hätten wir diese Möglichkeiten. Ich bin überzeugt, dass, würden wir Menschen ins Zentrum stellen, Bildungsangebot ihnen anpassen (da gehört 9h-Schule evt dazu muss man sich genau anschauen) anstatt ihnen Dinge aufzuzwingen, auch große Wirtschaftliche Vorteile hätte, alleine wenn ich mir überlege wieviele Menschen in unserer Klasse unterfordert sind (Patrick, Lisa, Thomas, Conni,..) was es da an Fähigkeiten und gesellscahftlicehm Wert zu “lukrieren” gäbe – sagenhaft!
In diesem ted-talk (Why Schools kill creativity) argumentiert Ken Robinson, warum Schule Kreativität zum aussterben bringt. Ich habe es jetzt auf dem Minilager wieder gesehen und auch mehrfach darüber gebloggt! Die Kinder sind wahnsinnig originiell, haben tolle Ideen, aber kaum einmal werden sie dafür gelobt!
Kreativität ist aber die Währung der Zukunft, es wird nur mehr um gute Ideen, gepaart mit Umsetzungskraft gehen. Das ist der Erfolg von morgen (und heute übrigens auch schon!) und den wollen wir doch alle haben!?
Aber das ging weit weg von der Frage, ob ich die Forderung um 9h Schule zu haben unterstütze, ich weiß es nicht, ich bin weder Psychologe, noch habe ich mich eingehend mit der Frage befasst, klar ist aber, dass nur wenn wir das System umstellen und die Interessen der Kinder den Interessen der Wirtschaft vorstellen wir uns über soetwas überhaupt Gedanken machen werden können – in diesem Sinne gute Nacht, schlaf gut, bis morgen!
Ja, stellen wir endlich den Menschen und seine WAHREN Bedürfnisse in den Mittelpunkt unseres politischen Handels. Es geht nicht um Politik für Kinder, Politik für Unternehmen / die Wirtschaft, Politik für die ArbeitnehmerInnen, nein – es geht um Politik für Menschen.
Danke, Armin, für diese treffenden Zeilen! :) :) :)
PS: Der Ted-Talk ist immer wieder sehenswert!!!
Na sozialen Aufstieg können wir für Langzeitarbeitslose nicht finanzieren